Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Wasser.

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unter die religiösen, auf die Taufe vor-bereitenden Acte, am ausführlichsten Vice-comes De rit. bapt. III 17—20; vgl. auchCasalius 40; Cabassut Not. eccl. saec. II,d. 4, 12). Indess ist klar, dass diese Ver-muthungen bloss darauf beruhen, dassentweder die oben erwähnte (n. 5), ledig-lich aus natürlichen Gründen der Schick-lichkeit vorgenomme Waschung der Täuf-linge ( Aug. Ep. 54, 8, 10 ad Ian.) oderdie unten (n. 7) zu besprechende Waschungaus Liebe (Ep. 55, 18, 32) mit der Fuss-waschung der Täuflinge verwechseltwird. Diese aber gehört unter die Cere-monien nach der Taufe. In Erinnerungan Joh. 13, 10 wusch man den Neophyten,die sofort den Leib des Herrn empfangensollten, die Füsse. Oder man wollte auchdie eben aus der Fremde als Kinder insYaterhaus Aufgenommenen dadurch ehren.Schon im 4. Jahrh. verbietet die Synodevon Elvira (c. 48) diese Sitte wegen man-cher Missbräuche, die dabei in Spanienvorkamen. (Indess lesen hier Manchestatt ,qui baptizantur 1 ,qui baptizandi sunt“,und verlegen das vor die Taufe, so ChardonHist, des sacr. 1.11, p. 1, ch. 9; p. 2, ch. 10.)Wir finden im 5. Jahrh. diesen Gebrauchin Gallien ( Caesar. Arel. Serm. 58, 2; Aug.App. Serm. 246, Y, app. 421; Missale Goth.II 592; Miss. Gail. II 742; Sacr am. Gail.

II 853), in Mailand ( Ambros. Myst. c. 6),Turin ( Maximus De bapt. tr. 3, ed. Bruni718), überhaupt in Norditalien (De sacr.

III 1). Auch aus Africa besitzen wirmehrere dem hl. Fulgmtius von Iiuspe bei-gelegte Heden hierüber (s. d. Art. Neo-phyten II 488, n. 12). Dagegen wissenwir bestimmt, dass sowol die römische(De sacr. III 1) als die orientalischeKirche (Orig. In Ioan. t. XXXII 7; InIeB. li. 6, 3) diese Fusswaschung nichthatten. Die schweren dogmengeschicht-lichen Bedenken, die sich hieran knüpfen,s. Billuart De sacr. d. 7, a. 1, obj. 2;Tournely De sacr. q. 2, a. 4; q. 4; BoucatDe sacr. a. 7, s. 1 (VI 185—196).

7) Ganz verschieden davon ist die Fuss-waschung, welche man nach dem Ge-bote Christi und nach biblischen Vorbil-dern (Gen. 18, 4; 19, 2; 24, 32; Luc.7, 44; Job. 13, 14) aus Demuth und Liebean Fremden vornahm. Darauf weisen auchdie Yäter (z. B. Caesarius s.- ob. n. 6;Aug. Serm. 55, 32) öfter hin.

8) Davon muss die in der ganzen katho-lischen Kirche als eines der wichtigstenSacramentalien geübte Fusswaschungam Gründonnerstag (in coena Do-mini) wol unterschieden werden. Das17. Coneil von Toledo (694, c. 3) beklagt,lkss in manchen Kirchen von Spanien undGallien diese Sitte abgekommen und schärft

sie unter strengen Strafen wieder neu ein.Yon da an finden wir sie nicht bloss stetsgeübt ( Amalar. I 12 u. a. und besondersdie Ord. Rom), sondern auch vielfach er-örtert ( Bernard. Serm. in coena Dom.,wozu die Litteratur oben n. 6; Luc. Tud.Controv. adv. Albig. II 2; Guib. Tornac.Off. episc. c. 44 u. a.).

9) Die Fusswaschung als Vorbereitungzum Gottesdienst s. oben n. 3.

10) In späterer Zeit findet sich amGründonnerstag nach der Entblössung derAltäre eine Waschung der Altäre, derWände und Böden der Kirchen ( Amal.I 12). Bereits Isidor (Off. II 28) weissdavon. Ob sie früher auch vorkam, istungewiss ( Martern III, 1. 4, c. 22, § 7, 2).

11) Die fast bei allen Völkern üblicheSitte, die Leiber der Verstorbenenvor der Schmückung und Salbung zuwaschen, haben die Christen schon derersten Zeit (Apg. 9, 37) ausgeübt. Dionysvon Alexandrien (Euseb. H. e. VII 22, 9)nennt das rühmend als eine That derLiebe. Gregor d. Gr. berichtet das alsSitte und Herkommen der Christen (Dial.III 17; IV 16). Eine grosse Menge vonBeispielen bei Martine II, 1. 3, c. 12, 3und c. 15.

12) Auf Missbräuche (vgl. d. Art. Bäder

I 107), die mit Waschungen getriebenwurden, vielleicht nach dem Sinne derjüdischen Hemerobaptisten, wollen Manchedie oben (n. 2. 3) angeführten Mahnungender Väter deuten, doch schwerlich mitRecht. Dagegen tadelt Chrysostomus (InMatth, hom. 37, al. 38, 6) den Unfug, dassManche, von den Gräbern und Todten-feierlichkeiten heimgekehrt, sich wuschen,gleich als wären sie verunreinigt. Augustin(Serm. 196, 4 und Serm. 49, 1, bei MaiNova bibl. PP. I, I 99) sowie Caesarius(Serm. 77, 4) rügen einen am Tage Jo-hannes’ des Täufers verübten Missbrauch,der sich indess bis in die neuere Zeitherein fortgeerbt hat (Kriegk DeutscheAlterth., N. Folge 1871, 14). Vgl. PaciaudiDe sacris Christ, baln., Rom. 1758; Marsil.Col. Hydragiologia s. de aquabened., Rom.1566 — 1588. weiss.

WASSER. Um den Glauben an die demW. in der hl. Taufe zukommende Kraftden Juden und Heiden leichter zugänglichzu machen,, sowie mittelst des Wassers dieheilsamen Wirkungen des Taufbades inden Herzen der Gläubigen zu erfrischenund zu beleben, haben die Kirchenvätersich es angelegen sein lassen, die diesemElement in der ganzen Schöpfung einge-räumten Vorzüge hervorzuheben und mitebenso beredten als scharfsinnigen Wortenzu schildern. Von diesen Lobsprüchen des