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Wasser.
Wassers hier eine kleine Auslese zu ma-chen, wird nicht unpassend erscheinen.Das W., sagen die Yäter, ist eine alteSubstanz, der Anfang der Schöpfung, weildie ursprüngliche Formation der sichtba-ren Welt, auch des Menschen, durch das-selbe bedingt gewesen; es ist unter denbekannten vier Elementen das nothwen-digste, weil fortan das Leben der Naturauf dasselbe angewiesen, das schönste undvollkommenste, weil Anfangs der GeistGottes über ihm schwebte; es hat dieEigenschaft, Alles zu reinigen, und bedarfselbst keiner Reinigung; es hat den Erd-kreis von Freveln gewaschen (Sintflut),Israel von Pharao befreit, und bei unsererWiedergeburt durch Christus als Zeugegedient (I Joh. 5, 8; vgl. Tertull. De bapt.c. 3; Cyrill. Hieros. Catech. III 5; Ambros.Expos. Ev. in Luc. X 48). Wenn nunGott, schliesst Tertullian (1. c.), das W.,zu allen Dingen und bei allen Werkenverwendet hat 1 , so darf es nicht auffallen,dass er ihm ,auch im Bereich seiner hei-ligen Geheimnisse eine zeugende Kraftverliehen, und dass das, was das irdischeLeben beherrscht, ebenfalls zur Hervor-bringung des himmlischen als Werkzeugzu dienen hat 1 .
Nachdem Gott das W. in so ausgezeich-neter Weise bevorzugt, dürfen wir unsnicht wundern, dass auch die Kirche, die-sem Vorgang entsprechend, dasselbe zueinem Sacramentale angeordnet hat, undzwar meistens in der Absicht, damit dieGnade der Wiedergeburt festzuhalten undzu bewahren. Da die Taufe nicht wieder-holt werden konnte, so trat an ihre Stellein der Osternacht die symbolische Ab-waschung des ganzen Körpers ( Hippol.e. 33). Oefter geschah die Abwaschungder Hände. Nicht nur nach dem gemein-schaftlichen Mahle der Agapen, ehe mansich zum Gebet anschickte ( Tertull. Apol.c. 39), sondern vor dem Gebet überhaupt,zu was immer für einer Zeit es verrichtetwurde, wusch man die Hände ( Hippol.c. 25. 27). Einige gingen sogar so weit,sich bei dem Gebet förmlich zu baden,was aber Tertullian nicht minder tadelt,als die Waschung der Hände aus aber-gläubischer Gewohnheit und ohne das sorg-fältige Bemühen, vor Allem die Seele vonjeder Sünde rein zu bewahren (De Orat.c. 13). Der Gebrauch, vor dem Gebet dieHände zu waschen, veranlasste die Auf-stellung eines Cantliarus im Vorhof derKirche, wovon bereits der hl. Paulinus vonNola spricht (Ep. 32, n. 14). Wie alsodem erstmaligen Eintritt in den Versamm-lungsort der Gläubigen das Bad der Taufevorausging ( lustin. Apol. I 65), so gingzum Andenken an die durch dasselbe statt-
gefundene Reinigung jedem nachfolgendenEintritt eine Waschung der Hände oderein Besprengen mit W. voraus. Darausergiebt sich nicht nur die älteste, sondernzugleich die schönste Bedeutung des Weih-wassers, das man an den Thüren unsererGotteshäuser überall zu nehmen Gelegen-heit findet (vgl. Probst Kirchl. Discipl. 373).
Obgleich aus dem Umstande, dass zuAnfang der Schöpfung ,der Geist Gottesüber den Wassern 1 schwebte (Gen. 1, 2),die Substanz des Wassers für geheiligt{Tertull. De bapt. c. 3), mithin dasselbevon Natur aus als Medium übernatürlicherEinwirkungen auf die natürliche Ordnungzu dienen für geeignet galt, so schien esder Kirche doch angemessen, dem für die-sen Zweck bestimmten W. eine spezielleSegnung zu Theil werden zu lassen. Nachdem hl. Basilius (De Spirit, s. c. 27. 66)beruht die Weihe des Taufwassers auf ge-heimer apostolischer Tradition- In derThat war sie schon zu Cyprians Zeit soallgemein, dass dieser kein Bedenken trug,sich so auszudrücken, als ob die Gültig-keit von dem Gebrauch des geweihtenWassers abhängig wäre (Ep. 70). Derc. 19 des hl. Hippolyt setzt die Segnungdes Taufwassers voraus, die Const. Apost.enthalten dafür ein Benedictionsformular(VII 43), uud der hl. Ambrosius sprichtvon der Weihe des Taufbrunnens wie voneiner Sache, die sich von selbst versteht(De myst. c. 3). Wie dem Tauf-W., sowurde auch dem W., das fortwährend dasAndenken an die Taufgnade auffrischensollte, eine Segnung zu Theil. Gemäss dervon den Const. apost. VIII 29 mitgetheil-ten Formel erhielt es durch den Segender Kirche eine ,wirksame Kraft zur Be-wahrung der Gesundheit, zur Heilung derKranken, zur Vertreibung der Dämonen,zur Fernhaltung aller Nachstellungen 1 . Diehier angedeuteten Wirkungen beruhennicht auf leerer Einbildung, sondern einer-seits auf dem Glauben an die Weihegewaltder Kirche, und anderseits auf wunder-baren Vorgängen, die jenen Glauben unter-stützten, indem Christus im Kampfe gegenIleidenthum und Judenthum nicht seltendurch das Mittel des Weihwassers seinerKirche zum Sieg verhalf (vgl. Epiph.Ilaeres. 30, n. 12; Theodoret. II. e. V 2).In der Folge erhielt ein besonderer Die-ner, u8pop.6aTr)c genannt, die Aufsicht überdas im Vorhof befindliche Weih-W. Einemsolchen Diener gegenüber fand der Philo-soph Synesius, Bischof von Ptolemais, Ge-legenheit, zu bemerken: das öffentlicheSchwert sei unter Umständen nicht minderein Sühnungsmittel, als das in dem Vor-hof der Kirche aufgestellte Weih-W. (Ep.121), eine Zusammenstellung, die den