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Von Bacoli gegen das Mare mortoliin trifft man vor der Parochialkirchedie noch sehr gut erhaltene *Piscinanürabilis (Kustode Va Fr.), einen fürdie Flotte bestimmten unterirdischenWasserbehälter, den die berühmteWasserleitung des Serino (der Julische Aquädukt, S. 320) speiste; 48 grossePfeiler, die das schwere Gewölbe tragen,bilden fünf Gänge und diese eine un-geheure Cisterne von 57 in. Länge und10 m. Breite. Die Höhen von Bacoli ,welche beim tiefer liegenden Mare mortoendigen, bilden die Campi Elisi, nochjetzt ein Elysium der ^Aussicht dar-bietend.
Von Bacoli kann man noch die kurzeStrecke bis zur Brücke des Porto diMiseno fahren (weiterhin zu Fuss). Manpassirt auf der Brücke den Kommuni-kationskanal zwischen dem Mare mortound dem Misener Hafen ; der trans-versale Damm ist erst das Werk einesspätem Jahrhunderts, da Agrippa deninnern See (das Mare morto, damalsStyxteich genannt) für den grossenKriegshafen mit der äussern Buchtverbunden hatte. Jetzt scheidet derDamm das stagnirendc Mare morto vonder südlichen Acgua morta, die zwischender Punta de 1 Penati und dem Promon-torium liegt; beide sind etwas über 700Schritte lang und 300 Schritte breit.
Der berühmte antike Hafen , wo Augu-etus die eine Abtheilung der grossen römi-schen Flotte zur Beschützung des Tyrrhe-nischen Meers aufstellte, während die anderebei llavemia das Adviatische Meer schützte,bestand aus drei Ankerplätzen; den.innersten,einst so belebten, bildete das Mare morto, vonwelchem eine flache Landzunge (il Porno)den folgenden scheidet; in dem ausserstenbeschränkte in der Nähe der nördlichenSpitze der Penaten ein aus fünf getrenntenWürfeln bestehender Damm auf eine kleineStrecke die Einfahrt, um die Anschwellungder See beim Sciroeco zu brechen. Die zweiäusseren Becken sind noch vorhanden, siehaben 13 m. Tiefe. Noch sieht man drei Pfeilerdes antiken Molo.
Jenseit des Hafens von Agrippa steigen die hohen Tuffwände des "CfipoMiseilO auf »als eine nur durch eine»Spiaggia « mit dem Festland verbundeneInsel, wie Gibraltar «. Der nördlicheAbhang ist angebaut; schon auf dem
Weg bis zur Kirche von Öasaluce(Miseno) sieht man eine Menge antikerBaureste; bei der Landspitze Resteeines antiken Theaters, auf dem Gipfelragen Ruinen eines mittelalterlichenThurms aus dem Reben- und Feigen-wald hervor (man nehme einen Führerdurch die Waldpfade hinan), am süd-lichen Abhang steht ein mittelalterlichesKastell und ein moderner Leuchtthurm.
Der *Blick von oben gehört zuden originellsten dieser herrlichen Küsteund ist das Ideal eines Reliefs der bei-den Golfe und der Inseln.
Vergil hat der Tumulusform des Bergsdas Grabmal des Namensstifters unterlegt(Aen. VI, 104 f.):
»Aeolus Sohn, dem MPenus, der es ambesten verstanden,
Männer zu wecken mit Erz, mit Trompeteden Kampf zu entflammen,Baute der fromme Acneas hier ein gewal-tiges Grabmal
Und legt Waffen des Manns und Ruderdarauf und Trompete,
Harrt an dem luftigen Berg, der jetzt Mi-senus nach jenem
Heisst und den ehrenden Namen bewahrtauf ewige Zeiten«.
Die mannigfache Kerbung des Tuffswurde schon in antiker Zeit an derWestseite des Bergs zur Anlegung einerPiscine, »Grotta Dragonara«, für dieSammlung von Trinkwasser benutzt;12 grosse Pilaster in vier Reihen stützendie gewölbte Decke und bilden stukkirteGallerien, in deren einer ein weitesBecken mit krystallhellem Wasser ist.
Die Grotte gehört wohl zur benach-barten Villa des Lucullus, deren Trümmerman zwischen, dev Grotte und dem Theatersieht (in dieser Villa starb Tiberius ).
Der flache Strand zwischen demMare morto und dem Meer heisst jetztMiliscola (wohl von Militum schola,dem ehemaligen Exercirplatz).
Am Promontorium Schiavone erfolgte(wahrscheinlicher auf dem Molo) der »trüge-rische Friede des Octavianus und Antoniusmit Sextvis Pompejus«.
Vor diesem Strand zieht der sogen.Mercato del Sahato, die Gräberstrasseder antiken, durch die Saracenen völligzerstörten Stadt Misenum (die nach Jom)bei Torre di Capelia stand, wahrschein-licher aber zwischen Capoluee und GrottaDragonara), durch ein Thal quer zum