Te Deum.
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den Kirchenväter, noch in deren Biogra-phieen, die doch von Zeitgenossen undFreunden verfasst sind, und da sie auchinnere Unwahrscheinlichkeit hat, so wirddie wissenschaftliche Kritik sie als ungenü-gend, um einen sichern Schluss auf sie zubauen, abweisen müssen. Die Quelle derLegende dürfte in der dem Ambrosius un-terschobenen Rede De Augustini baptismozu suchen sein, in welcher die Stelle vor-kommt: in quo (baptismo) una vobiscumcum divino instinctu liymnum cantavimus.— Andere schreiben das T. D. dem Bi-schof Nicetius von Trier (f 566) zu; sonamentlich E. Stillingrßeet Orig. Britann.c. IY 221, Usser De symb. Rom. eccl. 2und neuerdings Martigny 2 i. v. T. D., so-wie Marx Gesell, des Erzbisthums Trier.Martigny glaubt wenigstens, in Galliendie Heimat des Hymnus suchen zu müssen.Der Codex ,Arundel 60‘ im britischenMuseum trägt wirklich die Aufschrift:'YM1I (= hymne?) SCI VICETI (= Niceti)EPI DIEBVS DOMLNTCIS AD MATVT.,und fast dieselbe üeberschrift hat derHymnus in zwei Florentiner Handschrif-ten (Flut. XVII, Cod. III u. VIII). Alleinabgesehen von der schwachen äussern Be-glaubigung ist diese Ansicht schon darumkaum haltbar, weil nachweisbar um 530das T. D. in Italien und Gallien, wie ausdessen liturgischem Gebrauche erhellt,kirchliches Ansehen besessen haben muss,was sich von einer Composition, die Ni-cetius als junger Mann nicht lange vor530 verfasst haben konnte, kaum anneh-men lässt. —• Ein Codex s. Emerami zuMünchen (8. oder 9. Jahrh.) schreibt denGesang dem Hymnendichter Hilariusvon Poitiers zu; dasselbe tliut der AbtAbbo von Fleury (Floriacensis, f 1004,Opp. ed. Migne CXXXIX; ed. Maurin. III,praef. VIII). Auch führt das Lied inse hr alten Manuscripten die InscriptionHymnus s. Abundii oder s. Sisebuti mo-nachi ( Gavanti Kubric. Brev. seet. V 19;Fagi Critic, in Baron, ann. 388, § 11).loh möchte vermuthen, dass diese Namendurch unkundige Abschreiber aus Sub-spriptionen in die Inscriptionen gerathensind. Die Namen Abundus und Abundiuswaren übrigens, namentlich in den Klö-stern, viel gebraucht.
Mit grösserm Gewicht trat die Behaup-tung auf, dass unser Gesang griechi-iv- ii 11 Ursprungs sei. Erstmals stellteII. E. Tentzel (Exorcit. X de hymno T. D.,Lips. 1692) die Ansicht auf, das T. D.sei ursprünglich im griechischen Officiumgestanden und dort im Morgendienste^Absätzen zur Verwendung gekommen,wahrend es, ins Lateinische übertragen,hier im Nachtofficium gesungen worden sei.
Tentzels These hat Daniel Thesaur. liymnol.II 276—299 u. III 292 näher zu begrün-den gesucht und behauptet, Ambrosius seider Uebersetzer oder Bearbeiter des grie-chischen Lobgesanges. Nach Schüch Pa-storaltheol. 1882, 428 soll sich unser Lob-gesang gar schon in den apostolischenConstitutionen finden! Auch Smith imDict. of Christ. Antiq. i. v. T. D. meint,das Lied leite seinen Ursprung aus grie-chischen oder orientalischen Quellen her.Das einzige, aber wie man meint, ent-scheidende Argument für diese Aufstel-lung giebt uns der bekannte alexandri-nische Bibelcodex, vermuthlich aus dem5. Jahrh. (jetzt im britischen Museum),Cod. Alexandr. ed. Woide, London 1786;darin steht ausser der grossen Doxologie(Gloria in excelsis) ein Stück unseres heu-tigen T. D., nämlich die Verse 24 u. 25(■/atT sy.aurqv r,p.ep«v suXoyrjato as . . . Persingulos dies benedicam tibi etc., und:■/.axa<;uuaov, xopie, v.ai xrjv 7jp.epav xauxrjv . . .Dignare, Domine, die isto sine peccatonos custodire); endlich der Versikel eöXo-Tqvi; sl v.iSpis . . . Benedietus es, Domine,Deus patrum nostrorum etc. Dies sollnun ein original-griechischer Morgen-hymnus sein, und weil der lateinische Textsich so genau an den griechischen an-schliesst, sei unser T. D. eine Ueber-setzung! Aber diese ganze Hypothesefällt in sich zusammen, wenn man weiss,dass der citirte V. 24 aus Ps. 144, 2, derVersikel Benedietus es . . . aus Dan. 3, 26entlehnt ist, was merkwürdigerweise bisherKeiner, selbst nicht Kayser in den Beitr.zur Gesch. und Erkl. der ältesten Kirehen-hymnen 2 1881, 435 ff., beobachtet hat(nachträglich sehe ich, dass dieser Um-stand nur Bone T. D., Frankf. 1880, 15,nicht entgangen ist). Unser T. D. bietetin den genannten Versen Wort für Wortden Vulgatatext! Somit kann mannicht von einem originalen griechischenLiede reden. Nur die Bitte ,dignare, Do-mine, die isto 1 (V. 25) ist kein Bibelcitat,wenigstens kein unmittelbares, und mageinem liturgischen oder ausserliturgischen(Morgen-) Gebet entlehnt sein. Was ausser-dem das Lied des alexandrinischen Codexaufweist, ist eine Zusammenstellung vonBibelversen. Wir weisen auch noch dar-auf hin, dass, soweit unsere Kenntnissreicht, die griechische und orientalischeKirche niemals ein T. D. besessen hat.
Der Hymnus kann nur aus abendländi-scher Quelle stammen, und zwar möchtenwir den ambrosianischen Ursprung nochnicht aufgeben, wenn wir auch die erwähntewunderbare Entstehung nicht annehmen.Zunächst sei bemerkt, dass nicht ein ein-ziger innerer oder äusserer Grund gegen