Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Vasa — Velum.

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dass Folge. Mart. c. 14 calix Christi —passio yorkommt.

VASA, Gefässe, s. d. Art. I 578 f.

VASA DIATBETA, s. I 615 f.

VASA OBRENDARIA, s. d. Art. Obren-darium II 517.

VASA SACRA, s. Geräthe I 597.

VATERUNSER, s. Gebet des Herrn I 561.

VATES, s. Wahrsager.

VELAMEN MYSTICUM. Es ist schonoben (Taufe II 831) von der Stirnbindedie Rede gewesen, welche die Neophytennach der Taufe trugen und mit der Albatunica am achten Tage ablegten, und istdort mit Recht gesagt worden, dass dieseSitte schwerlich sehr alt ist. Martigny 776führt allerdings Aug. Serm. 366: velandasunt capita eorum, quod est indiciumlibertatis, dafür an, und dies wäre in derThat das älteste Zeugniss für das V. m.,die Echtheit des Sermons vorausgesetzt;denn Greg. 31. Ep. Y 17 ad Ianuar. (bir-rum album, quo se fonte surgens indutusfuerat) bezieht sich auf das Taufkleid,nicht auf den Kopfputz. Alle anderen Be-lege ( Theodulph. Aurel. De bapt. c. 16;Iihab. Maur. De instit. der. I 29; Theod.Cantabr. De poenit.; Ordo rom. De sabb.sancto: deportantur ipsi infantes ante eumet dat singulis stolam candidam et chris-male) gehören dem MA. an. Dass dasV. m. auch Chrismale hiess, lehrt uns dieangezogene Stelle des Ordo rom. und Albi-nus Flaccus, welcher die symbolische Be-deutung desselben also erklärt: sacrochrismate caput perungitur, et mysticotegitur velamine, ut intellegat se diademaregni et sacerdotii dignitatem portare.3Iartigny 1 . c. erinnert indessen, abgesehenvon der Bezeichnung der Taufe als Myste-rium 'mx l'oyiy.» ( Ambros. De spir. s. c. 2;Ilieron. zu Arnos c. 6; Isidor. Hisp. De offic.III 20), an die von Durandus (Rat. div.offic. VT, cap. de sabb.) gegebene Erklä-rung, wonach der rothe Saum um das blen-dend weisse Linnen des Y. m., wie es zuDurands Zeiten noch in der Kirche zuNarbonne üblich war, an die Passion desHerrn mahnen sollte. Dieselbe Sitte sollnoch bei den Aethiopiern bestehen ( Vice-com. De rit. bapt. 754).

Das Y. m. wurde den Armen von derKirche geliefert, diente aber dann mehre-ren Personen. Reiche kauften es sich sel-ber. . Ivo Carn. (Serm. de sacr. neophyt.)scheint anzunehmen, dass es einer beson-dern Benediction unterzogen wurde. Nachder im Baptisterium vor sich gehendenDeposition blieb es Eigenthum der Kirche.

Soweit ich die Schatzverzeichnisse u. s. f.des MA.s kenne, hat sich kein Exemplareines V. m. erhalten. kraus.

VELUM. I. Synonyma sind Velothera,Cortinae, Alae, Tetravela, rapa-, irepi-,xa-aTTSTayu.a, 7rpoy.dfXup.iAa , aöXaia, xaTaßXr)p.a,yaXuiTTpa, ap.^i&upa. Die Vorhänge fandenim antiken Tempel, sowie in Privat-häusern eine sehr mannigfache Verwen-dung. In der Stiftshütte hing ein Vor-hang zwischen dem Allerheiligsten undHeiligen (Exod. 26, 36), sowie zwischendem Heiligen und dem Vorhofe (Exod.27, 21); im salomonischen Tempel warersterer Vorhang 40 Ellen lang, 20 Ellenbreit, bestand aus 82 Myriaden Fäden(Mischnah, Schekalim VIII 5) und sinn-hildete das Fleisch Christi ( Cyrill. Alex.De adorat. X; Hebr. 10, 20), durch dessenTod der Eingang in das Allerheiligste wie-der geöffnet wurde. Dass auch Vorhängein heidnischen Tempeln vor Götterbilderngebräuchlich waren, erfahren wir vonApuleius Metam. XI 20 und von ClemensAlex., der Paedag. III 2 sich darüberlustig macht, dass ägyptische Priester mitgewaltiger Amtsmiene einen Vorhang he-ben und eine Katze, ein Krokodil odereine Schlange als Gott vorzeigen. DasGleiche wissen wir in Bezug auf die Göt-terbilder der Griechen und Römer ausOvid. Fast. II 563 u. A. Unschwer ist zuvermuthen, dass diese Vorhänge das Götter-bild gegen elementare Einflüsse schützen,zugleich aber den Gott in grösseres Ge-heimniss hüllen sollten.

Im antiken Hause dienten Vorhängeim Porticus zwischen den Säulen zur De-coration ( Propert. El. II 23); im Innernersetzten sie, an eigenen Gerüsten (sca-bella) hängend, die Zwischenmauern oderbekleideten "Wände und Decken, wie Mar-tial. (Ep. XIV 150: cubicularia polymita),ein Basrelief im Britischen Museum unddie heute noch in römischen Bürgershäu-sern bestehende Praxis zeigen. Dass Vor-hänge auch in Theatern ( Vergil. Georg.III 25), in Gerichtssälen ( Chrys. In Matth,hom. 16, n. 4), bei grossen Festgelagen(Esth. 1, 6), bei Triumphzügen (Plin. Hist,nat. XXXV 7) in Anwendung kamen, istselbstverständlich. Näheres Semper DerStil, 1860, I 278 ff.; Bötticher Tektonikder Hellenen II 4, 196. 287.

Ohne Kenntniss der textilen Decorationim Alterthum ist die analoge Verwendungder Vorhänge in den christlichen Ba-siliken kaum zu erklären. Hier findensich die Vorhänge zunächst an den Tliü-ren, sei es, dass sie Holz- oder Metall-thüron im Innern der Kirche wirklich er-setzten, oder nur während des Tages bei

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