Band 
Erster Band: Unter-Italien.
Seite
511-512
JPEG-Download
 

511

8. Pompeji (Kleines Theater).

512

ist reichlich für die entsprechenden Aus-gangsthtiren gesorgt; die Sitze warenmit (jetzt fehlendem) parischem Marmorbelegt, das Theater aus Tuff gebaut. —Die *Bühne, 33 m. breit und nur 6,50 m.tief, erhebt sich 1,50 m. über den Bodender Orchestra (d. h. den Zwischenplatzzwischen Bühne und unterstem Sitz-kreis). Die hinter der Bühne sich er-hebende Wand zeigt noch die drei Thii-ren, durch welche der Schauspieler zur

schieben des Vorhangs dienenden Be-hälter deutet noch die Oeffnung im Bodenan, in welchen in Zwischenräumen voneinigen Schritten zur Aufnahme der Vor-hangsträger Löcher eingemauert sind.Noch sieht man vorn als Zwischenwand,zwischen Orchestra und Bühne, die Brü-stung einer halbkreisförmigen und vonsechs viereckigen Nischen. In den zweigrossen rechteckigen Nischen zwischenden drei Thüren der Bühne standen dieStatuen »Nero’s undAgrippina's. — InsPostscenium hinterder Bühne zogensich die Schauspie-ler zurück. DasTheater war beimAusbruch der Ka-tastrophe noch inRestauration be-griffen. — Hinterdem Theater, 1. vomForum trianguläre,steht ein vierecki-ges Wasserreservoir(für den Staubregenan heissen Tagen).

Hinter der Bühnegelangt man 1. indas

^Kleine Thea-ter (Pl. 9, Nr. 71),auch das Odeon ge-nannt , nach derStelle Vitruvs: »dasOdeon liegt den ausdem Theater Her-

Bühne vortrat; einst war diese zwei-| ausgehenden zur Linken«, für ca. 1500geschossige Wand mit architektonischen Personen, diente wohl für die Lustspiele

Bühne

Orchestra

Das grosse Theater zu Pompeji .

Dekorationen reich geschmückt. Mansieht auch noch die kleine fünfstufigeTreppe, welche die Verbindung zwischenBühne und Orchestra, zwischen Schau-spieler und Chor vermittelte. — Das Pro-scenium, die eigentliche Bühne, warwohl eine in die Orchestra hinausgebautehölzerne Estrade. Sehr wahrscheinlichwar die Bühne oben durch einen hölzer-nen Fehlboden zugedeckt (wo die Blitze,Donner und Flugmaschinen aufgestelltwaren); den für das Hinauf- und Hinab-

des Plautus und Terenz, die Atellanenmit dem antiken Hanswurst (Maccus),Pantomimen und Schnurren. Einst ruhteein Dach von Holzkonstruktion mittelsSäulen, zwischen denen das Licht einfiel,auf der viereckigen Tuffmauer. Laut In-schrift an derWand, welche es vom grossenTheater scheidet, haben die DuumviriC. Quinctius Valgus und M. Poreius das»Theatrum tectum« zufolge Dekurionen-beschluss erbauen lassen. — Auch hierliegen nur die obersten Sitze in derselben