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schönste des Museums, von Giulio CesareFontana errichtet, 62 m. lang und 21 m.breit, 22 m. hoch, und mit farnesiani-sclien Bildern von del Drago geschmückt;die Decke (Hauptbild: die Tugend,welche Ferdinand I. und die KöniginMaria Karolina krönt), von Bardellini,am Boden ein trefflicher Meridian von28 m. Länge, vom Astronomen Caselli1701; — vorn zwei grosse Globen vonCoronelli . — (Auch das 32fache Echo desSaals ist berühmt.) Zu diesem grossenSaal gehören noch 14 andere.
Die Bibliothek, von Paul III. Farnese begründet, besitzt über 260,000 Druckbände;etwa 1500 Inkunabeln und 10,000 Manu-skripte; die interessantesten: alfonsinische(lateinische) Bibel auf Pergament, von Al-fonso I. mit Randbemerkungen versehenund dem Kloster Montoliveto geschenkt; —die Briefe des S. Hieronymus, Pergament-kodex aus dem 7. Jahrh., mit Uncialbuch-staben; — die Grammatik des Flavins Sosi-;pater Ckarisius, Pergamentkodex aus demö. Jahrh.; — der fai-nesianische Pergament-kodex (halb verbrannt) des Festus; — dieNaturgeschichte des Plinius ; — ein Uffiziodivino (Messbuch ), *Flora genannt, mit vor-trefflichen gemalten Blumen; — ein Missaldes Cardinale di Toledo ; — Codex mit reichemOrnament aus der flämischen Schule des15. Jahrh.; — Olivetaner Chorbücher mit köst-lichen Federornamenten, 15., 16., 17. Jahrh.;— drei Codices von Dante’s Göttlicher Ko-mödie mit alten Miniaturen; — das * Uffiziodella Beata Vergine ; — Codex des 15. Jahrh.,mit äusserst sorgfältigen Ornamenten (Gold-blätter und kleine Blumen); ■— zwei diplo-matische Aktenstücke: der gothische Papyrusans Ravenna , von 551 n. dir., und ein denKönig Theoderich betreffendes; — Fragmenteiner Verschreibung von Odoaker ; — Auto-graphen von S. Thomas von Aquino (Kommen-tar zu Dionysos Areopagita); — TorquatoTasso, il Minturno (über die Schönheit); —il Cataneo (über die Liebe); — il Ficino (überdie Kunst); — Giovanni Battisla Vico (scientianova); — Giovanni Battista della Porta (dellaFisionomia naturale; il Georgio, eine Tra-gödie); —■ Galilei, Muratori, Metastasio ,Christine von Schweden u. a.
L. von der Bibliothek tritt man in denOstflügel des Obergeschosses.
Gleich nach dem Eingang, im erstenSaal 1. von der Bibliothek:
Lebensmittelsammlung (Commesti-bili) aus Pompeji .
In der Mitte, frei (bei der Thür),^Glasgefäss voll Oel, 1872 in Pompeji
gefunden. — Beim Fenster, im Glas-kasten: (20) modernes Glasgefäss miteiner schwarzen schwammigen Masse, ineiner zerbrochenen Amphore gefunden,wahrscheinlich Wein mit anderen Sub-stanzen gemischt; (6) antikes Glasgefässmit Mehlresten; (43) kleine Flasche mitFlüssigkeit; (47) Säulchen mit Oliven;(60) Amphore mit Gerste; (73) Amphoremit Feigen und Mandeln; (11) doppelteBronzekasserole mit Fleischresten; (62)Amphore mit Rosinen und Weinbeeren.— Rechte Wand: Glasschrank mitSchnecken, Schildkrötenschale, Muscheln,Asbest (Amianth), Eberzahn, Knöpfen,Körbchen, Talkplatten, Senfkörnern,Wollstoff, verkohlter Leinwand; (377)verkohlte Seide, Bruchstück von Purpur-stoff, zwei Börsen mit Geld (VespasiansZeit), Zucker, Netz, Faden, Kork ,Strohschnüre. — Fensterwand: Thier-kohle, Talk, Pech u. a. — L i n k e W a n d:Knöcherne Würfel, Eier, Hühnerknochen,Fiscligräthe, Kuchen, Mandeln, Knob-lauch, Zwiebeln, Weinbeeren, Datteln,Nüsse, Karuben, Feigen u. a.; Gerste,Weizen, Linsen, Bohnen, Senf u. a. —Eingangswand: 15 verkohlte Brode.Auf dem zweiten von 1. nach r. steht:»eris 9. Crani.. ,ri. ser...« (Stempel desBäckers Cranius). — An den Wänden:Kopien pompejanischer Bilder (vondenen manche im Original jetzt schonsehr abgeblasst oder unkenntlich ge-worden sind).
Gegenüber!’.: Modellsaal. An denWänden F ortsetzung der Kopien derWandgemälde Pompeji’s (darunterschon das 1876 ausgegrabene Orpheus-bild). — Auf den Tischen: Modelle. R.vorn: Amphitheater von Pompeji; — da-hinter Dioskurentempel in Rom ; — dann:Cerestempel, Neptuntempel und Basilikavon Pästum. — L. vom Eingang: Kolos-seum in Rom . — R. vom Ausgang: Casadel Poeta Tragico zu Pompeji . — Frei inder Mitte, in einem Glasgeliäus: Abdruckin der Asche von Körpertheilen, im Kel-ler der Diomedesvilla gefunden; einStück zeigt den Busen eines jungen Mäd-chens. Auch ein Schädel und ein Armsind noch aufbewahrt.