Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Weihrauch.

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Schriftsteller sagen: wir haben keine Tem-pel, keine Altäre u. s. f., nämlich wie ihrHeiden. So ist auch eine Aeusserung Augu-stins Enarrat. in Ps. 49, §21: wir gehennicht nach Arabien, um W. zu holen . . .,Gott verlangt von uns das Opfer des Lobes,zu verstehen. Kurz, nicht eine dieserStellen widerlegt den Gebrauch. Endlichkann auch dem Argumentum e silentio indieser Frage kein Gewicht beigelegt wer-den. Es ist doch fast naiv, mit Augustia. a. 0. 725 schon vom N. T. eine bezüg-liche Nachricht zu verlangen. Ja nichteinmal das Schweigen des Cyrill. Hieros.,der älteren Liturgieen, der Const. apost.,von lustin ganz abzusehen, kann für unsbeweiskräftig sein; Nachdruck kann nurder auf dieses Schweigen legen, der denW. für einen wesentlichen Bestandtheil,ein nothwendiges Requisit oder doch wich-tigen Ritus des Messopfers hält.

Lässt sich somit aus den Zeugnissender drei ersten Jahrhunderte weder fürnoch gegen entscheiden, so ist aber kaumzu leugnen, dass im Osten seit dem 4. Jahrh.die Räucherung ein Ritus im Cultus wurde.Uebrigens dürfte der W. schon im 3. Jahrh.bei Begräbnissen als Symbol Anwendunggefunden haben. Dies glauben wir mitProbst a. a. 0. aus Tertullian De idol.e. 11 (nobis quoque insuper ad solatiasepulturae usui sunt sc. tura), verglichenmit der citirten Stelle Apol. c. 42 (chri-stianis sepeliendis) schliessen zu dürfen.Wenn Constantin nach dem Papstbuchein Silv. den Kirchen Geschenke von W.und W.-Gefässen macht; wenn Hosius inseinem bekannten Briefe (geschrieben 355)an Constantin schreibt: neque enim fasest nobis in terris imperium tenere nequetu thymiamatum sacrorum potestatem habes,so setzen jene Geschenke und hier diebildliche Redensart die Räucherung alsrituelle Handlung voraus. Dies sinddie ersten bestimmteren Zeugnisse. Wennes in den Acten des hl. Bonifatius (f um290) heisst, er sei mit Gebeten, Lichternund W. begraben worden (gsra A1ty]c y.alyqpSv xal tlup.iap.atu)v, Ruinart 332), sohatte wol auch hier der W, symbolischeBedeutung. Auf dem Concil von Chalce-don wurde gegen Dioskorus von Alexan-drien auch der Vorwurf erhoben, dassbei dem Todtenopfer für eine frommeChristin, welche für die Armen grössereSummen vermacht hatte, nicht einmal W.sei verwendet worden. Probst a. a. 0. be-ruft sich ferner auch auf eine Rubrik inder Marcusliturgie, wo es bei dem Dank-gebet heisst: hinc tliurificat sacerdos (Re-naudot Lit. Orient. I 136). Leider ist esschwer zu sagen, wann derartige rubri-cistische Notizen in die Liturgieen ein-

getragen wurden. Eine solche Rubrik hatauch die Liturgie des Chrysostomus. Je-denfalls aber ist Pseudo-Dionys De hier,eccl. III 3 einer der frühesten, der dieIncensation des Altares erwähnt. Aberdie Stelle Optat. Milev. (370) De schism.Donat. II 25 redet nicht von kirchlicherRäucherung: et facitis vos hodie postunitatem, quod a nullo factum est postthurificationem. Minard in den Noten zueinem alten Sacramentar des KlostersStablo, niedergelegt in Itin. lit. II 151u. 195, nimmt ebenfalls eine sehr früheEinführung des Weihrauchs in die Litur-gie an.

Als einmal das Heidenthum mit seinemCultus am Untergehen und der Anfangzur symbolischen Verwerthung des Weih-rauchs gemacht war, musste vielerlei dazubeitragen, die rituelle Verwendung all-gemein zu machen: das Vorbild im Opferder Magier (Matth. 2, 11), das Vorbilddes Zacharias (Luc. 1, 9 ff.), die goldenenSchalen, worin die 24 Aeltesten vor demLamm die ,odoramenta, quae sunt ora-tiones sanctorum 1 , opferten (Apoc. 5, 8;8, 3—5). Diese Stellen dürften viel zurLegitimirung des Weihrauchs im neu-testamentlichen Cultus beigetragen haben.Aber auch Stellen des A. T. mussten ihnempfehlen. So besonders Malach. 1, 11;Ps. 140, 2 u. a. Gerade mit Rücksichtauf diese Stellen haben Liturgiker, wieBellarmin und Bona, geglaubt, die Räu-cherung auf apostolische Tradition zurück-führen zu müssen, indem das mosaischeVorbild alsbald zur Einführung des Weih-rauchs in den neutestamentlichen CultVeranlassung gegeben habe.

2) Die Symbolik lehnt sich an dieMaterie und an den Vorgang beim Ver-brennen des Weihrauchs an. Der Stoffist Pflanzenbalsam, der im Feuer sich auf-löst und zum Himmel steigt, Wohlgeruchverbreitend; ist somit treffend Sinnbilddes Opfers, besonders des Gebetsopfersnach Ps. 140, 2 (dirigatur oratio mea —sicut incensum . . .). Im Allgemeinen sym-bolisirt die Incensation das Opfer der An-betung gegenüber der Gottheit und derVerehrung gegen Träger der göttlichenGnade und des Gottesgeistes. Deshalb dieIncensirung der gottgeweihten Personenund Sachen (s. unten).

3) Welche kirchliche Handlungen undGegenstände im christlichen Alterthum dasIncensum empfingen («rtf)up.ia£eiv, thureadolere, incensare, tliurificare), lässt sichschwer angeben, zumal die alten Ritual-bücher fast ganz der Rubriken entbehren.Die Beräucherung des Altar es ersehenwir aus Pseudo-Dionys a. a. 0.; für denGebrauch des Weihrauchs im Messopfer