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Die Natur des Landes (Vegetation).
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Schalenkreuzschnitts (an der Basis) erlerntist, in ihrem rothgelben butterartigen, mitvielen Samenkörnern erfüllten Mark einsehr erfrischendes, säuerlich-süsses Obst lie-fern, dessen sich die Sicilianer für den Burstsehr fieissig bedienen. Bie vielverzweigtenholzigen Stämme erheben sich hier oft zu .stattlichen, umfangreichen Bäumen, und diedickfleischigen, glänzend grünen Scheiben-glieder mit ihren Borstenbüscheln bilden,namentlich in vulkanischen Gegenden oderwo sie zur Bezäunung der Felder benutztwerden, eine ganz eigenthümliehe Draperieder Landschaft, deren Beleuchtung ihre dasLicht stark rcflektirendcn Stengelblätter oftaufs grellste steigern. Bie Früchte werdenauch als Schweinemast benutzt. Man trifftsie in Sicilien überall, grosse, durch die ver-worrene Verwachsung und die Stacheln un-durchdringliche Hecken bildend, oder zuwei-len ln ganzen Wäldchen zusammen (auf denLavaströmen des Aetna bis 7U0 in. hinan),und ihre Früchte bilden auf dem Land vierMonate des Jahrs einen Haupttlieil der Nah-rung, die ohnehin fast nichts kostet. Sicist die nächst Wein und Agrumen am reich-sten vertretene Frucht und bedeckt ausserden Hecken noch S5D0 Hektar Boden; siewächst auf den unfruchtbarsten Stellen,'selbst auf Kalksteinschroffen, und ist der»Pionier« der Kultivirung auf den schwar-zen, rauhen Oberflächen der Lavaströme. —Bie Agave (grosse Aloe) ist gleichsam dieGesellschafterin der Opuntie, da sie überallvorkommt, wo diese Boden gefasst hat, undauch mit dürrem, unfruchtbarem Grund zu-frieden ist; ihre mächtig langen und brei-ten, heclitblau bereiften und stachelig ge-zähnten Blätter werden hier auch, wie dieOpuntie, zu Hecken benutzt; ihr dicker,oben ästiger, leuchterartiger, baumhoherBlütenstengel trägt oft trotz aller Steifheitsehr zur Belebung des kleinern Laudschafts-bilds bei, und man begreift, dass sie wegenihres stattlichen Ansehens den Namen der»Erlauchten« Kadmostoehter erhielt. •— BieDattelpalme, die es zwar zu prächtigenBlütenrispen und zur vollen Entfaltung ihrerlangen blaugrünen Blätter bringt und ander südwestlichen und nordöstlichen Küsteeine Hauptzierde der Landhäuser ist, zeugtdoch von ihrer Versetzung aus der arabi-schen Halbinsel durch ihre nicht essbarenFrüchte. — Bie Banane (Musa paradisiaca)mit ihrem langen, aus fest gerollten Blatt-scheiden gebildeten Stamm, dem prächtigenbreiten Schirm ihrer seidenglänzenden, zartgewebten langen Blätter und dem saftrei-clien Stengel mit dem rosig umbliitetenSchaft bildet namentlich am Fuss des Aetnaeinen köstlichen Schmuck einzelner, in denVignen zerstreuten Bauernhütten, und dochbeginnt ihr eigentliches Vaterland erst 15°südlichert — Die Zwergpalme (Chamaeropslmmilis), in Sicilien halbgriechisch Ciafä-gniuni genannt, bildet eigentlich nur Sträucheohne Stamm und wuchert wie Unkraut; derflache Blattstiel ist mit starken Bornen be-setzt; zwischem dem Blättcrscliinn, der bis
1 m. Durchmesser hat, treten die zweihäu-sigen Blumenkolben hervor; die weiblichenentwickeln je drei runde, am Stiel drei-eckig zugedrückte, haselnussgrosse Stein-früchte. Sie ist namentlich an den südwest-lichen Strandsteppen die charakteristischelandschaftliche Pflanze, besonders um Gir-genti, Selinunt, Segcsta,wo sie grosseStreckonbekleidet. Ueberall schauen hier ihre fächer-förmig gefalteten und fingerig gespaltenenstarren Blättchen in Menge aus den ltitzendes felsigen Bodens hervor. Aber währendsie um Palermo theilweise noch im lockernSandboden begraben ist, so dass nur dieSpitzen der Blätter hervorragen, sieht inansie bei Girgenti mit kleinen, bis IV2 m.hohen Baumstämmen. Auf dem Stamm sitztdann als zierliche Krone der Blattfächerauf. Bas Mark des dicken Wurzelstocks,die weissen Blätterköpfe in der Knospe wer-den gegessen, letztere als Salat; die Früchteisst der Landmann einige Wochen hindurchals Hauptnahrung, und die Ziegen helfenihm; mit den frischen Blättern wird dasRindvieh gefüttert; die zusammengebunde-nen Blätter bilden Besen und Kehrwische,die lockeren Bastnetze zwischen der Basisder Blattstiele liefern ein treffliches Werch;die zähen, langfaserigen Gefässbiindcl ge-ben einen trefflichen Bindfaden, aus wel-chem zierliche Sessel, ja, selbst dauerhafteStricke geflochten werden (auch Körbe,Fischreusen, Sonnenschirme, Fächer, Iliitewerden aus ihr verfertigt). — Bie Meer-zwiebel (Scilla maritima), ein blattloser Schaftmit langer weisser Blütenähre, ist sehr oftdie Gesellschafterin der Fächerpalme, sowieauch der Kapernstrauch, ein dorniger, wilderStrauch mit langen , kriechenden Ranken. —Der Mastix (Lentiscus), in Sicilien »Stincu«genannt, liebt die Meeresküste und ziertdieselbe mit seinem dunklen, immergrünenLaub, überzieht auch oft ganze Gebirgs-gehänge mit seinem Gebüsch; seine Zweigedienen den Hirten zur Feuerung und ver-breiten einen balsamischen Geruch; dieLaudleutc sammeln imBecember die schwar-zen Beeren und pressen ein helles Lampenöldaraus. — Bie Kultur des Oelbaunis bildeteine Hauptquelle des Wohlstandes der In-sel. Er deckt gegen 60,000 Hektar Land;die Ernte liefert jährlich ca. 15,000 Tonnen,2/3 für das Inland, Va für den Export. (DieQualität ist nicht so fein wie die zu Lucca,konnte aber durch Kultur leicht dazu er-hoben werden.) Am reichsten gedeiht er anden Bcrgliängen der Nordküste. Man trifftliier wahre Prachtexemplare; die mancher-orts vorkommenden bizarren Gestalten der-selben, indem die hohlen, spiralförmig ge-wundenen Stämme unten auseinander sprei-zen und auf ca. 2 m. von einander entferntekleinere übergehen, sollen von der sarace-nischen Art der Pflanzung herrnliren.
Gegen 36,000 Hektar sind mit allerleiFrüchten bepflanzt. Darunter treten beson-ders die Agrumen (Orangen, Limonen, Citro-nen) hervor, welche ca. ÖH0O Hektar be-decken. Nur die Auslese der Früchte wird