Band 
Zweiter Band: Sicilien.
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191-192
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2. Palermo (Dom).

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Vierung; die eingesprengte moderne 'Mittel-kuppel unter dem Bau ganz stilwidrig. Der(üior schliesst mit drei Apsiden.

In der 1. und 2. Kapelle des re cli t enSeitenschiffs sind die *• Kihvif/S -(jräbev. 1. Csipp. r., vorn: der Por-phyrsarkophag Kaiser Heinrichs VI.

Sechs Säulen mit leichtem geraden Ge-bälk tragen das offene mit Porphyrplattenbekleidete Giebeldach: auf dem Sarkophagist an dev Kopfseite eine Hose, Pinten miteinem Schild, an der Fusssoite die kaiser-liche Krone und die Hand mit dem Kingskulpirt. Die Inschrift lautet: Dem An-denken Kaiser Heinrichs VI., Königs vonSicilien, gcst. in Messina, September 111*7.— Beim Eröffnen des Sarges war die Leichetrefflich erhalten; lange, rothe Haare holenvom Scheitel zur Schulter, und ein dichterrother Vollbart umhüllte das Kinn. DieLeiche war in einen reichen Mantel gehülltund die kaiserliche Mitra (mit arabischerInschrift) lag zu Füssen.

K, neben Heinrich VI., an der Wand,ist der weisse Marmorsarkophag vonCostanza (II.) von Aragonien, Gattin;Kaiser Friedrichs II., gest. zu Catania,!23. Juni 1222. j

Der Sarkophag ist antik und mit dem jRelief einer Jagd geschmückt; die Grab- jschrift lautet: »Fürstin Sicaniens einst, Gon- ;stanze, und Dir, Friedericus, hohe Gattin, ,ruhe ich nun liiere (Sicanie regina fui Con-stantia, eonjux Augusta hic habito nuncFederice tuaj.

Hinter Heinrich VI. der Porphyrsargvon Costanza (l.), Tochter König Rogers,Gattin Heinrichs VI., Mutter Kaiser Fried-richs II., welche Sicilien an die Hohen-staufen brachte.

Das Grabmal ruht, auf mosaieirten Mar-morstützen, an der Kopfseite ist eine Koseund ein Adler skulpirt, an der Fusssoitedie kaiserliche Krone und ein Kreuz. Sechsmit. vergoldeter Mosaik umwundene Säulenstützen den Baldachin. Die. Grabselirifö be-richtet, dass die Jetzt« des königlichenStammes der Normannen zu Palermo am27. Nov. llbö starb.

2. Capp. r., vorn: I)cr Porphyrsar-kophag Kaiser Friedrichs II. , ein gran-dioses Prachtwerk, ganz aus Porphyr,sannnt Säulen, Cornichon und Baldachin.

Auf dem Deckel in sechs Medaillon-reliefs: I. die Madonna und zwei Evange-listensymbole, r. der segnende Christus undzwei Evangelistensymbole, zu Häupteneine Kose und ein Löwenkopf, zu Füssendas Kreuz und die kaiserliche Krone. DieGrabsc.hrift berichtet, dass der Kaiser zuFirenzuola (bei Lueeria) in Apulien am12. Dec. 1250 starb. Der Sarkophag ruht

auf vier Löwen mit Menschen in den Tatzen,der Baldachin ist als Schiffskiel gebildet.Die gesammte Arbeit beweist, dass mandamals die Bearbeitung des härtesten Steinstrefflich verstand; Komposition und Aus-führung deuten auf Kunde der Antike. —Friedrichs Leiche geleiteten sechs ScharenReiter und seine saracenisehe Leibwachezur Gruft in den Dom von Palermo, inwelchem er als Kind die Königskrone er-halten hatte. Beim Eröffnen (1781 im Auf-trag des Königs) fand man den Leib mitdrei Tuniken bekleidet, die oberste überausreich; es waren die kaiserlichen Gewänder,welche die sieilischnn Saracenen 1211 demKaiser Otto IV. geschenkt hatten; Schwertund Scepter lagen an seiner Seite, derReichsapfel auf dem Kissen; aber über denKaiser waren zwei andere Leichen gelegt,die eine von Peter II. von Aragonien; dieandere eine Frauenleiche.

L. neben Kaiser Friedrich, an derWand, ist der weisse Marmorsarkophagvon Wilhelm, Herzog von Athen undNeopatria, Sohn Friedrichs II. von Ara-g-onien, gest. zu Palermo 1338.

Auf dem Deckel die liegende Figur desVerstorbenen im Dominikanerkleid; an denEnden zwei Schilde mit den Wappen vonAragonien und Schwaben.

Hinter dem Sarkophag Friedrichs II.steht der Porphyrsarkophag des KönigsHoger.

Es ist ein mit Porphyrplatten bekleide-ter Kalksteinsarg mit figurirten Marmor-stützen; der Baldachin ist von Marmor undwird von sechs korinthischen Säulen ge-tragen, mit. Erics und Ornamenten von ver-goldeter Mosaik. Vorn am 8ockel lautet dieInschrift’: »Der Ruhe und dem Frieden Ro-gers, des gestrengen Herzogs und ersteuKönigs von Sicilien. Er starb zu Palermoim Februar 1154.«

Rundgang in den Kapellen. 3. Oapp. r.:Vi'lakqnpz, s. -Cristiua. — Der Seitenthürgegenüber: Marmor- IVeikhpcken mit zweiAbtheilungen Reliefs (unten: Heilung desGichtbrüchigen, oben: Quelle Mosisj vonSputa,foro und JwburrucoccJduo. — 4. Capp.r.: JHetro A ’ovelli, Loyola und Francesco diPaola vor Christus. — An der rechtenWand: Cre»censio (?), S. Cacilia, ca. 145JO. —In der Capp. r. vom Chor {Capp. S. Ro-salia), an den Wänden: zwei Reliefs {Ge-schichten S. Rosalia’s), von Vulerio lUho-eule,Schüler Canova’s; die Marmorarabesken derCapp. von Gagini. Der ciselirte, 412 Kilogr.wiegende SUbcvsarg S. Rosalia’* ist von1Ü31, wird nur am 11. Jan., 15. Juli, 1 Sept.enthüllt, und darf bei der Procession nurvon Steinhauern getragen werden, weildurch diese die Reliquien auf Monte Pelle-grino gefunden wurden. —• An den Wändender Tribüne und an den Seitenpfeilernr. und 1.: cif Apostelstatuen von Gaßni,unter jeder ein Relief des Martyriums. —