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Todtenbestattung.
stus bei seinem Descensus zuerst den Dra-chen, den ersten Urheber der Sünde, be-siegen, dann die Thore und Ketten desHades, endlich die Bande des Thanatoszerreissen lässt. Eine ganz ähnliche Ex-position des Descensus ad inferos lesenwir bei Basilius von Sdeucia (Hom. 24:ecce ascendimus Hierosolymam) und beidem Verfasser der häufig dem hl. Gregorvon Nazianz zugeschriebenen TragödieChristus patiens (v. 1526: aSi)v ootv havaxovisyupäic naxüSv). Zwei von dem Grafen V i-dua in Nubien gefundene Grabschriften
drücken denselben Gedanken also aus: 0 9CTtON I1NATON KAI I1AC1CAPK0C 0 TCON9ANAT(ON KATAPHCAC KAI AAHN KA-TAnA9ICAC (6 IIeoi xtüv TtvsujAaxiov v.al jta-arjc uapxo«, 6 xov Davaxov xaxappjaai y.al■xorjv xaxonraxr,aaj, C. I. Gr. 9120), und: 0TON 9ANAT0N KATAPTHCAC KAI TONAAHN nA9ACHC (C. I. Gr. 9121). ImEvangelium des Nicodemus tritt Christusden Tod mit Füssen — conculcans mor-tem; anderwärts wird er dagegen als denTeufel niedertretend gedacht: so beiMethodius, dem Patriarchen von Constan-tinopel, welcher in der Zeit des Kopro-nymus lebte ( Pitra Iur. eccl. Graec. 358;Cod. Mosch.; vgl. Garrucci Storia I 303,wo diese und andere Zeugnisse gesammeltsind): 6 Xpiaxoc iraxsT xov SiaßoXov xai b)s.i-pei xov ’Aöag. In dem Euchologion wird{Goar 424) Christus dagegen angerufen:6 xäv Ilavaxov xaxa-axrjaac, xov otaßoXov xa-xap-pfaai. Die Identificirung des Teufelsmit dem Hades und Thanatos scheint sichnoch lange bei den Byzantinern erhaltenzu haben (vgl. Georg. Pisid. ed. FogginiRom. 1777, 89, v. 45 f.). Auf einem Ge-mälde von S. Clemente in Rom sieht maneinen kräftigen, ganz in Flammen stecken-den Jüngling mit krausem Haar und gel-ber Hautfarbe, welcher Christus, der dieSeele Adams aus dem Limbus heraus-ziehen will, diese streitig macht. Garrucci1. c. 302 hält diese Figur für den Teu-fel, wol nicht mit Unrecht. Auf denspäteren Darstellungen des Descensus siehtman die Voreltern regelmässig demdem Rachen des Ungeheuers, entsteigen,welches ohne Zweifel T., Unterwelt undTeufel zugleich darstellen soll (vgl. d. Art.Teufel II 855).
Bemerkenswerth ist, dass das Maler-buch vom Berge Athos keine Anwei-sung zu einer Personification des Todesgiebt. Es liegt darin jedenfalls eine Be-stätigung dafür, dass solche Darstellun-gen der ältern christlichen Kunst nochfern lagen. Für die spätere Zeit sei aufWessely a. a. 0. hingewiesen.
TODTENBESTATTUNG. Bei allen Völ-kern war von jeher die Beerdigung dersterblichen Ueberreste mit religiösen Ce-remonien verbunden, wobei hier mehr,dort minder klar und bewusst der Glaubean die Fortdauer der Seele nach demTode und vielfach auch der Glaube aneine dereinstige Wiedervereinigung der-selben mit dem auferweckten Leibe seinenEinfluss ausübte. In letzterer Beziehungsei nur auf die Lehre Zoroasters verwie-sen, auf dessen Frage: ,da Wind undWasser die Reste des Leibes Qavontragen,wie soll er wieder hergestellt werden?“Ormuzd durch den Hinweis auf seine all-mächtige Schöpferkraft antwortet: so wieer der Schöpfer des Samenkorns sei, dasnach der Verwesung neu ausbricht, sowerde auch durch seine Kraft die Auf-erstehung des Fleisches geschehen (vgl.Döllinger Heidenth. u. Judenth. 382). Beiden Aegyptern war das Fortleben der ab-geschiedenen Seele sogar in gewisser Weisean die Erhaltung der Leiche geknüpft,und die ganze Religio funeratitia bei denGriechen, Etruskern und Römern hatte,wenn auch später in ihrer tiefem Bedeu-tung verwischt, sicherlich ihren Ursprungin dem Glauben an eine dereinstige Auf-erstehung und Wiedervereinigung des Lei-bes mit der Seele.
Indem das Christenthum diese Aufer-weckung des Fleisches am jüngsten Tagemit allem Nachdruck lehrte, so zwar, dassin den neutestamentlichen Schriften undbei den ältesten Vätern, sowie auf densymbolischen Darstellungen der Monumentekaum eine andere Lehre so laut und be-stimmt verkündigt wird, als diese, warfür die Gläubigen eine pietätvolle Behand-lung der Leichen, ,quibus tamquam or-ganis et vasis ad omnia bona opera san-ctus usus est Spiritus“ (Äug. De civ. DeiI 13), von selber gegeben. Dass diesesich an die unter den Juden und Heidenbestehenden Gebräuche bei den Todten-bestattungen anschloss, ist ebenso selbst-verständlich, als dass die Christen dabeieinerseits alles, was nach Idololatrieschmeckte, perhorrescirten und anderseitsihren Beerdigungen einen spezifisch christ-lichen Charakter aufprägten (über dieheidnischen Todtenbestattungen vgl. dieDarstellung bei Becker Gallus III 344 ff.,wo auch die weitere Litteratur angegebenist). Für eine würdige Bestattung ihrerAbgeschiedenen zu sorgen, galt bei denChristen als eine der wichtigsten Pflichten.Die römischen Presbyter bezeichnen inihrer Zuschrift an den Klerus von Kar-thago während der decischen Verfolgung[ es als Sache schwerster Verantwortlich-keit, falls in dieser Hinsicht etwas ver-
KRAUS.