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Verleumdung — Verleumdungen.
Mund erhebt (vgl. Ovid. Metam. 26, 53;Aug. De civ. Dei XVIII 5; Martian. Capell.I, Schlussvers; vgl. die Darstellungen desHarpokrates, Bottari II 2 und Mercur ib.
Fig. 519. Fresco aus S- Ciriaca (de Ilossi).
II 64). Der Herr ist meist mit ausge-streckter und zwar zurückgeschlagenerHand, aus der nur drei Finger hervor-treten, dargestellt — eine Anspielung aufdie dreimalige Verleugnung (Matth 16, 35).
Die Scene, wo Petrus vor der Magd denHerrn verleugnet, ist einigemal darge-stellt: auf einem Sarkophag {Bosio R. S.87, wo der Hahn auf einer Säule zwischenbeiden steht, s. uns. Fig. 520), auf der
Fig. 520. Von einem Sarkophag (Bosio 87).
Lipsanothek in Brescia (Garrucci tav.CCCCXL: ganz ähnliche Disposition) undauf dem Elfenbein des Brit. Museums (ib.tav. CCCCXLVI *, wo Petrus am Kohlen-feuer sitzt).
Charakteristisch war der Broneehahnauf einer Porphyrsäule, der frühervor der Lateranbasilika stand (RasponiDe basil. later. I 14) und der als Nach-klang dieser Darstellung der V. P. in deraltchristlichen Kunst ohne Zweifel für
den Nachfolger Petri eine Warnung vorSchwäche bieten sollte. kraus.
VERLEUMDUNG (calumnia) wird öftervon den Kirchenvätern, wie Aug. (Possi -dius Vita Aug. 22), Hieron. (Ep. 14 adCelant.), scharf bekämpft. Man vgl. Bing-ham VII 512 f.
VERLEUMDUNGEN der alten Chri-sten. Das Wort des Herrn: ,wenn siemich verfolgt haben, so werden sie aucheuch verfolgen 4 (Joh. 15, 20), ging reich-lich in Erfüllung, und nicht der geringsteTheil der Verfolgung, die den Christender ersten Jahrhunderte widerfuhr, be-steht in den V., mit denen sie überhäuftwurden, indem dieselben ihnen bei ihrenheidnischen Zeitgenossen nicht bloss ihrenguten Namen raubten, sondern auch gros-sentheils die Grundlage und Voraussetzungder furchtbaren Leiden bilden, die übersie hereinbrachen. Sie sind theils reli-giös-sittlicher, theils politisch-socia-ler Art, und in jener Beziehung wurdendie Christen vor Allem der Gottesleugnungbezichtigt. Der Vorwurf tauchte schonsehr frühe auf, und das vermeintliche Ver-brechen der dflsotrjc kostete bereits demSenator Flavius Clemens, dem Vetter Do-mitians, das Leben, seiner Gattin Domi-tilla die Heimat (Dio Cass. 67, 14). Waszu der Anklage Anlass gab, ist leicht zuerkennen. Es war der reine Gottesglaubeund die reine Gottesverehrung der Chri-sten, indem sie nicht bloss mit den Judengeläutertere religiöse Vorstellungen hat-ten , sondern Gott noch überdies aufreinere Weise dienten als diese, sofernsie ihm nur geistige Opfer darbrach-ten , so dass es den Heiden mit ihrengrob-sinnlichen religiösen Vorstellungenallerdings Vorkommen konnte, sie glaubtenan keinen Gott. Die Beschuldigung grifftief ein. Die feindlich gesinnte Mengenannte die Christen nicht selten geradezuAtheisten, indem sie sie mit dieser Be-zeichnung zum Tod forderte ( Polyc . Mart,c. 3), wie umgekehrt der Ausruf: ,hinwegmit den Atheisten 4 (ib. 9, 2), als ein Zei-chen des Abfalls galt, und da der Atheistbei der Bedeutung, die das Alterthum derReligion wie für das Leben des Einzelnen,so für das Leben des Volkes zuerkannte,als ein Mann ohne Sittlichkeit und Tu-gend erschien, so bemühten sich lustin(Apol. I 6. 13) und Athenagoras (Leg.3 ff.) ernstlich, die Beschuldigung zu wi-derlegen. Terlullian (Apol. c. 10 ff.) ver-theidigte die Christen nur mehr wegen ihrerWeigerung, die staatlichen Götter zu ver-ehren, und daraus dürfte erhellen, dassjener Vorwurf um das J. 200 bereits