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Die Natur des Landes (Schwefel, Bernstein),
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Luft. In oft sehr malerischen llergschluch-ten tritt man zu den SvhmelxioerJcen hin, wodas schwefelhaltige Gestein in den Ofen ge-worfen, dieser zugemauert und so lange ge-feuert wird, bis der reine Schwefel in eineetwa 2 Ctr. fassende Form abfliesst und sozu Kuchen gebrannt ist. Als Schmelzofendienen auch die Galcarelle, Becken von Thonoder Sandstein, oder die Calcaroni, mit Erdebedeckte Katasten, ähnlich denen, welcheman zur Kohlenbcreitung mH dem Holz auf-richtet.
Einen originellen Eindruck macht danndas Bergwerk selbst. Man tritt gewöhnlichdurch eine etwa 2 m. hohe und 1 m. breiteOefFuung ein und sieht hier die Schar derMänner und Jungen keuchend schwere La-dungen des schwefelhaltigen Gesteins ausder Tiefe über die jähen Stufen hinantra-gen, wie ein Ameisenhaufen einer dem an-dern folgend, denn keiner darf den andernhindernd seineu Schritt anhalton; die Be-kleidung der Rastlosen reicht nur von un-ten herauf bis an den Gürtel. Man durch-schreitet zahlreiche durch einander grei-fende Gänge und sieht überall nur Hackeund Spaten als Werkzeug. Selbst Pump-werke für die Entfernung des oft sehr lästi-gen Wassers fehlen. Zur Beleuchtung derunterirdischen Gänge dienen die Berglam-pen. Der Schwefel kommt hier überall inder Xälie des Gipses vor, aber gewöhnlichin dem löcherigen Kalkstein, weissenKreide-mergel und Thon, sowie in dom blauen Mer-gel, welcher die Südseite der Insel deckt,die sämmtlieh mit dem Gips wechseln. DerDistrikt, in welchem er gewonnen wird,dehnt sich über 2600 QMiglien aus lind ent-hält ca. ”00 Gruben; die nördlichsten Minenliegen zwischen Centorbi und Catcna nuova,bei Leonforte, Villarosa (westl. von Calta-seibetta) und nördl. vom Monte Laura beiCattolica; Centorbi und Cattolica bezeich-nen die östliche und westliche Grenze des»Schwefels. Die reichsten Minen sind dievon Gallizzi, Sommatino und Favara.
Sicilien producirte 1830: 300,000 Quin-tale (1 Quintal rz ca. 1 Ctr.) Schwefel und.jetzt jährlich 1,600,000 Quintale in einemWerth von über 20 Mill. Iure. Dazu kom-men noch 60,000 Quintale für den innernVerbrauch. 200 Gruben gehören zu denwasserlosen, vorzüglichen; sie liegen beson-ders in den Territorien von Girgenti undCaltauiselta und haben Seliwefelbänkc vonmehr als 30 m. Dicke. Die Gewinnung desSchwefels beschäftigt etwa 3500 Picconieri(Pikenmänner) und 13,000 Trasportatori (Last-träger). Die Industrie ist noch vieler Ver-besserungen fähig. Von besonderem Inter-esse sind die prächtigen, bisweilen 5 Zolllangen Schioefelkrystalle, welche bei Girgentiin Gesellschaft von schön krystallisirlem Cö-lestin , Gips und Kalkspat auf Klüften vontertiärem Thonschlamm, welcher auf Hip-puritenkalk in der Nachbarschaft von Gips-stöcken lagert, vorkoinmt.
Eine eigenthümlieho Physiognomie ge-ben manchen Gegenden auch die Salzwerke,
die sich in grosser Zahl an der Ost - undWestküste befinden. Meist werden in dasflache Ufer zahlreiche breite, gegen 2 Fusstiefe Gräben eingelassen, in welche dasMeerwasser hineingeleitet und durch einenDamm vom Meer abgeschlossen wird. Durchdie Sonnenwärme verdunstet nun das Was-ser, und das Salz bleibt auf dem Boden alsweissliche Kruste zurück, die dann zu grossenzuckerhutförmigen Haufen zusammenge-schaufelt wird. Hier findet dann wiedereine Reinigung von den Beimischungen statt.Die pyramidalen Haufen, in grosser Anzahlaufgereiht, bieten namentlich an den Ge-staden von Trapani einen ganz originellenAnblick dar, besonders, wenn etwa nochdie Strahlen der Sonne sich auf den Kry-stallkörncrn brechen. Die bedeutendstenSalinen sind bei Agosta, dann an der Ein-fahrt des Stagnone, nördl. von Marsala und(35) südl. von Trapani; von hier wird dasSalz sogar nach dev Türkei, Norwegen undSchweden exportirt.
Eine besondere Merkwürdigkeit Sici-Iiens ist der Bernstein (a-mbra), der im gan-zen Mittelmcer nur liier, in den Flüssen Si-meto und 8also, nach heftigem Regen an derMündung gefunden wird. Man trifft ihnauch bei Gallascibelta im anstehenden Ge-birge. Er ist ein aus dem Harz uvweltliclievZapfenbäume (namentlich des Pinites sucei-nifer) entstandener Körper, der hier in denthonigen Ausschlännnungen desSimeto(Giar-retta) in den schönsten gelben, sehr klaren,opalisirenden Exemplaren vorkommt und iuCatania zu allerlei künstlerischen Schmuck-sachen verarbeitet wird.
Schon im Alterthum war das Marien-Glas, die halbedlen und edlen »Steine wieAchate und Smaragde der Insel bekannt; derSchwefel wurde noch nicht benutzt, dagegenwerden Salz, Farberde und Asphalt als Pro-dukte Siciiiens erwähnt. Vortrefflichen Kalk-stein zu den Tempelbauten lieferten nament-lich die nahen Brüche bei Selinunt (Campo-bello), und der bunte Marmor von Taurome-nion war hoch geschätzt.
Wie aber die Schwefeldistrikte das jetzigeSicilien von dem antiken physiognomisclistark unterscheiden, »so noch weit mehr dieVegetation , denn der Citronenbaum warderst in der spätem Kaiscrzcit kultivirt, dieOrangen brachten er.st die »Saraeeiien im12. Jahrh., ebenso die Dattelpalme und dieBaumwolle; Reis wurde erst am Ende des15. Jahrh. angebant, und Opuntien und Aga-ven kamen erst im 16. Jahrh. aus Amerika;auch die Maulbeeren stammen aus der neuernZeit (Roggen wurde in der antiken Zeit nichtgebaut, Hafer war Unkraut). Opuntien undAgaven bilden aber jetzt eins der wesentlich-sten Ornamentglieder der sicilischen Flora;die Opuntiej indianische Feige, hat radfür-mige Blüten, die aus den dornigen Höckernder walzigen Stengel entspringen und sichzu eierähnlichen gelblichen und röthlichenFrüchten entwickeln, die zwar durch ihreStachelhaare den Anfänger unangenehmverletzen, wenn aber die Kunst des raschen