Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Waschungen.

3) Dieselbe Waschung wurde natürlichvor dem Gebete am heiligen Orte, in derKirche, vorgenommen. Yor dem Ein-tritt in dieselbe wusch man sich die Hände,ja, wie nach manchen Aeusserungen ge-schlossen werden möchte, sogar das Ge-sicht (Beispiele bei Schöne Geschichtsforsch.II 375 ff.; Lüft Lit. II 542 ff.; AugustiXI 485). Insbesondere wusch man sichdann die Hände, wenn man zum Altäretreten, d. h. die Communion empfangenwollte ( Caesar. Arel. Serm. 52; Aug. Serm.229, Y, app. 376). Wenn Caesarius dashier bloss von den Männern sagt, so gehtdaraus hervor, dass zu seiner Zeit denFrauen bereits verboten war, anders alsin die mit dem ,Dominicale‘ bedeckte Handden Leib des Herrn zu nehmen (vgl. Conc.Antissiod. 587, c. 42). Um so mehr musstedas die Priester angehen, wenn sie zumheiligen Dienste an den Altar zu tretenhatten. Bei den peinlich strengen Vor-schriften, denen die koptische Liturgiedes hl. Basilius den Priester deshalb unter-wirft, findet sich auch Waschung derHände und Füsse befohlen. Der hl. Ger-hard wusch, ehe er zu Rom die hl. Ge-heimnisse feierte, ebenfalls die Füsse (Mar-tine I 1, c. 4. 6). Zu dem Zwecke warenin den Vorhallen der Kirchen seit Anfangdes 4. Jahrh. Wasserbecken angebracht(cantharus, nymphaeum , XooT^p, yepvißov,-/p^vK), ippeap, cpiaXT], -/oXu|j.ßsTov). Paulin vonTyrus baute die Kirche zu Tyrus nachder Zerstörung unter Diocletian wiederauf, und vor sie einen mit Säulengängenumgebenen herrlichen Brunnen zum Wa-schen der Füsse ( Euseb. H. e. X 4, 39. 40).Ebenso war es in der durch Paulin vonNola erbauten Basilika, sowie in der So-phienkirche (Xsov-raptov), von den Löwen,welche Wasser spieen und anderwärts(Schöne III 186 f. 193). Auch in Bezugauf diese Sitte mussten die Väter ( Chry-sost. In Ioan. hom. 73, al. 72, 3) erinnern,über dem äusserlichen den innern Sinnnicht zu übersehen.

4) In der Liturgie selber war einemehrfache Waschung in Gebrauch, theilsaus mystischen, theils aus rein natür-lichen Gründen. Offenbar sind die letz-teren die zunächst liegenden bei derWaschung vor der Communion, so langeman den Communicirenden den Leib desHerrn nicht auf die Zunge, sondern indie Hand legte, und wenn die Priesterund Diakonen die Oblationen in Empfanggenommen und aus ihnen das zum OpferDienliche ausgesondert und auf den Altargebracht haben (vgl. Martigny Dict. v.Ablution n. 3). Nach der Darbringungund Ausscheidung der Opfergaben alsowusch der die Liturgie Feiernde, Bischof

oder Priester, die Hände. Nach Cyrillvon Jerusalem (Catech. XXIII 2) reichtedabei der Diakon sowol dem Bischof (ispet)als den Presbytern das Wasser. Nachden Const. apost. (VIII 11) thut das derSubdiakon. Ebenso im Abendland (Cod.eccl. afric. c. 5; Isidor Ep. ad Luidfred.Cordub.; Fortunatus Vita s. Marcell.).Wenn der Verfasser der Quaest. in vet.et nov. Test. (q. 101; Aug. III, II, app. 92)behauptet, dass ausser der römischenKirche überall der Diakon das thue, dortaber wegen der Menge der Kirchendienerdieses Amt von niederen Ordines versehenwerde, hat er jedenfalls in dieser All-gemeinheit nicht Recht. Oefter trockneteder Diakon die Hände. Der Cod. afric.aber lässt auch den Subdiakon das Manu-tergium überreichen, woraus zu sehliessenist, dass dieser auch jenes Geschäft ver-sehen musste. Das Gefäss zur Waschunghiess '/Epvißov, Aquamanile, Aquaemanile,Aquimanile, Manile, Mantile, Aquamanus(Bona Rer. lit. II 25, 5 und dazu Sala1749, II 310; Ducange und Maori i. v.).Nach der Communion scheint dieselbeCeremonie in derselben Weise erneuertworden zu sein. Wenn aber Martine(I, I 4, a. 10, 7) die oben (n. 3) angedeu-teten Stellen, welche von Händewaschungvor der Communion reden, so auffasst,als ob diese in der Liturgie zunächst vorder Communion vorgenommen worden sei,so dürfte er wol dafür keinen Beweis Vor-bringen können.

5) Im MA. findet sich vielfach ( RhabanusInstit. II 35 u. A.; s. Martine I, I 1,a. 13, 1) am Palmsonntage als Vorberei-tung auf die Taufe eine Waschung desHauptes (capitolavium, captilavium). AuchIsidor (Off. I 27; Etymol. VI 18) redet be-reits davon. Indess ist das, was mancheSchriftsteller ( Vicecomes De vit. bapt. III15u. ö.; Casalius De vet. rit. 39 sq.; underst gar Krafft Hist, vom Exorcismo 159)darüber sagen, unstichhaltig. Es war dieskeine religiöse Ceremonie, so wenig wiedas Bad, welches die Täuflinge um die-selbe Zeit nahmen. Nachdem die ganzeFastenzeit über aus Busse der Gebrauchvon Bädern verpönt gewesen, verlangtees das Gefühl für Reinlichkeit, vor derTaufe den Leib wieder zu reinigen. BeiKindern, und bei diesen allein finden wirdas Captilavium erwähnt (gegen Krafft ),war zwar das Baden des Leibes kaumausgesetzt worden. Dass aber dennochgerade der Kopf, welcher bei der Taufesollte gesalbt werden, gewaschen wurde,wird jeder ohne viele Worte begreifen.

6) Schwieriger ist die Controverse überdie Fusswaschung ( pedilavium) zu ent-scheiden. Manche rechnen auch diese