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Translation.
sung, nähere Umstände und Wiederholungder T. sind so wenig zuverlässig und da-her so vieldeutig, dass Hypothesen Thürund Thor geöffnet sind (vgl. Kraus R. S.590—592; V. Schnitze Archäol. Stud. 220bis 255; Zeitschr. f. K.-Gesch. Gotha 1884,YII 1—49; neuestens Duchesne Lib. Pontif.Introd. § 39—43, CIV— CVII).— Als nachBeendigung der Verfolgungen die dank-bare Kirche die Verehrung ihrer Märtyrersteigerte und die Städte in den Märtyrern,deren Reliquien sie besassen, ihre mäch-tigen Schutzpatrone verehrten (vgl. Paulin.Kol. Natal. II 20 f.; Theodoret. Graee.affect. cur. disp. VIII, Opp. ed. SchnitzeIV 902. 912. 915), war auch das Strebender ersten christlichen Kaiser dahin ge-richtet, ihre neue Residenz dieses Schutzestheilhaftig zn machen. Im J. 356 über-trug Constantius die Reliquien des Timo-theus aus Ephesus in Ionien, und 357diejenigen des Andreas und Lucas ausAchaia nach Constantinopel ( Philostorg.Hist. eccl. III 2; Theodor. Lect. Hist,eccl. II 61; Hieron. Chron., Vetustioralat. script. chronica ed. Th. Roncalli, Pa-tavii 1787, I 506; Prosp. Chron. ed. Ron-calli I 626 f.; Fasti consul. Idatiani ed.Roncalli II 90). Wenn aber schon derum 400 singende Paulin. Kol. (Poem. XIX321) und die von Mommsen hinter dem,Chronographen von 354‘ abgedruckten(bis 533 reichenden) Fasti (Abhandl. derphil.-hist. Klasse der säclis. Ges. der Wis-sensch. I 664) die T. dem Kaiser Con-stantin (336) zuschreiben, so lässt sich dasnur daraus erklären, dass allerdings schonConstantin den Bau der Apostelbasilikain jener Absicht begonnen ( Socrat. Hist,eccl. I 26) und dass man, wie es scheint,im Abendland geneigt war, rühmenswertheThaten des verhassten arianischen Sohnesseinem berühmtem Vater beizulegen (Zeit-schrift f. K.-Geseh. VII 48); dagegen kannder Name Constantins bei Hieron. Adv.Vigil. 5 und De scriptor. eccl. 8 ange-sichts der klaren Nachricht seiner Chroniknur ein späterer Schreibfehler für Con-stantius sein. [Zu Ende des 4. Jahrli. wirdvon den Gesta Trevirorum die T. der Ge-beine des 358 im Exil in Phrygien ver-storbenen Bischofs Paulinus von Trier er-wähnt: — eine Angabe, welche von derKritik gewöhnlich mit Geringschätzungbehandelt, jüngst aber durch den hoch-interessanten Befund des Reliquiengrabesvon St. Paulin in Trier eine sehr starkeBeglaubigung erfahren hat (vgl. SchneiderDie Krypta v. St. Paulin zu Trier, Gut-achten u. s. f., Mainz 1883; ders. Bonn.Jahrb. LXXVIII; Hettner Westd. Zeitschr.III 1. 30 f.; Kraus Repert. f. Kunstw.1885, VIII 350). Die Gebeine lagen in
einem jedenfalls aus dem Orient herüber-gesandten Cedernholzsarg, der mit alt-christlichen Monogrammen etc. geschmücktwar. K.J Unter Theodosius I. erfolgtesodann die T. der Reliquien der MärtyrerTerentius u. Africanus nach Constantinopel{Theod.-Lect. II 62), unter Areadius (406)diejenige der Gebeine des Propheten Sa-muel (1. c. II 63), wobei das Volk allerKirchen den hl. Reliquien entgegenging,,so dass von Palästina bis nach Chalcedoneine Volksprocession sich an die anderereihte und in das Lob Christi einmiithigeinstimmte 1 ( Hieron . Adv. Vigil. 5). Nach-dem die Ruhestätte der Reliquien derhl. Stephanus, Gamaliel und Nikodemusdem Presbyter Lucian geoffenbart worden
(415) , brachte Orosius, welcher in Augu-stins Auftrag zu Hieronymus in den Orientreiste, Stephanus-Reliquien nach Africa
(416) ; Eudoxia aber, die Gemahlin Theo-dosius’ II., brachte (439) den Leib deshl. Stephanus nach Constantinopel ( Mar -cell. Com. Chron. ed. Roncalli II 279. 285,vgl. 259 f.; Theod. Lect. II 64). Theo-dosius II. liess auch die Reliquien deshl. Ignatius aus dem Coemeterium ,extraportam Daphniticam 1 , wo sie bestattetruhten ( Hieron. De script. eccl.), in eineinnerhalb der Stadt gelegene Kirche feier-lich übertragen ( Evagrii Ilist. eccl. I 16;Chrysost. Hom. in Ignat. ed. Montfauc. II)und ebenso die Ueberreste des hl. Chry-sostomus von Komana in Armenien, wosie seit 407 neben dem Reliquienschreindes Märtyrers Basiliscus beigesetzt waren,in die Kaiserstadt zurückführen; ,das gläu-bige Volk bedeckte mit Fackeln den Aus-gang des Bosporus zur Propontis hin, in-dem sie zu Schiffe das Meer, als wäre esFestland, durchzogen 1 ( Theodoret. Hist,eccl. V 34. 36). Unter Leo I. (457—474)wurden endlich von Sirmium die Gebeineder Märtyrin Anastasia nach Constantinopeltransferirt ( Theodor. Lect. II 65). KeineT. der orientalischen Kirche ist aber öfterberichtet und mehr gefeiert worden, alsdiejenige des Märtyrers Babylas, welcheIulian (362) anordnete, als der daphnischeApollo (bei Antiochien) wegen der Näheder Reliquien das Orakel versagte; dieChristen ,betraten mit Freuden die Weihe-stätte, luden den Reliquienschrein auf einGefährt und begleiteten denselben alle inChören, wobei sie davidische Psalmen san-gen und zu jedem Vers den Refrain: zuSchanden werden sollen alle, welche dieGötzenbilder anbeten 1 , Ps. 96,7 ( Theodoret.Hist. eccl. III 6; vgl. Socrat. III 16; So-zom. V 19. 20; Evagr. I 16; Philostorg.VII 8; Rufin. Hist. eccl. II 36; Chrysost.Expos, in Ps. CX c. 4; Hom. de s. Babyl.c. 2 f.; Liber in s. Babyl. contra Iulian.