Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Todtenbestattung.

omnino prohibemus (s. weitere Stellen beiBinyham XXIII 3, 18). Der hl. Gregor.Turoti. schildert uns sehr rührend dasBegräbniss der Aebtissin Radegundis, wo-bei die Klagen ihrer Nonnen sich mit demGesang der Psalmen mischten: transeunti-bus autem nobis sub muro (monasterii),iterum caterva virginum per fenestras tur-rium et ipsa muri propugnacula voces pro-ferre ac lamentari desuper coepit, ita ut... et ipsi clerici, quorum erat psallendiofficium, vix inter singultus et lacrymasantiphonam poterant explicare.

Der Gebrauch der Fackeln undLichter war bei den nächtlichen Be-gräbnissen von selbst geboten, blieb aberauch bei den Bestattungen, die bei Tagevorgenommen wurden. Für erstere Sittezeugt die Nachricht in der Passio Cypr.:eius corpus ... in proximo positum estcum cereis et scolacibus; für die spätereZeit Hieronymus (Ep. 27 ad Eustoch.), wo-nach bei dem Begräbniss der hl. Paula ,aliipontifices lampades cereosque praefere-bant“. Beim Begräbniss der hl. Macrinatrugen alle Theilnehmer brennende Wachs-kerzen (Greg. Nyss. Yit. Macr.: ix y.rjpooXa(«ro8ae ’dyovtts toxvts?). ,Sage mir, 1 fragtder hl. Chrysostomus, die Sitte erläuternd(Hom. 4 in Hebr.), ,was bedeuten dieschimmernden Lichter ? (w ßouXovxat tu Xap.-waSes dl cpaiöpod;) Ist es nicht, um dieVerstorbenen wie siegreiche Kämpfer heim-zugeleiten? 1

6) Wie die Heiden, so trugen auch beiden Christen die Angehörigen und Leid-tragenden beim Begräbniss Trauerklei-der (toga pulla, Cic. In Vat. 12, 30). Derhl. Cyprian (De mortal.) mahnt die Gläu-bigen davon ab, bei der Bestattung derMärtyrer schwarze Kleider anzulegen, wojene weisse Gewänder tragen (nec acci-piendas esse heic atras vestes, quando illiibi indumenta alba iam sumpserint). Hie-ronymus lobt den Iulianus (Ep. 34), dasser beim Tode seiner Töchter des einfal-lenden Martyrerfestes wegen die Trauer-kleider abgelegt habe: quod in quadra-gesimo die dormitionis earum lugubremvestem mutaveris et dedicatio ossium mar-tyris candida tibi vestimenta reddiderit.Bei den alten Römern währte die Zeit derTrauer neun Tage und schloss mit einemOpfer, das man den Manen des Todtenbrachte; nach der eben angeführten Stelledes hl. Hieronymus dauerte sie bei denChristen wenigstens in der nachconstanti-nischen Zeit, viel länger, vielleicht einvolles Jahr. Wie man überhaupt dieschwarze Farbe als die der Trauer be-trachtete, und auch die Kirchen und Al-täre zum Zeichen der Trauer mit schwar-zen Vorhängen bekleidete, ergiebt sich

aus einer von Thiel (Ep. Rom. Pont. 185)citirten Nachricht des Lectors Theodorusvom J. 476, wonach der Bischof Acacius inseiner Bedrängniss durch die Arianer ,se-metipsum et cathedram atque altare nigrisvestibus obtexit.

In der nachconstantinischen Zeit erfolgtedie Beisetzung der Leiche vielfach erstam dritten oder vierten Tage, nachdem siein die Kirche übertragen worden war, wiesich sowol aus Evodius (Ep. August. 258)ergiebt (per triduum hymnis Dominumcollaudavimus super sepulcrum ipsius etredemptionis sacramenta tertio die obtuli-mus), als auch aus Gregor. Turm. (Degl. conf. 104): abluta iuxta morem (b. Pe-lagia) collocatur in feretro et in ecclesiamdeportatur. Quarto vero die, priusquamsepeliretur etc. Gegenwärtig werden inRom die Leichen 24 Stunden nach demHinscheiden begraben, und dies wird auchim Allgemeinen wol im Alterthum dasGewöhnliche gewesen sein. Während dieHeiden das Grab verliessen mit dem Zu-rufe ,Vale‘, oder ,Have anima candida“,,Terra tibi levis sit“, ,Molliter cubent ossa“u. dgl. (vgl. Becker Gallus III 377), schie-den die Christen von dem Grabe mit derAcclamation: ,vivas in Deo, Spiritus tuusin pace“ u. ähnl. (vgl. de Rossi R. S. II300).

7) Die Anwendung von hölzernenSärgen wird uns aus den verschiedenstenZeiten berichtet. So ruhte die hl. Cae-cilia in einem solchen Sarge von Cypressen-holz, der wiederum in den Marmor-Sarko-phag eingelassen w r ar; von der hl. Rade-gundis berichtet der hl. Greg. Turon. (Degl. conf. 106): providentia ahbatissae cap-sam ligneam fecerat, in qua corpus aro-matibus conditum incluserat, et ob hocfossa sepulturae spatiosior erat, ita utablatis duorum sepulcrorum singulis spon-dis, ac de latere iuncta capsa cum sanctisartubus locaretur. —■ Ebenso kamen auchhäufig Bleisärge in Anwendung. So wirdvon den beiden Märtyrern Abdon und Sen-nen erzählt, dass der Subdiakon Quirinus siein ,arca plumbea“ deponirte und so langeZeit in seinem Hause bewahrte (de RossiR. S. II 63); Cavedoni (Ragguaglio archeol.di un gruppo di sepolcri antichi) berichtetüber einen 1866 in Modena gefundenenBleisarg und weist dann eingehend denGebrauch solcher Särge bei den Christenim 3. und 4. Jahrh. nach; de Rossi (R. S.I 95) erwähnt solche, die in Arles, in Terniund an anderen Orten, besonders aber zweihöchst interessante, welche in Said in Phö-nicien gefunden wurden und die er (Bull.1873, 78) eingehend beschrieben hat (s. das.tav. IV; vgl. oben I 168). Die Beisetzungin Sarkophagen reicht bis in die Anfängo