Topographie und Museographie.
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strenge
rorum, wie der hl. Hieronymus sich aus-drückt (In Isai. II 2), das ist die Corona,der den Bischof bei der Feier der heili-gen Geheimnisse umgebende Kranz derPriester; und es entspricht gewiss ganzdem Geist der alten Kirche, die den Bi-schof so enge mit seinem Klerus verbun-den dachte, daraus die Benennung für denBischof zu entnehmen. Wenn endlich Cy-rill von Jerusalem sagt: apostoli virtuticoronam quandam sancti Spiritus gratiamcapitibus suis adaptarunt, ,sie haben dieGnade des hl. Geistes wie einen Kranzum ihre Häupter gelegt“, so mag darausallerdings eine Erklärung der Corona alsSymbol jener Fülle des hl. Geistes ab-zuleiten sein, die auf den Aposteln undihren Nachfolgern im Oberhirtenamteruhte; allein der Brauch der eigentlichenT. oder Corona zu jener Zeit lässt sichaus den Wortennicht
nachweisen.
Was die Mo-numente betrifft,so findet sich beiden Heiligen-Figuren auf denGoldgläsern kei-ne Spur von einerT.; dasselbe giltvon allen altenGemälden derKatakomben.Auf den Mosai-ken dagegen be-ginnt seit derMitte des 5. Jh.die T., und zwarerscheint sienicht nur bei spä-teren Heiligen,sondern auch beiAposteln und Propheten, wie in S. Apol-linare nuovo und in S. Pietro Crisologozu Ravenna u. a. Dabei ist zu beachten,dass der hl. Petrus ständig und überallmit diesem Haarkranz erscheint: ein Be-weis, wie alt die oben erwähnte Legendeist; auf dem ältesten Mosaik in S. Pu-denziana hat der Apostel noch die ge-wöhnliche Haartracht, ebenso auf dem inS. Sabina (um 425). In S. Ambrogio zuMailand hat der hl. Gervasius einen dop-pelten Kranz von Haaren, die übrigenHeiligen dagegen haben ganz kurz ge-schnittenes Haar; in S. Lorenzo in agroVerano tragen der Apostel Petrus, diebeiden Diakonen Laurentius und Stepha-nus, sowie der Papst Pelagius die T.; inS. Vitale zu Ravenna erscheinen ebenfallsdie beiden den Bischof Maximianus be-gleitenden Diakonen mit der Corona. Auf
Fig. 508. Fresco aus S. Callistoder hl. Cornelius (de RossiR. 8. I, tav. VI).
den späteren Katakombenbildern habendie Päpste und Bischöfe die grosse T.;wir erinnern nur an die Figuren in derGrabkapelle des Papstes Cornelius (s. uns.Fig. 508). DE WAAL.
TOPOGRAPHIE und MUSEOGRAPHIE.
Die Topographie hat in der Archäologieihre Stellung als Hülfswissenscliaf't derDenkmäler-Kunde; sie hat es, inihrem weitesten Sinne, mit der Erfor-schung jener Localitäten zu thun, welche,Sitze menschlicher Cultur, die Naturmenschlicher Anlagen bestimmt haben,von den sie besiedelnden Menschen aberauch vielfach modificirt worden sind. DerArchäologe wird zunächst durch die Fragenach Fundort und Fundgeschichte seinerKunstgegenstände auf die Topographiehingewiesen und kann der topographischenUnterlage und gewissermassen des land-schaftlichen Hintergrundes nicht entbeh-ren, wo er ein irgendwie erschöpfendes undumfassendes Gesammtbild zeichnen will.
Für den christlichen Archäologen imBesondern kommt die Topographie der-jenigen Orte in Betracht, welche denHauptreichthum altchristlicher Reste zuTage gefördert haben. Es versteht sich,dass das in erster Linie die Katakom-ben und Coemeterien sind, wie wirsie I 307 f. und II 98 ff. erörtert und auf-gezählt haben. In zweiter Linie hat sichunsere Topographie mit der Statistikder altchristlichen Kirchen zu be-schäftigen, wie das in unseren ArtikelnBasilika I 129, Centralbauten I 201 f.,Rotunden II 701 und Taufkirchen II 839geschehen ist; als Supplement dazu darfdie Statistik der Elfenbeine I 404, Mo-saiken II 422, Münzen II 433, Ringe II694, Sarkophage II 726 u. s. f. erscheinen.
Als ein Anhang zu dieser Geogra-phie der Kunstüberreste wäre einearchäologische Productenkarte anzu-sehen, wie sie z. B. Mionnet für die Mün-zen gegeben, wie sie für unser Gebietaber leider noch nicht unternommen odergeliefert worden ist. Wir hoffen, in einerspätem Auflage dieses Werkes auch die-ser Aufgabe zu entsprechen.
Die Museographie hat sich mit derAufbewahrung der Kunstobjecte in öffent-lichen oder Privatsammlungen zu beschäf-tigen. Für die profane Alterthumswissen-schaft ist diese besonders durch Ed. Ger-hard (vgl. dessen Grundriss der Archäol.,Berlin 1853, 11, und: Ueber archäolog.Sammlungen u. Studien, Berl. 1860) in denOrganismus derselben eingeführte Ilülfs-wissenschaft selbstverständlich eine über-aus umfassende und ausgedehnte: derI christliche Archäologe hat nur wenige Mu-