Band 
Erster Band: Unter-Italien.
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8. Pompeji (ForfcanaMder).

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und 53 m. breit, sind aber jetzt mirdurch einen ihrer sechs früheren Zu-gänge zu betreten.

Das Bad der Römer bestand aus vierIlaupttheilen, dem Schwitzen in erwärmterLuft, dem warmen Wasserbad, der Ab-reibung und den kalten Abwaschungen,Danach sind die Räumlichkeiten vertheilt.

Ein Gang führt von dem Seiten-eingang Nr. 2 (2. Thür 1.) sogleich indas Apody torium (Auskleidezimmer),11,50 m. lang, 7 m. breit, unter dessenehemaligem Tonnengewölbe ein nachhinten theihveise noch erhaltener (mitChimären, Leiern und Vasen, weiss aufrothem Grund) reich reliefirterundorna-mentirter Sims hinzieht, auf welchemdie Lampen standen (man fand über1300 Lampen in diesen Bädern, zurNachtbeleuchtung, und vielleicht auchals Handelsartikel). Der Boden istmosaicirt, die Wände gelb; Lavabänkelaufen an den Wänden entlang, ein1 m. breites Fenster ist dicht unterdem Gewölbe; fünf Thören öffneten sichin dieses Auskleidezimmer (die süd-lichen Volker scheuen die Zugluft nicht);Capsarii wachten über die Kleider, vonderen Aufhängestellen noch Spuren vor-handen sind.

Von hier trete man vorn, um diedrei Hauptstationen in ihrer Reihenfolgezu sehen, durch die erste Thür r. in das

*Tepidarium(10 m. lang, 5,50 m.breit), das laue Bad, d. li. ein massigerwärmtes Gemach, dessen Temperaturbei dem in ein Badetuch gehüllt ruhigDasitzenden einen leichten Schweisshervorrief. Da die Temperatur hiernicht störend wirkte, so schmückte mandiesen Saal künstlerisch prächtig aus.Man sieht tlieilweise jetzt noch dieschöne Farbenvertheilung (weiss, rothund blau) des Deckengrundes mit denfrischen weissen Stuckreliefs in denunteren Reihen und den weissen Male-reien in den oberen; an den Nischender Wände (für die Aufbewahrung derHandtücher und Decken) sind köstlicheAtlanten oder Telamonen (d. h. männ-liche Figuren, die als Karyatiden dienen)inTerracotta, welche in vier verschiede-nen, regelmässig abwechselnden Typen,

mit aufwärts gezogenen Einbogen denSims stützen. Ein Fenster in der Höheerhellt den Saal von der Südseite. HinterGitter hat man jetzt die drei hier ge-fundenen Bronzeruhebänke (mit Thier-füssen) und einen fünffüssigen Bronze-herd aufgestellt. Das Tepidarium wardnämlich durch Röhren unter dem Bo-den und durch einen Bronzeherd (Focu-lare) geheizt.

Hatte sich der Thermenbesucherhier noch mit dem Strigilis abreibenund mit wohlriechenden Oelen salbenlassen (was oft erst nach dem kaltenBaden geschah), so trat er durch dieThür r. in den anstossenden Haupt-raum, das

Caldarium (5,50 m. breit, 16,50 in.lang), in welchem an den beiden Endenr. ein warmes Wasserbad (Calda lavatio),1. ein Apparat für kalte Uebergiessungenvereinigt sind. In diesem langen Saalbefindet sich daher am rechten Endeüber zwei Stufen für das grosse Wasser-bad eine viereckige Marmorwanne (Al-vcus, calida piscina), 5 m. lang und1,50 m. breit, in welcher etwa zehn Per-sonen gleichzeitig Platz fanden; dreiStufen führten hinan, zwei hinab; aufdem Marmorrand sitzend, konnte mannach Belieben tiefer eintauchen. Amlinken Ende ist eine runde Nische miteinem runden, flachen Marmorbecken,dem Labrum, durch ein Rundfenster inder fast halbkugeligen Decke von obenbeleuchtet. Dieses Becken von 2,30 m.Durchmesser diente für die kalten Ab-. Waschungen und Uebergiessungen , eheman das Caldarium verliess; laut derBronzeinschrift an seinem obern Randwurde es aus der Stadtkasse für 750Sesterzen (ca. 160 Fr.) von den Duum-vini angeschafft. Der mosaicirte Bodenruht auf kleinen Pfeilern von röhren-förmigen Ziegeln , damit die Hitze ausden benachbarten Oefen sich in diesemSouterrain (suspensuraej frei verbreitenkönne; Thonröhren führten sie von daaus auch zwischen den doppelten Wän-den der Cella hinauf. Der JPeuerungs-apparat daneben (durch einen Gang mitdem Apodyterium verbunden) war so