Band 
Erster Band: Unter-Italien.
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7. Der Yesuv (Produkte).

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Böschungen des Kegels haben im Mitteleine Neigung von 30°. Auch der Durch-messer des Kraters auf der Spitze desobersten Aschenkegels ist sehr veränder-lich (ca. 750 m.)*, ebenso Schlund undBoden, die bei jedem Ausbruch eineverschiedene Form darstellen.

Da die Vulkane Kommunikationsstellenzwischen den glutflüssigen Gesteinsmasseneines innern vulkanischen Herds und derAtmosphäre sind, so hat man sich dentliätigen Vesuv als einen auf geschüttetenKegel vorzustellen, dessen Krater mit einemInnern Ilohlranm, dem Schmelz - und Lava-raum, in Verbindung steht. Dieser fülltsich periodisch mit zu Dampf sich verwan-delndem Wasser und erweitert sich mit je-dem Ausbruch in dem Kegel selbst durchUmschmelzung der bereits erstarrten Lava-massen. Die Wärme in diesem Herd ent-wickelt sich wohl aus den unzähligen che-mischen Processen, die im Innern unterdem Einfluss des Wassers stattfinden; odervielleicht durch Senkungen von Schichtenim Erdinnern, durch welche einerseits derflüssige Brei liervorgepresst und anderseitsbei der Hemmung der Senkung die Bewe-gungen in Wärme umgesetzt werden. (EinZusammenhang mit einem feuerflüssigeninnern Erdkern ist unwahrscheinlich unddurchaus unerwiesen.) — Trifft der Dampfmit dem feuerflüssigen Material zusammen,so wird dieses, das infolge langsamer Er-starrung aufpresst, als Säule emporgetriebenund schmelzt dabei die vorflndlichen Ge-steine. Die an die Oberfläche gebrachte,noch glühend flüssige Masse ist die Lava,die sich schon im Erdinnern als eine Lö-sung verschiedener, tlieils fester, theilsflüssiger und gasförmiger Substanzen in unddurch einander bei hohem Druck und hoherTemperatur gebildet hat. Bricht der Was-serdampf durch die noch im Kanal befind-lichen Laven hindurch, so werden sie inSplittern als Lapilli (in Neapel Itapilli ge-nannt) oder als sandartige vulkanische Asche,oder als grössere Schlacken emporgeschleu-dert. — Die Lava kann, wenn die Kegel-wandung ihrem Druck niclit gewachsen ist,am Kegel selbst höher oder niedriger einenSeitenausbruch sich bahnen. Die Wasser-dämpfe, welche nicht mehr durch die Lava-säule beengt sind, strömen, sich verdichtendhoch empor und bilden eine drohende, dichte,je nach der Stärke des Windes sicli ausdeh-nende Wolkenpinie aus welcher die mitge-rissenen Lavatrümmer als Lapilli und Sandniederregnen. Solche Schlammströme (Lavedi Fango) können in verderblichster Weiseweithin fortgeführt, werden.

Bei heftigen Ausbrüchen wird zuwei-len ein hoher Kegel durch das Einbackender emporströmenden Lava und durch dasHinausschleudern der in seinem Innern ge-lagerten Schlacken, Asche und Laven gänz-lich airsgehöhlt und stürzt dann zu-sammen, die Höhe nivellirend; auch beim

Ausbruch selbst wirft die Lava zuweileneine Kegelwand nach aussen. Die zurück-gebliebene Vertiefung des Kraters wird nachund nach durch die ausgeworfenen Schlackenwieder ausgefüllt und die Kraterwand aufsneue erhöht; die meisten Stücke, in geraderLinie in die Höhe geschleudert, fallen wiedersenkrecht in den Kraterkessel zurück, vielestürzen auf den Rand der Krateröffnungund helfen den Auswurfskegel aufschüt-ten. ■— Strömt Lava wagrecht um ihre Aus-flussstelle aus, so entsteht eine aus Lava-bänken und Schlackenschichten wechsel-lagernde Kraterhöhle. Ein neuer Ausbruchin einem solchen Krater veranlasst danninnerhalb des Hauptkcgels einen zweiteninnern Kegel, an welchem die Laven wiederüber den Rand hin oder seitlich anstretenkönnen. Ränder, Tiefe und Gestalt einesKraters sind daher bedeutenden Verände-rungen unterworfen, und so sah auch derVesuv zu verschiedenen Zeiten sehr ver-schieden aus. — Die Bildung von Schlacken-kegeln findet auch bei Seitenausbrüchenstatt; zu solchen sekundären Kegeln gehörenam Vesuv der Fosso della Monacu\, der Viulo,die Voccholi und die Jiocchc nuove. Wall-ränder bilden sich entweder durch einen nurschwachen Auswurf von wenig Schlacken-trümmern, oder durch kegelförmige Vertie-fung bei Dnrchsprengung der anfiillendenLavaschichten (so 1822, 1828, 1854).

Da die Dampfausströmungen mit demWasserdampf gemengt häutig auch noch an-dere (läse enthalten und der Dampf in seinerZertheilung eine Menge von Salzen und an-deren Stoffen mit sich reisst, so setzen sichdiese an den Ausstrümungsstelleu der Gasean; der Wasserdampf dringt überall ausSpalten und Klüften des Kraters, der Lava-ströme und oft auch der Seitenwände desBergs hervor und erzeugt so die Fvmarolen ,deren Summe die enorme Wolke über demGipfel bildet. Ihre Oeffnuugen, aus denensie hervorquellen, heissen Spiragli (Zug-löcher). Aus den Lavaströmen entwickelnsich die sogen, trockenen Fumarolen, welcheChlorwasserstoffsäure und schweflige Säureausstossen, manche auch Schwefelwasser-stoff. Unter den Sublimaten derselbenherrscht Eisenchlorid (gelb) vor, gemengtmit Chloriden von Natrium, Magnesium undCalcium.

Die La va fumar ol en sind nach Pal-mieri nichts anderes als ein Verbindungswegder obern erkalteten Lava mit ihrem nochglühenden Innern; die Dampfentwickeluugaus den Laven tritt daher besonders in einergewissen Periode ihrer Abkühlung ein, undman bemerkt sie vorzugsweise au denRändern und an der Oberfläche des Stroms.Kommt aber die Lava zum Stehen, so ent-weichen die Dämpfe nur aus gewissen Oeff-nungen, innerhalb deren noch Glühhitzeherrscht, während ihre Ränder sich mitverschiedenen amorphen und krystallisir-ten Sublimaten bekleiden. Die Sublimateerscheinen bei den ruhigeren Laven ineiner gewissen Reihenfolge, es sind Oxyde