Band 
Erster Band: Unter-Italien.
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7. Der Yesuv (Produkte).

aber bis zur Mitte um 10 Grad. Dannwechselt seine Gestalt abermals, dennschon beginnt die Doppeltheilung derGipfel einzuwirken, und während im N.im Umlauf eines Halbkreises das Ge-hänge immer jäher wird, fällt es auf derentgegengesetzten Seite zu einem Hoch-plateau ab, aus dessen Mitte der süd-liche Gipfel, der ■»eigentliche Vesuv «,dessen Basis ca. 2800 m. Durchmesserbeträgt, mit dem Hauptkrater auf derabgeschnittenen Höhe, Dämpfe, Asche,glühende Materie entsendend, drohendemporsteigt. Der andere, etwas niedri-gere, über den Ortschaften S. Anastasia,Somma, Ottajano sich erhebende Gipfel,die »Somma«, umringt seinen spätemGefährten, an der nördlichen Seitesenkrecht gegen den Kegel abstürzend,mit einem halbkreisförmigen Kamm.Der gemeinsame Fuss der Somma unddes Vesuvs ist ein grosser flacher Kegel,welcher 595 m. ü. M. aufsteigt. DieSomma hebt sich aus jenem grauenTrachyttuff empor, ähnlich den phle-gräischen Kratern; ihr Krater mochtevon Wall zu Wall einen Durchmesservon 5 Kil. bei einer Höhe von ca. 600 m.besitzen. Die Bildung dieses Riesen-walls begann untermeerisch, vollendetesich aber über der Wasserfläche; vielevon ihren an der 300 m. hohen geboge-nen Bergwand zahllos wechselndenSchichten bestehen aus sehr regulär ge-lagerter Lava, andere aus Schlackenund vulkanischem Tuff, einer geschich-teten Verkittung vulkanischen Sandes,vertikale Lavagänge durchsetzen diesämmtlichen Schichten. Die schlucht-artigen» Aushöhlungen der Nordseite derSomma legen dar, dass der Ursprungder Somma successiven Lavaströmenund Schlackenregen zuzuschreiben istund dass längere Zwischenräume zwi-schen den sich folgenden Eruptionenstattfanden, während welcher von Was-ser ausgehöhlte Thäler gebildet wurdenund Bäume und Sträucher zu ihrer Ent-wickelung Zeit fanden. Das Haupt-gestein der Somma ist der Leucito -porphyr, der die obere Sommahälfte undden Vesuv bildet, ein kompaktes graues

Gestein von porphyrartiger Struktur, inwelchem Leucit und Augit sichtbar ein-gehüllt sind.

In geringerer Menge (meist dem blossenAuge nicht sichtbar) Feldspat, Nephelin,Olivin, Glimmer, Magneteisen. (Der Leucithat die charakteristische kombinirte Formeines stumpfen quadratischen Oktaeders miteinem Dioktaeder; durch seinen ausser-ordentlichen Iteichthum an Kali ist er derfür den Vesuvwein wichtigste Stoff; der Augitbildet achtflächige Prismen, an den Endenmit schiefen Flächen; sein Kalkgehalt be-dingt ebenfalls die grosse Fruchtbarkeit.Beide werden zuweilen in schönen Kry-stallen auch aus dem Vesuvkrater mit feinerAsche ausgeworfen.)

Die Somma war noch zur Zeit desAugustus der alleinige Gipfel, und Strabo beschreibt diesen als eine grosse un-fruchtbare Ebene. Ein sichelförmigesThal trennt Somma und Vesuv ; imnordöstlichen Theil heisst dieses ThalC'anale delV Inferno, im nördlichen Atriodi Cavallo (711 m. ü. M.), im nordwest-lichen GH Atrii. Die Fortsetzung desAtrio di Cavallo bilden le Piane, einrauhes Lavafeld, das eine fast ebene,auf der Südseite dem eigentlichen Vesuv-gipfel zur Basis dienende Zone bildet.Zwischen den westlichen Piane unddem Nordwestende der Somma liegt dasObservatorium (560 m. ü. M.), auf

dem sogen. Monte de’ Canteroni, einemzertrümmerten Rest des Sommawalles.(Durch die zahlreichen Lavaströme derjüngsten Zeit ist das Atrio bis zur Höhedes Observatoriums erhöht worden, unddie Schluchten, in welche die aus demAtrio sich niederwälzenden Lavaergüssestürzten, sind theil weise ausgefüllt.) Da,wo der Monte de’ Canteroni gegen dasAtrio endet, erhebt sich .ein Kreuz(Croce del Salvatore)', der Monte de’Canteroni trennt zwei Thaleinschnitte,den südlichen Fosso grande vom nörd-lichen P'osso della Vetrana (der weiterwestl. Fosso di Faraone heisst). DieSomma ragt in ihrer Nordspitze, derPunta del Nasone, am höchsten auf(1112 m. ü. M.); der Gipfel des Vesuvs,dessen Durchschnittshöhe 1290 m. ii.M.beträgt, ist durch die Kraterausbrüchegrosser Veränderung unterworfen (1825war er 100 m. niedriger als 1868); die