Wallfahrten.
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Syrien und Palästina, sondern auch denSinai und Mesopotamien umfasst ( ToblerI, p. XXY—XXIX u. 91—138).
II. Neben dem hl. Lande war frühzei-tig Rom das Ziel frommer Reisen. Ori-genes ,verweilte zur Zeit des römischenBischofs Zephyrinus (211) in Rom, weiler die uralte Kirche der Römer zu sehenwünschte 1 (Euseb. H. e. VI 14). Monu-mentale Quellen übertreffen aber hier dieschriftlichen an Ergiebigkeit der Nach-richten; es sind das die Graffiti der Kata-komben, Kritzeleien von der Hand christ-licher Pilger, welche die Namen theurerVerwandten und Freunde mit irgend einemfrommen Stossgebete für ihre Wohlfahrtan den Martyrergräbern einzeichneten (deRosst R. S. I 172—174), wie der Palästina-pilger aus Piacenza die Namen seiner El-tern im Hochzeitssaal zu Kana in Gali-laea einzeichnete (Anton. Peramb. locor.sanct. c. 4, ed. Tobler p. 93). FolgendeGraffiti am Eingang der Papstkrypta vonS. Callisto in Rom: MARCIANVM SVC-
Dutzend solcher Einzeichnungen, die selbstüber die Kleidung des Bildes des hl. Cor-nelius hinweggehen (deRossi R. S. I 285,tav. VI; Kraus R. S. 196, tav. X), Na-men von Personen, die hierherkamen, umselbst das hl. Opfer darzubringen oderAndern dabei zu assistiren, z. B. LEO PRB.,PETR VS PRB., THEODORVS PRB., KY-PRIANVS DIACONVS u. dgl. Auch dieMarmorplatte, mit welcher das Grab deshl. Cornelius verschlossen war (s. uns.Fig. 525), trägt Graffiti, unter denen mandie Namen TVFILATVS (für Theophi-lactus), PETRS (Petrus), ATRIANVS,LEO, rPtrOPI hat entziffern können (deRossi R. S. I 294, tav. IV 2 ). GrössereGewähr dafür, dass die Graffiti nicht voneinheimischen, sondern von fremden Pil-gern, also von eigentlichen Wallfahrernherrühren, ist vorhanden, wenn schon dieNamen Ausländer verrathen, wie z. B.auf dem Bilde der hl. Caecilia (in derenKrypta) der longobardische Name Ilde-brandus, derjenige eines angelsächsischen
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Fig. 525. Epitaph des hl. Cornelius (de Rossi R. S. I 285, tav. IV).
CESSVM SEVERVM SPIRITA SANCTAIN MENTE HAVETE ET OMNES FRA-TRES NOSTROS. PETITE SPIRITASANCTA VT VERECVNDVS CVM SVISBENE NAVIGET. OTIA PETITE ETPRO PARENTE ET PRO FRATRIBVSEIVS. VIBANT CVM BONO. SANCTESVSTE IN MENTE IIABEAS IN HO-RATIONES AVRELIV REPENTINV.A10NYCIN EIC MNIAN £X£TA1 (für s-/ete)gehören wegen der Einfachheit und war-men Liebe, welche in diesen kurzen Ge-beten herrscht und sehr verschieden istvon den trockenen und wortreichen Grab-schriften des 4. und 5. Jahrh., wegen derAnwendung des römischen Dreinamen-systems, wegen sprachlicher Eigenthüm-lichkeiten (spirita statt Spiritus) zweifellosnoch dem 3. Jahrh. an (de Rossi R. S.II 17—19, 384, tav. XXIX u. XXX; KrausR. S. 2 150 f.). Unendlich zahlreicher sinddie Graffiti, welche die blossen Namender Besucher mit gelegentlicher Hinzu-fiigung ihrer Titel enthalten: in der Kryptades Papstes Cornelius gibt es über ein
Bischofs Ethelred und die Reste zweierspanischen (de Rossi R. S. II 128, tav.VI; Kraus R. S. 177). Wallfahrend warvielleicht auch das gallische Brüderpaar(NATIONE GALLA GERMANI FRA-TRES) nach Rom gekommen, welches, andemselben Tage des Jahres 442 gestorben,ein gemeinsames Grab in der Nähe vonS. Constantia an der Via Nomentana ge-funden hat (de Rossi Inscr. Christ. I 310,n. 710). Ein Gegenstand besonderer Ver-ehrung waren die Gräber der Apostel-fürsten. Es sehnte sich Chrysostomus (Hom.VIII in ep. ad Ephes. c. 2), zu ihrem Be-such eine Wallfahrt nach Rom zu machen;Paulinus von Nola wallfahrtete in Folgeheiliger Gewohnheit (solemni consuetudine)alljährlich zum Todestage der Apostelfür-sten nach Rom, um ihre Gräber und die-jenigen anderer Märtyrer zu besuchen(Ep. 13 Ad Sever.; Ep. 16 Ad Delph.;Ep. 44 Ad Aug. 4). Ex Omnibus orbiscardinibus zog das Grab Petri am Endedes 5. Jahrh. die Pilger an (Ennod. Lib. prosynodo Symmach. Corp. script. eccl. Vin-