Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Thürme.

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land fast unbekannt gewesen, Funk 1. c.Proleg. CIX sqq. in Bezug auf die Zeitder Entstehung unseres Bildes), ebensowenig als die Hypothese, es liege eine Be-ziehung darin zur neapolitanischen Kirche,wo eine Frau, Candida, die erste Aus-breitung des Christenthums nach der Tra-dition vermittelte (welches Bild mit demausser diesem bei Funk 1. c. 358, not.ad 3 erwähnten gemeint sei, ist uns un-erfindlich).

Auf Sarkophagen und anderen Sculp-turen finden wir öfter, weil es die ver-fügbare Fläche nicht anders zuliess, dieStädte dargestellt in der Form von ein-zelnen, mit Thoren versehenen Thürmen(Beispiele bei Garrucci tav. CCLXXXII *.CCCIX *• 2 - 4 . CCCL CCCLXXXIY 2 .CCCOL 1 . CCCCLVII 2 ). Auf dem Mo-saik in S. Costanza in Rom, welches dieUebergabe des Gesetzes an den hl. Petrusdarstellt, kann es aber nicht Mangel anRaum gewesen sein, welcher den Künstlerveranlasste, statt der sonst vorkommendenbeiden Städte, aus welchen Lämmer her-vortreten (s. d. Artt. Lamm II 264 undStädte II 781), einfache, thurmartige Aedi-cula unter die Palmen an den beiden Sei-ten zu setzen; diese beweisen vielmehr,dass die Composition aus einer Zeit stammt,wo die Darstellung erst anfipg, in diechristliche Kunst aufgenommen zu wer-den, also aus dem Anfang der nachcon-stantinischen Periode: und der Gedankea n die Schafe mag diese einfachen Aedi-cula veranlasst haben, die blosse Auguriaz u sein scheinen {Müntz Notes sur lesums. ehret, de l’Italie, in der Rev. archeol.1875, II 274 sqq.; das Mosaik bei Gar-rucci tav. CCVII'). Auf einem Sarkophagdagegen {Garrucci tav. CCCXXXIY 2 ), wodieselbe Scene dargestellt ist, stehen hin-ter den beiden Apostelfürsten, und zwarn ur hier, also nicht als Hintergrund, zweiwirkliche, mit einem Thor versehene T.,die Ecclesia ex circumcisione und dieEcclesia ex gentibus als Bethlehem undJerusalem (s. d. Art. Städte II 781). Aufzwei anderen Sarkophagen aber mit die-ser Darstellung {Garr. tav. CCCXXXIY 3und CCCXLI ’) steht bloss hinter demhl. Petrus ein solcher Thurm, den wirnoch ein drittes Mal finden bei der Yor-hersagung der Yerleugnung Petri {Garr.tav. CCCXXXIV ’). Wir glauben nichtzu Sehen, wenn wir mit Garrucci- o sagen, der Thurm sei auch hierein Symbol der auf den Felsen (Petrus)

. tgegründeten Kirche, besonders wenn,wir bedenken, dass von den Vätern früherund auch jetzt die T. mit dem hl. Hiero-(Brcv ' in l>s. 47, Migne VII, col.65) erklärt wurden: turres, hi sunt prin-

Keal-Eucylilopüdie. II.

cipes ecclesiae tuae, d. h. die Apostel undihre Nachfolger {Ambros. Hexaem. YI 8,n. 49, Migne I, col. 261 u. 262; vgl. Zeno

1. I, tract. 14 bei Migne I, col. 354), unddass der hl. Leo (Serm. III 4, Migne I,col. 147) die römischen Christen ,in ipsaapostolicae petrae arce fundatos 1 nannte.

II. Ausser den besprochenen symboli-schen Darstellungen von Thürmen treffenwir öfter das Grabmonument Christiin Form eines niedrigen runden Thurm esmit spitzem oder kuppelartigem Dach.Derselbe steht einigemal auf dem Boden{Garrucci tav. CCCXY 5 . CCCL 4 ), andere-mal erhebt er sich auf einem viereckigenoder runden Unterbau (tav. CCCCL *• 2 .CCCCLIX 3 - 4 ) und bildet so ein Mauso-leum, ähnlich dem des Theodosius, dasuns in Ravenna erhalten ist {L. d’Agin-court Storia II, tav. XYIII und in denzahlreichen Werken über Ravenna). Dassdas Grab Christi die Gestalt eines Thur-mes gehabt, scheint eine alte Ueberliefe-rung gewesen zu sein nach der Stelle beiMartine (Y, Anecd. col. 95; Ducange i. v.Turris): corpus vero Domini ideo defer-tur in turribus, quia monumentum Do-mini in similitudinem turris fuit scissumin petra. In Syrien hat der berühmteForscher de Vogue den Gebrauch hoher,viereckiger, mehrstöckiger T. als Fami-liengräber besonders in der Umgegend vonPalmyra aufgefunden (Syrie centr. I, p. II73 f., pl. XXVI).

III. Von höherm Interesse als diesesist jedoch eine andere Entdeckung desgenannten Forschers, nämlich des Vor-kommens von Thürmen in architekto-nischer Yerbindung mit altchrist-lichen Gotteshäusern in den ProvinzenSyriens. Ein dreistöckiger Thurm standlinks neben der Faijade der im 4. oder5. Jahrh. in altchristlichem Stil gebautenBasilika in Tafkha {de Vogue 1. c. 57, pl.XVII; Lübke Gesch. der Archit. 5 I 251).Andere Basiliken hatten zwei Frontal-T.in ähnlicher Weise wie die Dome der ro-manischen Periode im Occident; so dievon Qalb-Louzeh aus dem 6. Jahrh. {deVogue 1. c. 135 ff., pl. CXX—CXXIX;Lübke a. a. 0. 253) und von Turmanin{de Vogue 139, pl. CXXX-CXXXVI;Lübke 256). In Hass im nördlichen Theilefanden sich sogar neben dem Chor zweivorspringende Anbauten, die nach aussenganz das Ansehen von Chorthürmen hat-ten {de Vogue pl. LXV und LXYI) undderen Bau unser Forscher ins 4. Jahrh.hinaufrückt. Diese Bauten waren nachOtte (Hdb. d. kirchl. Kunst-Archäol. 5 69)bestimmt, die zu den Emporen führendenTreppen aufzunehmen. Ihr Vorbild fan-den sie in den nach de Vogue (1. e. 57;

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