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Weihrauch.
verlässigkeit des altern Theiles des Ponti-ficalbuches, worin jene Notiz steht, dürftedas Verbot nur sagen wollen, es solltenüberhaupt Frauenspersonen keine Verrich-tungen in gottesdienstlichen Räumen vor-nehmen, auch nicht das Einlegen von W.oder die Behandlung des W.-Gefässes zur(nicht symbolischen) Räucherung. Uebri-gens verräth, wie Probst a. a. 0. bemerkt,das Wort ,monacha‘ in dem Kanon schondie späte Formulirung desselben. Weiterberuft man sich auf Can. apost. 3 (4), wogesagt ist, dass zur Zeit der Oblationausser Oel u. A. auch W. geopfert werdendürfe. Allein erstlich wissen wir den Zeit-punkt, wann dieser Kanon entstanden ist,nicht, und dann folgt aus demselben keines-wegs, dass der geopferte W. liturgischeVerwendung fand. Man konnte füglichsolchen spenden zu nicht rituellen Räu-cherungen in den Versammlungslocalen,zumal in den Coemeterien, vielleicht auchzur Verwendung bei Beerdigungen. DasTestamentum des hl. Ephram ferner (As-semani Bibi. Orient. I 143 und Surius Vitaesanct. 1. Febr.: tura in sanctuario adolete... et Deo odoramenta Offerte) ist unter-schoben, überdies die Stelle bildlich zuverstehen: begrabt mich nicht mit süssenSpezereien . . ., sondern zündet im HauseGottes den W. des Gebetes an und opfertGott (des Gebetes) süssen Wohlgeruch zuseinem Lob und Preis. Der Verfasserdachte dabei an das Verbrennen von W.bei der Leichenfeier. Ebenso ist dieSchrift De consummatione mundi, die manHippolyt zuschreiben will, unecht; c. 34lautet: die Kirchen jammern mit grossemKlagen, weil weder die Oblation noch W.geopfert wird. Die Stelle scheint nur demA. T. in bildlicher Anwendung entlehntzu sein, ohne einen Schluss auf die Ge-genwart zu gestatten. Sie klingt übrigenssehr an eine Stelle bei Basilius Hom. 19in Gordium M. an: die Gebetshäuser sindniedergerissen von unheiligen Händen, dieAltäre umgestürzt, und da ist weder Ob-lation noch W., noch Opferstätte u. s. w.Basilius seinerseits verwendet, die Zeitder Verfolgung schildernd, Dan. 3, 38theils citirend, tlieils umschreibend. Eben-so braucht die Stelle bei Ambrosius (Ex-pos. in Luc. I, § 28 [zu 1, 11]): ichwünschte, dass auch bei uns ein Engelstünde — nobis altaria adolentibus keines-wegs wörtlich verstanden zu werden, son-dern mit Rücksicht auf Luc. 1, 11 kannAmbrosius sagen wollen: wenn wir dasOpfer darbringen, möge ebenfalls einEngel zur Seite stehen. Dafür spricht,dass er jenem (bildlichen) Ausdruck so-fort den eigentlichen zur Erklärung bei-fügt: sacrificium deferentibus! Die auf-
gezählten Stellen lassen somit keinenbündigen Schluss zu, dass die Christender (drei) ersten Jahrhunderte den W. alsSy mb ol in der Liturgie verwendet haben.Aber ebenso wenig spricht eine Reihe vonZeugnissen, die man aufführt, in entschei-dender Weise gegen den liturgischenGebrauch. So soll zunächst Athenagoras(177) Legat. § 13 dagegen sprechen: derSchöpfer . . . verlangt nicht Blut oderRauch, nicht süssen Geruch von Blumen.Dann wird Arnobius Adv. gentes VII 26angeführt, welcher den gottesdienstlichenGebrauch des Weihrauchs für eine ,novellares‘ erklärt und meint: nam si sine turereligionis officium claudicat necessariaguevis eius est, quae propitios faciat mitesquehominibus coelites, peccatum est ab anti-quis . . . qui quod maxime conveniens Deo-rum voluptati, per iniuriam neglexere libaro.Vgl. Lact. Instit. VI 25: sacrificium (derHeiden) est victima et quae ara creman-tur. Sed utroque non utitur Deus (näm-lich christianorum). Diese und ähnlicheAussprüche wollen, wie schon BellarminDe missa II 15; Bona Rerum liturg. I 25,unter den Neueren vornehmlich Probsta. a. 0. ausgeführt haben, nur besagen:nicht in dem Sinn, wie die Heiden denW. den Idolen darbringen, als materiellesOpfer, dessen die Götter nöthig habenund das ihnen Genuss bietet, gebrauchenwir den W. Der Christengott bedarf sol-cher Opfer nicht. Man lese dazu imZusammenhang Clem. Alex. Paedag. II 8,§ 67: wollte man sich darauf beziehen,dass der grosse Hohepriester, der Herr,Gott ein duftendes Rauchopfer (Exod.30, 7) darbringe, so darf man dies nichtals wirkliches (materielles) Opfer (im Sinneder Juden) und als W. auffassen . . .,sondern als Gabe der Liebe u. s. w. (vgl.Strom. VII 6, § 22). Insbesondere abersind es mehrere Aussprüche Tertullians, dieden Gebrauch des Weihrauchs direct zuverneinen scheinen. So Apol. c. 42: turaplane non emimus. Es ist mir kaumzweifelhaft, dass Tertullian diesen Satzden Heiden in den Mund legt oder viel-mehr in ihrem Sinne redet: aber wir(Christen) kaufen ja keinen W., so werfetihr (Heiden) uns vor. Tertullian unter-drückt dann einen Zwischengedanken wieso oft: allerdings nicht wie ihr zu Opfernfür die Idole, aber — si Arabiae que-runtur, scient Sabaei pluris et cariorissuas merces christianis sepeliendis pro-fligari quam düs fumigandis. Diese undähnliche Stellen der älteren Kirchenschrift-steller legen also nur Verwahrung eingegen eine Verwendung des Weihrauchsim Sinne des heidnischen oder auch desjüdischen materiellen Opfers, wie dieselben