Band 
Erster Band: Unter-Italien.
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8. Pompeji (Altgriecliischei

DreivieHelsäulen, welche im Profil andie Antenpfosten angebaut sind, sämmt-lich ans Basalt, mit je vier Voluten, neh-men einen trapezförmigen Raum, 16,50m.breit und 4,50 m. lang, ein. Jenseit derHalle führen zwei Eingänge in der Mauer-umfriedung zu diesem Forum (das nochfünf andere Eingänge hat). — R. durchNr. 3 gelangt man unmittelbar in einedorische Säulengallerie, die vorn nursechs Säulen, an den zwei nach aussenabspringenden Längsseiten aber zusam-men 94 Säulen hatte, die den fast drei-eckigen hochgelegenen Platz seitlich be-grenzten. Die grössere Seite (108 m.)ragt westl. über dem grossen Theaterund der Gladiatorenkaserne auf, mitwelcher sie r. durch eine grosse Treppeund 1. durch zwei kleinere Eingänge zuden oberen Stufen des Theaters in Ver-bindung stand. Die dritte Seite Öffnetsich frei auf die herrliche Aussicht.

Gegen diese grössere Schmalseite desForums hin dehnen sich die geringenReste eines *altgriecliisclien TempelsfPI. 69) aus, der, nach denUeberbleibselnzu urtheilen, wohl schon im Anfang des6. Jahrh. v. Ohr. erbaut wurde. Alsaltdorischen Tempel hat man ihn demHerakles zugewiesen. Gegenwärtig siehtman noch die fünf Stufen seines recht-eckigen Unterbaues (31 m. lang und20,50 m. breit). An der Südostseite zweidicke dorische Sänlenstümpfe von Pepe-rin, auf dem Stylobat vier dorische Ka-pitale aus dem Kalktuff des Samo (inder Form denen von Pästum ähnlich);Fragmente von der Cella-Umfassung unddie runde Basis für das Kultusbild. DerTempel hatte vorn je acht Säulen, an denSeiten je elf Halbsäulen. Vor seiner neun-spr ossigen Treppe, welche (gegen dieLandstrasse hin) die fünf Stufen unter-bricht, ist ein gemauerter Raum für dieOpferasche, zur Seite drei Altäre für dieverschiedenen Opferweisen und dahinter1. Nr. 32 ein *Bidental 9 die geheiligteStätte, in welche der Blitz geschlagenhatte, durch das Opfer eines zweijährigenSchafs (Bidens) geweiht, in Form einerBruimenmündung ummauert, hier voneinem kleinen offenen Rundtempel (von

Tempel — Grosses Theater).

kaum 4 m. Durchmesser) mit acht do-rischen Tuffsäulen umgeben.

R. von der nördlichen Schmalseitedes Tempels wendet sich ein halbrunderSitz, r. mit einem Löwenfuss (in derMitte der Lehne auch Reste von Löwen-füssen) , einst an der Lehne mit einerSonnenuhr, der unbeschreiblich schönenAussicht auf die Berge über CastellamareaufVico, Sorrent, Capri und den Golfvon Neapel zu.

An das Forum trianguläre stosst das^Grosse Theater (Pi. G 9, Nr. 70);es gehört zu den besterhaltenen desAlterthums und wurde unter Augustusvon dein Architekten M. Artorius Pri-mus auf Kosten zweier Glieder derFamilie Ilolconius (der Brüder M. Rufusund M. Celer) erbaut. Es lehnt sich nachgriechischer Bauweise mit seinen Sitz-reihen an den Abhang des Hügels an, sodass nur die vier obersten Sitzreihen aufeinem gewölbten Korridor aufliegen undin derselben Ebene mit den anderen Ge-bäuden liegen. Von der Strasse her trittman daher in die zwei obersten Galle-rien ein. Zwei seitliche grosse Eingängeunter gewölbten Korridoren befinden sichin der Tiefe zu den Seiten der Scene.Jeder dieser Korridore hatte einen ge-wölbten Seitengang, der unter den Sitzenverlief und auf sechs Stufen zur Höhedes ersten Halbkreisabsatzes (Prae-cinctio) und zum zweiten (Media CaveaJführte. Eine Treppe östl. hinter demHalbkreis geleitete direkt zu den höchstenSitzen. — Der Zuschauerraum (Oavea)ist hier hufeisenförmig, hat 68 m. Durch-messer, konnte 5000 Personen fassenund nach kampaniselier Sitte durch einan Masten aufgezogenes Zeltdach über-deckt werden. Die unterste Cavea hatvier Stufen, auf denen sich die Ehren-sessel der Duumvirn, Dekurionen undAugustalen erhoben; die mittlere hat20 Sitzreihen (unten in der Mitte standdie Statue eines Donatoren IlolconiusRufus; die Spuren der Inschrift sind nochsichtbar); hier sass die Bürgerschaft;die oberste bot der Plebs vier Sitzreihen.Sechs Treppen theilten den Znsclmuer-; raum in sieben Keile (Gunei) ; überall