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Zweiter Band. I - Z.
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Weihrauchfass.

gab das A. T. das Yorbild ab (z. B. Le-vit. 4, 18). Die Incensatio elementorumsacrorum scheint im 7. Jahrh., wenigstensim Abendlande, üblich geworden zu sein,nicht erst im 9. Jahrh., wie Augusti a. a. 0.III 540 behauptet, wenn anders das Concilvon Rouen, welches c. 1 vorschreibt: nachdem Offertorium sollen die Oblata incen-sirt werden zum Andenken an den Toddes Herrn, um 650 abgehalten wurde (s.Hefele C.-G. 2 III 97). Die gallicanischeLiturgie kennt diesen Incens noch nicht,ebenso wenig Germanus von Paris (555)bei Martine De antiq. eccl. rit. ordo I,Isidor, Florus von Lyon und Walafrid(Renaudot a. a, 0. I 200 ff.). Die Ver-breitung ging wol langsam vor sich. DieThurificatio vor und nach dem Evan-gelium wird in der römischen Messeerwähnt. Den Anstoss dazu gab Apoc.8, 3—5 (stetit angelus iuxta altare . . .).Mit dieser Bäucherung ist die römischeKirche voran gegangen ( Martine a. a. 0.I 4, art. VII; Mabillon Mus. ital. II, § 4bis 8). Den Incens vor dem Bischof(Priester) schreibt der älteste römischeOrdo (7. Jahrh.) vor: in der Pontifical-messe soll der Subdiakon mit goldenemBauchfass vor den Bischof treten. Alt istder Incens vor denBeliquien ( MartbieItin. ital. II 151) und bei der Glocken-weihe: tune impones incensum in acerna(sic), schreibt eine alte Bubrik vor. Amältesten war die symbolische Bäucherungbei den Beerdigungen, wie oben angegebenist. Die Verwendung bei Processionen be-zeugt Gregor von Tours De vit. patr. c. 13,wo er erzählt, dass bei Uebertragung derBeliquien des hl. Lupicinus W. brannte:dispositis in itinere psallentium turmiscum crucibus, cereis atque odore fragrantisthymiamatis. Bei der Procession nachVerurteilung des Nestorius auf dem Conc.Ephes. (431) wurde gleichfalls W. an-gezündet (Baron, ad ann. 431 n. 6). DasMenolog. s. Basil. zeigt eine Procession,bei der ein Diakon das Bauchfass trägt(abgeb. bei M artigny 2 676). Der Dienstbezüglich des Weihrauchs fiel nämlich demDiakon zu, daher auf alten GemäldenStephanus mit dem Embleme des Bauch-fasses erscheint. Bisweilen hält der Dia-kon , wenn er das hl. Sacrament in derColumba eucharistica (turris) trägt, in derBechten ein Eauchfass, in der Linkendas eucharistische Gefäss. So auf einemDiptychon bei Paciaudi De cultu s. Ioann.389 und Martigny 2 189. Die weitere Ent-wicklung der Incensationen fällt dem be-ginnenden MA. zu.

4) Gebete. Bei dem Incens vor demEvangelium: odore coelestis inspirationissuae accendat et impleat corda nostra

ad audienda et implenda evangelii suipraecepta. Diese Oration im Sacram.Gregor, bei Migne P. L. LXXVIII 247und in der Missa Illyric., wo auch eineBenedictio thuris: in nomine D. N. I. 0.benedicatur incensum istud et acceptabilefiat in odorem suavitatis. Eine andereBenedictio thuris in sabbato sancto beiMartbie De antiq. eccl. disc. 404; De rit.I 4, art. 7. Schon die Missa Illyr. hatdas noch jetzt übliche Gebet aus Ps. 140, 2:ascendat (dirigatur) oratio mea sicut in-censum in conspectu tuo (bei MartineOrdo IV). Andere Gebetsformulare Mignea. a. 0. 239 ff. 243 (placetur, Domine, hocthymiamate vel incenso furor tuus contrame et contra locum istum et contra po-pulum istum et praesta propitius, ut fu-mus boni odoris tibi simus ad capiendamvitam aeternam), zum Incens bei Kirchen-weihungen 419. KRIEG.

WEIHHAUCHFASS (thuribulum, auchturibulum, Oup-iar^piov, thuricremium, in-censorium, auch incensarium, fumigato-rium), das Gefäss, in welchem der Weih-rauch angezündet (Liv. XXIX 14), nichtdasjenige, inwelchem erbewahrt undnach demTempel getra-gen wurde(acerra, s. Riehi. v.). Viel-leicht die äl-teste Formdieser Weih-rauchfässererscheint aufdem Fries desParthenon (s.uns. Fig. 527),wo ein voneinem Knaufunterbroche-ner Ständermit einerthurmähnli-chen Spitzedargestelltist; eine Niketrägt denStänder mitdem Arm undbewegt sichnach einemTempel zu. Eine andere Form von Thu-ribula wurde an einer Kette getragenund hin und her geschwungen, um dieLuft mit Wohlgerüchen zu erfüllen ( Curt.VIII 9) und in den Tempeln zu räu-chern (Verg. Aen. XI 482). Rieh i. v. Tu-

Fig. 527. Wcikrauclistandor voneiner Oenochoe aus Vulci (Lenor-mant et J. de Witte Elite desmonum. ceramograph. I, pl. XCIII)Nike mit dem Thymiaterion.