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Tonsur.
gens trugen die Stoiker ihr Haar kurzgeschoren.
In Betreff der Pflege des Haares hatteschon der hl. Paulus (I Kor. 11) die kirch-lichen Grundsätze ausgesprochen, dass eseine Schande für einen christlichen Mannsei, ,si comam nutriat*; dahingegen solledas Weib die Haare wachsen lassen, ,quo-niam capilli pro velamine ei dati sunt 1 .Daher erscheint der Völkerapostel in denActen der hl. Thekla ,attonso capite*; The-kla selber aber, die ihm in Mannskleidernzu folgen wünscht, bittet ihn: tonde me,ut sequar te. Uebrigens war diese T.keine rasirte, sondern bloss kurz geschnit-ten, zum Gegensatz gegen die Isispriester,welche den Kopf rasirten ( Bingham YII 3,n. 6), ja die ältesten Bildnisse des Völker-apostels zeigen ihn uns nicht einmal mitbesonders kurz geschnittenem Haar.
Die Einführung der eigentlichen T. oderCorona wird von den spätem Schriftstellerndem hl. Petrus zugeschrieben. Germanusvon Constantinopel (Rer. eccl. theor. VIII,Bibi. Patr.) sagt: duplex corona circum-posita capiti sacerdotis imaginem refertvenerandi capitis Apostoli Petri, qui cummissus esset ad praedicationem Domini etmagistri, ei tonsa est ab eis, qui eius ser-moni non credebant, ut illuderetur abipsis. Eique magister Christus benedixit,et infamiam in honorem, illusionem ingloriam convertit. Sophronius von Jeru-salem, der um 630 lebte, schreibt in sei-nem Comment. liturg. {Mai Spicil. V 35):,die runde T. (atpo-ffuX^ xoupd) auf demKopfe des Priesters weist auf die Dornen-krone hin; der doppelte Kranz der Haareerinnert an die ehrenvolle T. des Apostel-fürsten, durch welche er von den Ungläu-bigen verspottet wurde (?)v arcoxapsl; ur.oT(üv ausiflouvTov eveitafSexo), die aber Chri-stus segnete.* Auch der hl. Gregor vonTours führt die T. auf den hl. Petrus zu-rück: ad humilitatem docendam caput de-super tondere instituit. Der hl. Alähelm,der im 7. Jahrh. schrieb, führt eine Reihevon Gründen an, weshalb der hl. Petrusdie T. vorgeschrieben habe (Ep. ad Ge-runt.): zur Erinnerung an die Dornen-krone, zur Unterscheidung von den alt-testamentlichen Priestern und zur Demü-thigung, da die Römer ihre Kriegsgefan-genen ,sub corona* verkauft hätten. Uebri-gens berichtet derselbe Alähelm, dass zuseiner Zeit neben dieser Legende eineandere parallel lief, wonach die T. nichtvon Petrus, sondern von Simon Maguseingeführt sei, weshalb denn auch in man-chen Gegenden ,sacerdotes et clerici ton-suram s. Petri pertinaciter refutabant*.
Fragen wir nun, was über den in derKirche in Uebung stehenden Brauch die
Quellen und Monumente sagen, so er-scheint im 4. Jahrh. das kurz geschnitteneHaar als Erkennungszeichen der Geist-lichkeit. Prudentius (Peristeph. XIII) lässtsogar den hl. Cyprian, bevor er in denKlerus aufgenommen wurde, die Haarekurz schneiden: deflua caesaries compesci-tur ad breves capillos. Papst Damasusund der hl. Hieronymus bezeugen die Sittefür ihre Zeit; jener, indem er seinen Ta-del ausspricht über einen Kleriker, ,quicomatus ordinatus fuerat*; dieser (AdEzech. 44, 20), indem er als allgemeineSitte hinstellt, dass die Geistlichen dasHaar kurz geschnitten trügen. Wie eben-derselbe Kirchenvater uns berichtet (Ep.58 ad Sabinianam), war es in den Frauen-klöstern Aegyptens und Syriens Sitte, ,uttarn virgo quam vidua, quae se Deo vo-verint, crinem monasteriorum matribusofferant desecandam*. Auch Gregor vonTours (Mirac. 77) sagt von einem zumPriester geweihten Abte: humiliatis ca-pillis abbatis sortitus est ordinem. Dassaber, wenigstens in Gallien, die Mönchenicht durchgehende kurzes Haar trugen,ergiebt sich sowol aus der eben angeführ-ten Stelle, als auch aus einem andernBerichte Gregors (De glor. conf. 38), woer von dem wunderbaren Feuer über demKopfe eines Ordensmannes erzählt: quam-quam coma in sublimi producta excreve-rit, non tarnen flamma noxia erat capiti.Manche Archäologen halten die eigent-liche Corona für eine Auszeichnung derBischöfe und Priester und führen daraufdie gebräuchliche Formel zurück, mit wel-cher man dieselben anzureden pflegte. Soschreibt der hl. Hieronymus (Ep. 77) anden hl. Augustinus: fratres tuos, ut no-mine salutis, precor coronam tuam; Au-gustinus (Ep. 33): per coronam nostramnos adiurant vestri; Sidonius Apoll, (lib.VII 8): de minimis rebus coronam tuammaximisque consulerem. Leo M. schreibt:iubere dignata est corona vestra, und ineinem Briefe an ihn heisSt es: episcopusnoster maxime coronae vestrae gratiammeruit. In einem Gesetz des Kaisers Va-lentinian begegnet uns der Ausdruck:Pontifex Romanus, qui princeps est epi-scopalis eoronao. Wenn nun nach diesenCitaten es auch zugegeben werden muss,dass man bei der Anrede an die Bischöfefür das Du die Umschreibung ,corona ve-stra* gebrauchte, so dürfte die Ableitungdoch wol eher von der Corona presbyteriikommen, wie schon der hl. Ignatius andie Epheser schreibt: confirmamini in dog-matibus Domini cum dignissimo episcopovestro et spirituali corona presbyterii ve-stri et secundum Dominum agentibus dia-conis. Der Senat, der Cootus prosbyte-