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Zweiter Band. I - Z.
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Weintrauben — Weisheit.

Wein, den die Rebe hervorbringt, mitdem vergossenen Blute Jesu Christi (Pae-dag. I 5). Damit hängt vielleicht die Er-scheinung zusammen, dass manchmal aufSarkophagen mit den Figuren der Apo-stel, die ja ihrer Mehrzahl nach Märtyrerwaren, die Weinrebevorkommt ( Bottari tav.XXYIII).

Dafür, dass die Wein-rebe auch als Symbol derEucharistie gebrauchtwird, lassen sich erstaus späterer Zeit Belegebeibringen. Mülin (1. e.pl. LVIII 5 ) giebt einenSarkophag aus Arles, wogeflügelte Genien oderEngel mit Herbsten undErnten beschäftigt sind;auf einem Amethyst ausTurin (Perrot vol. IV,pl. XVI 52 ) sieht maneine Weinrebe zwischenzwei Aehren. Auf demBasrelief eines Altarseiner Kirche zu Rimini(5. oder 6. Jahrh.) eineVase, darüber ein Kreuzund zwei Weinreben, anderen Früchten Vögelpicken (de Rossi Bull.1864, 15). Aehnliche

Motive auf dem Altärezu Auriol (Bouches-du-Rhone). Das göttlicheLamm, das in der Eu-charistie sich uns alsSpeise giebt, erkenntVogue in seinem Werküber Centralsyrien ineinem kreuztragendenLamm mit Weintraubenund Broden. DerselbeSinn (s. uns. Figg. 537.538. 539. 540) scheintden Weinreben zu Grundzu liegen, die Martigm /aus Africa giebt nachZeichnungen von Seriziatund Villefosse, zumal dieWeinranken in Verbin-Fig. 540 . Pilaster aus düng mit dem Mono-der Basilika von Te- gramm sind. Ueberhauptbessa (Zeichnung des • t n • -i-> u

Comm. Seriziat, Mar- Waren ™ Africa Reben-tigny J 198). und Traubenmotive be-liebt, so Corp. Inscr.lat. VIII, n. 8189 und auf vielen an-deren Inschriften aus Calama, derenchristlicher Charakter jedoch nicht mitSicherheit angenommen werden kann.

KÜNSTLE.

WEINTRAUBEN, OpferungundAus-theilung derselben. Die Can. Apost.

c. 4 haben bereits die Bestimmung, dass

am Altar nur Aehren und Trauben, Oelfür die Lichter und Weihrauch zur Zeitder Oblation dargebracht werden sollen (vgl.dazu Hefele C.-G. 2 I 801); die Synode zuIlippo 393, c. 23 (ebd. II 58) sagt: beidem Sacramente des Leibes und BlutesChristi soll nichts geopfert werden, alsBrod und Wein mit Wasser gemischt.Und endlich heisst es in dem Trullarmmvon 692 (c. 28, ebd. III 334): in einigenKirchen sei es Gebrauch, dass die Gläu-bigen Trauben zum Altar bringen unddie Priester dieselben mit dem unblutigenOpfer verbinden und zugleich mit diesemaustheilen. Dies dürfe nicht mehr ge-schehen, sondern die Trauben müsstenbesonders benedicirt und ausgetheilt wer-den, zum Lobe des Gebers aller Früchte,durch welche unser Körper genährt werdeu. s. f. Diese Vertheilung der Trauben waralso etwas den Eulogien Analoges (s. I451 f.). Vgl. Andr. Weber Vindemiolamsacram de uvis eucharisticis ad illustran-dum Can. 28 Trull. Syn., Altdorfi Noric.1704, 4°. kraus.

WEISEN, die, aus dem Morgenland, s.

d. Art. Magier II 348 f.

WEISHEIT (ao<p(a, sapientia), Die beiGarrucci (tav. CXII 2 ) wiedergegebene Mi-niatur der Wiener Genesis zeigtAdam und Eva, wie sie eben das Para-dies verlassen mussten, begleitet von einerhochgewachsenen Frau, welche in himmel-blaue Tunica und ein rothes Pallium ge-kleidet ist: maxime notabilis est personailla muliebris caeruleo et purpureo vestituinduta, quae Adamum et Evam tanquamsolatii causa extra Paradisum comitatur(Bibi. Caes. ed. Kollar, 1776, 111 7). Lam-beck fand keine Erklärung für diese Ge-stalt, in welcher Montfaucon und d’Agin-court (IV 176, ed. Prat.) eine Personifi-cation, jener der Busse, dieser des Tro-stes, erkannten. Mit Recht spricht sichGarrucci (I 279) gegen diese Deutung aus;da die weibliche Begleitung mit dem er-sten Elternpaar aus dem Paradies kommt,kann sie weder die Busse noch den Trostsinnbilden. Er erklärt sie, gewiss richtig,als die Personification der W., welchenach Sap. 10, 1—2 den Menschen nachseinem Falle in ihren Schutz nahm: haecillum qui primus formatus est a Deo paterorbis terrarum, cum solus esset creatus,custodivit et eduxit illum a delicto suoet dedit illi virtutem continendi omnia,und (ib. 9, 18—19) ihm den rechten Wegzur Rettung zeigte. Eine zweite Darstel-