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2. Palermo (Pal. Geraci - Domplatz).
das Erdgeschoss, fensterlos aus massivenHausteinen, noch mit dem alten l’ortalbogen;das obere Geschoss der 1. Abtheilung hatan jeder Ecke ein Kundbogenfenster, undzwischen diesen drei mächtige *Spitzbögenmit Zickzackband, auf Konsolen; die Bögenumschlicssen gekuppelte, unten durch eineSäule verbundene Fenster; unter demScheitel Rosetten. Die 2. Abtheilung hatschmucklose Kund - und Spitzbogenfenster.Im Kloster ist jetzt ein Mädcheninstitut.
An der Via Yittorio Emaimele, SS.Salvatore gegenüber, drittes Haus r. (Kr.411), erhebt sieh dermal. GGl'äci ('D 4),ein sehr reicher Rcnaissancepalast, auseinem altern von Maravuglia 1700 um-gebaut, von prächtiger Anlage; auch dieStückarbeiten des Vestibüls elegant undvon schöner Eintheilung. Die Skulptu-ren des Mittelportals und am grossenBalkon sind von Ignario Mnrnbitti. DieFamilie der Geräci, principi di Castcl-buono und Reichspairs, ist jetzt fast er-loschen, und seit 1860 bat sich das NuovoCasino (Sammclort der eleganten Welt)den Palast zum heitern Sitz der Karne-valbälle erkoren. — An der linken Wanddes westwärts folgenden Hauses führt dieVia Monte Yergini an der fl.) Kirche delleVevgini (ein Bau von 1G97) vorbei, fastam Ende des langen Strässchens (nachKr. 33) r. zur Kirche Tre lie (D 3).
Am Jlauptaltar: Die Anbetung derWeisen, von Gioacchino Martorana, an denSeitenwänden zwei grosse Fresken vonFi/o d'Annu. —■ Der Ort, wo die Kirche stellt,war einst der Lido des linken Hafens deralten Stadt, und trug den Thurm Kheri.
Zurück zur Via Vittorio Emaimeleund hier westwärts weiter folgt r. (Kr.327) das königliche Jageeum VittorioEmaimele, das ehemalige Collegio nuovoder Jesuiten; hier befindet sich auch dieBibliotecii uazionale ftägi. von 10—4Uhr; und vom 1. Dec. bis 31. Mai vonGVs—0 Uhr Abds. geöffnet). Der Palastwurde 155G von den Jesuiten errichtet,17GG nach ihrer Vertreibung der palcr-mitanischen Akademie übergeben, späterfür die Universität eingerichtet; 1848 und1800 nach abermaliger Vertreibung derJesuiten setzte sich der Staat in den Be-sitz der Bibliothek.
Die Bibliothek ist durch die Sammlungenaus den unterdrückten Klöstern und durchneue Anschaffungen sehr bereichert worden :
sie zählt ca. 110,000 Bände, 1550 Inkunabeln,1209 Manuskripte. In ihrem grossen Saalfand in der Nacht des 18. Juli 1812 jenesieiiisehe Baronenversammlung statt, welchedie feudalen Privilegien auf der Insel ab-erkannte; 1820 sass hier die Giunta revolu-zionaria. In dem weitläuligen Collegio »mas-simo« befinden sich jetzt ein Lyeeum, Gym-nasium, Technikum, eine Normalse.liule,Abendschule (Zeichnen) für Handwerker undeinige Elementarschulen.
Kun folgt r. der Domplatz (I) 3),einer der schönsten der Stadt, ein weitesregelmässiges Rechteck bildend und denBlick auf die herrliche Südseite des Domsvöllig freilassend.
Es war der alte Friedhof der Kathedrale,140') erweitert. 1753 erhielt der Platz diean drei Seiten ihn umziehende reiche Mar-morbalustrade, mit 10 zu verschiedenenZeiten gesetzten Statuen der vier Kirchen-lehrer (gegenüber dem erzbischöflichenPalast), von den Palermitaner BildhauernTravaglia und Ane.Uo 1073 skulpirt, und derPalermitaner Heiligen; gegen den Cors<>:Sergius, Cristina, Silvia (Mutter Papst Gre-gors), Agata, Rosalia, Ninfa, Oliva, Agathen,von Aprile und Gnercio 1050 skulpirt; — ander Ostseite S. Mamiiiano, Eustazio, Proculo,Golbodeo, palermitanische Märtyrer, vonTravaglia und Audio. — Im Centrum desPlatzes, auf elegantem dreieckigen Piede-stal: S. Rosalia, 1744 aufgestellt. — Für denlieblichen Wolilgerucli sorgte das Municipiodurch Anpflanzungen.
Der **I)oill (D 3), der S. Rosaliageweiht, ist ein überaus pittoresker, phan-tasiereicher Bau des 12. Jahrli. und über-rascht durch seine mannigfaltigen male-rischen Prospekte, den glühenden, tief-braungelben Ton seines Mauerwerks, dieeigenthümliche Eleganz der sicilischenGothik und des sieilisch - romanischenmusivischen Fläclienschmueks. Leiderstellt der Einhau einer modernen Kuppelin Renaissanceform in schroffem Wider-spruch zu diesen Linien, dagegen voll-enden die schön gearbeiteten vier Tliiirmean den Ecken des Baues und der weitnach W. abstehende imposante (1835theil weise erneuerte) grosse G locken-tlnirm, von runden Ilalbthiirmen llankirtund durch zwei Bögen mit der Kircheverbunden, den originellen Eindruck die-ser schönsten Kapelle Siciliens. — Diereiche Masse aller Gliederungen, Säulclienund Ornamente ist durchweg in Marmor,das Mauerwerk in dem porösen Paler-mitaner Kalkstein ausgeführt. Auf die