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halbrunden Nische. In der einst bemaltenNische ist ein grosses Piedestal, das dieStatue der Gottheit (Ooncordia) trug (inden zwei Seitennischen waren wohl auchStatuen). In gleicher Flucht mit derIlauptnische sieht man noch zwei kleineSeitenapsiden, die linke noch mit ihremweissen Marmorboden.
Die Hinterwand des Baues bestehtwie die vordere aus einer doppeltenMauer, um auch hier die Unregelmässig-keit des Flächenplans auszugleichen.In der Mitte dieser Doppelwand ist eineviereckige Nische ausgespart, wo aufeinem Postament die (in Gips nachge-bildete) Statue der Eumachia, der Grün-derin des Baues (das Original im Museumzu Neapel , 2. Korridor), steht. Laut In-schrift hat die Zunft der Walker (Eullo-nesJ der Priesterin dieses Standbild er-richtet. Auf der linken Seite der Nischeist die berühmte Thür, die zur symme-trischen Ausgleichung mit einer gegen-überliegendenThürliierher gemalt wurde(mit Füllungen wie noch jetzt). — Dieeinzelnen Theile des Baues dienten wohlfür folgende Zwecke: das Chalcidicumfür die kleine Börse, die Ecktribünenfür den stückweisen Verkauf der Wolleund Stoffe, die Porticus für die grosseBörse im Sommer, die Krypta für dieWinterbörse, die Nische mit dem Bildeder Gottheit für die Handelsrichter. —Die äussere Wand des Eumachiabauesgegen die Abbondanzastrasse diente alsAlbum (geweisstes Mauerfeld für dieAnzeigen).
Jenseit der folgenden Querstrassebildet den Schluss (d. h. den Anfang) derOstseite des Forums die sogen. Schuledes Verna (E 8, Nr. 8), ein grosser vier-eckiger Saal, 21 m. lang, 17 m. breit, andessen Ende inrothenBuchstaben Vernaund seine Schüler die Gerechtigkeit desDuumvirs anriefen.
Die Südseite des Forums (demJupitertempel gegenüber) nehmen (Nr.10—6) drei Gerichtssäle ( Tribunali, D 8,Nr. 9) ein, ihres Schmucks völligberaubt,aber von schöner Backsteinkonstruktion;Nr. 6 die grösste, mit drei Nischen aufjeder Seite und einer im Hemicyclus;
Nr. 8 mit erhöhtem Fussboden, imInnern mit 16 Piedestalen (die wohlSäulen trugen) und hinten ein Podium,zu dem man auf Holztreppen hinanstieg;Nr. 10 kleiner, hinten mit Hemicyclusund hohem Podium. Alle drei Sälehatten an Wänden und Fussboden grosseMarmorfliesscn, von denen jetzt nochReste vorhanden sind.
Jenseit des grossen Triumphbogensneben dem Jupitertempel gelangt mannach wenigen Schritten, wo dieFortuna-strasse die Forumstrasse scheidet, zum(Regio VII, Ins. IV, Via'VIII, Nr. 1)^Fortunatempel (E5,Nr. 10), Aedes
Fortunae Augustae, laut Inschrift imSanctuarinm (am Boden vor dem Piede-stal der Göttin) von einem Glied derFamilie Cicero’s, welches Duumvir,dreimal Quinquennal, auch Augur undMilitärtribun gewesen, auf seine Kostenund auf eigenem Boden 2 n. Chr. er-baut; jetzt ein von allem Marmor ent-kleideter, aber überaus pittoresker Bau:er ist nur 24,50 m. lang, .9,50 in. breitund hatte keine besondere Umfriedung.Zwei kleine zuführende Treppen sinddurch einen Vorplan für den Altar unter-brochen; dann geleitet eine sehr zer-störte neunstufige Volltreppe zur Vor-halle, die vorn einst vier korinthischeSäulen darbot, und je eine Säule undeinen Pfeiler an den Seiten. Drei ihrerKapitale und ein schönes Gesimsstücksieht man auf der Brüstung. Zu hintersterhebt sich die Weihnische mit demPiedestal der Göttin zwischen zweikorinthischen Pilastern; an den Cella-wänden sieht man noch Gesimsbrucli-stücke; in vier Nischen standen vierStatuen (wahrscheinlich Tullien); aussensind die einst marmorbekleideten Wändeder Cella mit Pilastern geschmückt underheben sich noch 4,50 m. hoch.
Die erste Querstrasse 1. (Strada dclleTerme) führt bei der 2. Thür 1. in die(Regio VII, Ins. V, Decumanus major,Nr. 2)
*Fortunabäder (Balmeae) (D 5,Nr. 11), 1824 ausgegraben; sie bildeneine von vier Strassen umschlosseneGebäudeinsel (Insula), 49,50 m. lang