Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Titulus s. crucis.

lytum vinctos catenis, sub voce praeconiadieendo: hi sunt, qui evertunt eivitatemsacrilegi. Es mag noch bemerkt werden,dass auch die zum Verkauf ausgestelltenSklaven einen Zettel, Titulus, am Halsetrugen, auf welchem Geburtsland, Alterund Befähigung derselben verzeichnet seinmussten. Daher der Vers bei Properz(V, 5, 51): aut quorum titulus per bar-bara colla pependit (vgl. Marquardt R.-Alterth. V, 1, 179).

Von dem Ausrufen der Causa (aixto)durch den Herold ist Rede in den Actas. Eupli (Ruinart II 432), der zum Todegeführt wurde, proclamante haec prae-cone: Euplius Christianus inimicus Deo-rum et Imperatorum. Aehnlich heisst esin den Acta s. Polycarpi (Ruinart I 87):

8s xov eauxoü xqpoxa ev piaap xio axa-8tu> x-qpo;ai xptxov: HoXuzaproc aipioXo^rjosveauxov -^ptartaväv etvai. Kaiser AlexanderSeverus liess einen Schwindler auf demForum transitorium an einen Pfahl ge-bunden im Rauch ersticken, praecone di-cente: fumo necatur, qui vendidit fumum(vgl. Friedländer Sittengesch. I 80). EineAnspielung auf diese Sitte findet sich auchin den Acta mart. Scillitan. (Ruinart 1194):proconsul per praeconem sanctos duciiussit.

Von dem Voraustragen des Titulus istRede in den Epist. Lugdun.: Attalus cumper amphitheatrum circumdueeretur, prae-cedente ipsum tabella (jtivaxoj aöxiv irpo-oqovxoj), in qua latino sermone inscriptumerat: hic est Attalus Christianus. Ebensoberichtet Bio Cassius (üb. XIV) von einemHerrn, der seinen Sklaven kreuzigen liess,wobei diesem über das Forum der Titulusvorausgetragen wurde: gsxd 7 pap.p.dx<uv x^vxixixv rrjt fiavaxtojseof 6r)Xouvx(ov. Und eben-so erzählt Sueton von Caligula, er habeeinem Sklaven, welcher im Speisesaalegestohlen, die Hände abhauen lassen undbefohlen, dass er ,praeeedente titulo, quicausam poenae indicaret, per coetus epu-lantium circumdueeretur 1 .

Angeheftet an den Pfahl, an welchemder Verurteilte angebunden stand, warder Titulus bei der Hinrichtung, überwelche Sueton im Leben des Domitian be-richtet: patrem familias, quod Threcemmyrmilloni parem, munerario imparemdixerat, detractum spectaculis in arenamcanibus obiecit cum hoc titulo: impie lo-cutus parmularius (vgl. Friedländer II 248).Ebenso war der Titulus angeheftet beider Hinrichtung der hl. Thekla (TiscliendorfActa Pauli et Theclae 53), die den wildenThieren preisgegeben wurde und daherauf der Catasta festgebunden stand: 6£aixt'a xvjx Liqpaeprjc aöxrjc Tjv; 'UpoauXoc. DenTitulus wird man auch in der Epist. Lug-

dunens. an der Stelle erwähnt finden dür-fen, wo es von dem Märtyrer VettiusEpagathus, der die Christen vor demRichter hatte vertheidigen wollen, heisst:in martyrum numerum relatus est, ,ad-voeatus Christianorum 1 iudicis elogio ap-pellatus.

Dass der T. s. c. Christi mit seiner In-schrift in lateinischer, griechischer undhebräischer (syro - chaldäischer) Sprachebei der Auffindung des Kreuzes durch diehl. Helena wieder gefunden wurde, be-hauptet der hl. Chrysostomus (Hom. 84 inIoannein): propter titulum Domini Cru-cem agnitam; nam latronum cruces titulosnon habebant. Dasselbe berichtet Sozo-menus, nach welchem auf einer weissenTafel die Worte standen: ’lqaoüj 6 Na£a-patoc 6 ßaaiXeuc x<üv ’louSaitov. Dass dieseTafel in der Kirche von Santa Croce diGerusalemme zu Rom aufbewahrt werde,ist eine sehr alte Ueberlieferung, wie sichaus den Reliquien-Inventaren der römi-schen Kirchen und aus Pilgerberichtenfrüherer Zeit ergiebt; man wusste jedochnichts die Stelle, wo sie war. Wieder ge-funden wurde sie Ende Januar 1494 beider durch den Titel-Cardinal Gundisalvide Mendoza, Primas von Toledo, ungeord-neten Restauration der Kirche, wo mansie ,in altiori pariete testudinis 1 , wie es ineinem Breve Alexanders VI vom Jahre1496 heisst, entdeckte. Es geschah andemselben Tage, an welchem die Kundevon der Eroberung Granada’s nach Romkam. Ueber die Auffindung giebt es meh-rere gleichzeitige Berichte, nämlich einSchreiben des Leonardus Sarzanensis adVolaterranum vom 4. Februar 1492; dieAngabe des päpstlichen CeremonienmeistersJohannes Burcardus vom 12. März des-selben Jahres, und das Tagebuch desStephanus Infessura (alle drei bei de Cor-rieris Do Sessorianis praecipuis passionisD. N. I. Chr. reliquiis 95 sq.). Trotzmancher Abweichungen stimmen die beidenersten darin überein, dass der Titulus ineiner Bleikapsel unter drei Wachssiegelnverschlossen war. Nach Burkard zeigtendie Siegel und das Brustbild eines Car-dinais die Umschrift: GERARDVS CARD.S. CRVCIS. Auf einem Ziegelstein, wel-cher die Kapsel in ihrer Wandvertiefungverschloss, waren auf der Innenseite unter-einander die beiden Worte eingegraben:TITVLVS CRVCIS. Nach de Corrieriskann jener Gerardus nur der spätere PapstLucius II (1144) gewoson sein, der dieKirche restaurirte; ob erst er bei dieserGelegenheit den Titulus in den Triumph-bogen einsetzte, oder ihn bloss recogno-scirto, muss unentschieden bleiben. Dasletztere ist das Wahrscheinlichere, wenn-