Wanderungsfasten — Waschungen.
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{Greg. Nyss. Ep. 3 ad Eustath., Ambros,et Basilissam, Migne XLYI 1015 C; Au-gustin. C. Paust. 20, 21; Paul, et Eustoch.Ad Marcell. Ep. 46, ed. Vallarsi, bes. c.12), und die W. darum durch eigenesBeispiel (Hieronymus, Paulinus, Gregor vonNyssa), durch Aufmunterung dazu ( Hieron.AdDesid. Ep. 47, 2; AdRustic. Ep. 122, 4;Gregor. M. Ad Rustic. Ep. II 27; IY 46;VIII 22, ed. Maur. Jaffe n. 1180. 1316.1510) und Anordnung derselben {Augustin.Ep. 79, 3, ed. Maur.) förderten, so weitwaren sie von Ueberschätzung der W.entfernt. Zu einer Zeit, in welcher es,Einige als zur Gottseligkeit gehörig an-sahen, die hl. Orte zu Jerusalem zu be-suchen 1 {Greg. Nyss. De iis, qui adeunt le-rosol., Migne XLYI 1009 B), und meinten,dass ,dem Glauben etwas abgehe, wennman Jerusalem nicht besucht hat 1 {Hieron.Ad Paulin. Ep. 58, 4), verneinen Gregorvon Nyssa, Hieronymus und Augustinus diepflichtmässigeNothwendigkeit derW. durchden Hinweis auf die Allgegenwart Gottes,welche die Möglichkeit wirksamer Ver-ehrung Gottes und Erhörung der Bittenan allen Orten gewähre {Greg. Nyss. Deeunt. Hierosol. Migne 1013 C; Hieron. AdPaulin. c. 3; Augustin. Ep. 79, 3). Wiebei der Reliquienverehrung (s. d. Art. II686), von welcher auch die W. zu denGräbern der Heiligen eine Art bildeten,legten die Väter nicht auf den äussernAct den Werth, sondern erwarteten dieheilsamen Früchte der Wallfahrt von derrichtigen geistigen Disposition: nicht dasist lobenswerth, sagt Hieronymus (Ad Pau-lin. c. 2), in Jerusalem gewesen zu sein,sondern zu Jerusalem heilig gelebt zuhaben. ,Wenn dein innerer Mensch 1 , meintGregor von Nyssa (De eunt. Hieros. Mignen. 1013 C), ,von schlechten Gedanken er-füllt ist, so bist du, auch wenn du aufGolgatha, auch wenn du auf dem Oelberg,auch wenn du unter dem Auferstehungs-denkmal gewesen wärest, so weit von derAufnahme Christi in dich entfernt, wiesolche, welche nicht einmal den erstenSatz des Glaubens bekennen. 1 Da nachJerusalem vom ganzen Erdkreis Menschenzusammenströmten und die Verhältnissedaselbst auch die Schattenseiten einesweltstädtischen Lebens in starken Zügenan sich trugen, widerrietlien sogar Hiero-nymus (Ad Paulin. c. 4) und Gregor vonNyssa (1. c.) M ö n c h e n, welche durch ihreLebensgesetze auf Zurückgezogenheit vomöffentlichen Leben, auf die Einsamkeit undinsbesondere auf die Geschiedenheit nachden Geschlechtern angewiesen sind, dieWallfahrt nach Jerusalem; wegen Un-sicherheit des Weges und schlechter Ein-richtung der morgenländischen Herbergen
widerrieth sie Gregor von Nyssa (1. c. Migne1011B) auch Frauenspersonen. Aber we-der Gregor nach Hieronymus waren prin-cipielle Gegner der W. Noch viel wenigerliegt ein solcher Gegensatz in einzelnen,dem Zusammenhang entrissenen StellenAugustins (bes. De sanctis serm. 47 = Deplur. mart. serm. 3), des Athanasius (Vit.s. Anton, c. 20) und des Chrysostomus (bes.Hom. 1 in Ep. ad Philem. c. 2; Hom. 3De statuis c. 2), welcher sogar gegen diezahlreichen W. seiner Zeit nach Arabienzum Misthaufen Jobs nichts einzuwendenhatte, weil ,der Anblick des Mistes Jobs. . . Weisheit mehret und zur Tugend derGeduld ermuntert 1 (Hom. 5 De stat. c. 1).Vgl. Marx Die W. in der kath. Kirchehist.-krit. dargest., Trier 1842, § 5, S. 50bis 57. Dagegen ist der Schluss berech-tigt, dass die Eunomianer und Vigilantius,Feinde christlicher Reliquienverehrung (s. d.Art. II 686), auch Gegner der W. zu denGräbern der Märtyrer sein mussten {Marxa. a. O. § 14, S. 135—138). sdralek.
WANDERUNGSFASTEN hiess bei denSyrern das Fasten auf Mariae Himmelfahrt1.—15. August; vgl. Assemani Bibi. Or. IV358—362. 386 f.; Augusti Hdb. III 484.
WASCHUNGEN. 1) Eine täglicheWaschung amMorgen nach dem Auf-stehen und dann das Gebet vor Beginnder Arbeit befehlen die Const. apost.YHI 32.Doch scheint das keine aus religiösenGründen unternommene Handlung zu sein.Aehnlich reden auch Chrysostomus (Gen.hom. XXI 6), Augustin (Serm. Dom. inmonte II 12. 42), das Opus imperfectum(Hom. 15 in c. 6, 17) von einer täglichenWaschung des Gesichtes am Morgen {Co-telier Nota 11 in Const. apost. VIII 32).
2) Jedesmal vor dem Gebete pfleg-ten die Christen sich die Hände zu wa-schen. Ohne diese Ceremonie, welche alsSinnbild der Vorbereitung auf das Gebet(Eccli. 18, 23) und als Mahnung galt, dassnur reine Herzen das Recht, zu beten,haben, und dass man seine Hände zu Gotterheben müsse (I Tim. 2, 8; II Tim. 2, 22),hätten sie nicht gewagt, zu beten {Chry-sost. Hom. 43, 4 in I Cor.; In Ps. 140,n. 3). Diese Sitte ist uralt. Schon Ter-tullian (Or. 11) kennt sie, und warnt, ohnesie übrigens, wie man seine Worte öfterauslegte, zu tadeln, man möge über deräusserlichen sinnbildlichen Handlung nichtvergessen, dass das, was sie bedeute undworan sie innerlich mahne, das Wichtigeresei. Oft nahm man dazu geweihtes Was-ser nach Hause (wofür eine WeiheformelConst. apost. VIII 29; s. d. Art. Weih-wasser).