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Zweiter Band. I - Z.
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Waisen und Waisenhäuser — Wallfahrten.

mia, vcuTopiavTei'a , aus dem Rücken) warals Aberglaube bei den Christen natürlichverpönt. Derartige Wahrsager konntennur, wenn sie vorher ihren Künsten ent-sagt hatten, getauft werden, und wurden,wenn sie wieder in dieselben zurückfielen,von der Kirche ausgeschlossen ( Conc. Illib.c. 62; Const. apost. YIII 32; Gone. Agath.c. 42; Vmet. c. 16; Aurel. I 30). Aehn-liches galt von der Divinatio per sortes(s. d. Art. Loos II 344 und dazu BinghamVII 240 f.).

WAISEN und WAISENHÄUSER, s. d.Art. Wohlthätigkeitsanstalten II 991 undFindelkinder I 508 f.

WALLFAHRTEN. I. Wenn die Gebräuchevieler vorchristlicher Yölker lehren (Au-gusti Denkwürdigk. X 88—91; BinterimDenkwürdigk. IV 1, 614—618), dass derMensch ein natürliches Verlangen insich fühlt, jene Orte zu sehen, an welchesich Erinnerungen von Vorgängen knüpfen,die mit seinem zeitlichen oder ewigenWohle in inniger Beziehung stehen, sowird die Behauptung des hl. Hieronymus(Ad Marcell., Ep. 46, 9, ed. Vallarsi), dassschon von der Himmelfahrt des Herrnab ,viele Bischöfe, Märtyrer und in der ichristlichen Lehre beredte Männer nach jJerusalem gewallfahrtet seien, um Chri-1stum an jenen Stätten anzubeten, vonwelchen aus der erste Strahl der frohenBotschaft vom Kreuze ausgegangen sei 1 ,der Glaubwürdigkeit nicht entbehren,wenn er uns auch aus vorconstantinischerZeit nur Origenes nennt, der (c. 231)gleichzeitig mit Firmilian, Bischof vonCaesarea in Kappadocien, nach den heili-gen Orten Palästina’s gepilgert ist (Catal.script. eccl. c. 54), und sonst nur von Bi-schof Alexander aus Kappadocien bekanntist, dass er (c. 250) ,nach Jerusalem reiste,um daselbst seine Gebete zu verrichtenund die hl. Orte zu besuchen' ( Euseb. VI11). Die unter Hadrian (137) erfolgteErbauung eines Juppitertempels auf demverschütteten Grabe des Herrn, die Er-richtung einer marmornen Venussäule aufdem Berge der Kreuzigung und die Auf-stellung einer Adonisstatue in der Grottezu Bethlehem (Hier. Ad Paulin. Ep. 58, 3,ed. Vallarsi) hat, wie aus Orig. C. Cels.

I 51 hervorgeht, die hl. Orte der Verges-senheit nicht preiszugeben vermocht. Nach-dem aber die Kaiserin Helena auf ihrerWallfahrt (c. 328) bei der Grotte der Ge-burt und auf dem Berge der Himmel-fahrt (Oelberg) Kirchen (Euseb. Vit. Const.III 43; Rufin. II. e. I 7), Constantin (330)nach Zerstörung des Götzentempels undAufdeckung des hl. Grabes die pracht-!

volle Auferstehungskirche erbaut hatten(Euseb. Vit. Const. III 25—40; Socrat.H. e. I 17; Sozom. H. e. II 1), nahm dieFrequenz der W. so zu, dass Ende des4. Jahrh. ,die vornehmsten Männer desganzen Erdkreises, Gallier, Britannier, Ar-menier, Perser, die Völker Indiens undAethiopiens und ausserdem (das an Mön-chen so fruchtbare) Aegypten, auch Pon-tus, Kappadocien, Coelesyrien, Mesopota-mien und alle die Schaaren von Pilgernaus dem Morgenlande zu den hl. Stätteneilten' (Hier. Ad Marcell., Ep. 46, 10; vgl.Praef. in lib. VI comment. Jerem.; EEtseb.Praep. evang. VI 18; Demonstr. evang.VII 2; Cyrill. Catech. XVII 16). EineAufzählung distinguirter Palästinapilgervom 4. Jahrh. ab gibt Mamachi (Origg.et antiquit. Christ. 1. II, p. 2, c. 1, § 4, ed.Rom. 1750, II 31—38). Die älteste Reise-beschreibung ist das Itinerarium aBordigala Hierosolymam usque eines aqui-tanischen Anonymus, der seine Wallfahrt333 antrat; es ist allerdings nur eine sehrtrockene Aufzählung der römischen Mi-litärstrassen und Stationen; Sehenswür-digkeiten werden nur vom hl. Lande, abermit manchem Fabelhaften vermischt, er-zählt (Tobler et Molinier Itin. Hieros. etdescript. terr. s. bellis sacr. anter., Genev.1879, I p. XII—XV u. 3—25). Nachdemder Brief der Paula und der Eustochiuman Marcella (De locis sanctis), vom Geistdes hl. Hieronymus dictirt, wenn auchnicht aus seiner Feder geflossen (386), einliebliches Bild von den damaligen Zustän-den und dem Leben an den hl. Stättengezeichnet hatte (Ep. 46, ed. Vallarsi I203 ff.; Toller I, p. XVII u. 43—47),wurde die Wallfahrt der beiden Frauen(385—386) nach dem Tode Paula’s (404)von Hieronymus selbst ausführlich be-schrieben (Vita s. Paulae, Ep. 108, 7—14,ed. Vallarsi I 684 ff.; Tobler I p. XV u.29—40). Der Brief des hl. Eucherius, Bi-schofs von Lyon, an den Presbyter Fau-stinus De locis aliquibus sanctis (c. 440)beruht auf fremden Berichten und Lectüre,nicht auf Autopsie (Tobler I p. XVII bisXIX u. 51—54). Neue Daten bringt der(c. 530) klar geschriebene, allerdings aufJerusalems Topographie beschränkte Bre-viarius de Ilierosolyma (Tobler I, p.XIXf.u. 57—59), dessen Inhalt, jedoch bedeu-tend erweitert und vermehrt, sich auchin dem (ebenfalls c. 530 abgefassten) Reise-bericht des Diakons Theodosius De situterrae sanctae et de via filiorum Israelfindet (Tobler I, p. XX—XXIV u. 63—88),während die Perambulatio locorum sancto-rum des Antonius von Piacenza, Martyrgenannt (nur wegen des erlittenen Reise-ungemachs), aus dem J. 570, nicht bloss