Band 
Zweiter Band: Sicilien.
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201-202
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2. Palermo (Palazzo Reale).

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werk sternförmige, mit kufisehen Inschrif-ten (zum Lob des Schöpfers) eingeralnnteKassetten wechseln, ist mit reichen Far-ben und Vergoldung geschmückt. DieSeitenschiffe haben schräge Holzdäclier,in deren Rinnen Heilige gemalt sind. —Der Fussboden ist mit Porphyr und Mar-mor bekleidet. Wände, Bögen , Kuppelund Apsiden sind (selbst an allen KautenundEcken) mit Goldmosailceu aufs präch-tigste bedeckt, die theils nach der Ein-weihung der Kapelle (1140), theils 1143und noch später entstanden. (BestesLicht Mittags zur Winterszeit.)

»Dieses dekorativ unendlich reiche In-nere zu sehen, wenn die Priester in ihrenreichen Gewändern zum Kirchengesang er-scheinen und das Sonnenlicht durch diekleinen Kuppelfenster über die Weilirauch-wolken niederfliesst, welche an den in Goldund Farbenpracht strahlenden heiligen Ge-schichten au den Wänden in beleuchtetenWirbeln zur Höhe ziehen und Effekte lier-vorrufen, wie sic nur ein Rubens wieder-zugeben vermochte, ist schon allein eineReise nach Sicilien, und eine mühsame,werth! « (Dennis.)

Die Reihenfolge der Bilder folgt dermittelalterlichen Anordnung; die Wändedes Hauptschiffs beginnen mit der Ver-heissuntj (in 34 bezüglichen Darstellun-gen aus dem Alten Testament), der Chorenthält die Erfüllung in Christo; dieSeitenschiffe stellen die heilige Gemeindedar (die Wirksamkeit des Petrus undPaulus; Heilige). Den Anfang machtdie auf den Chor folgende Südu-.and. Esfolgen sich: Schöpfung, Sündenfall, Abel(Lamm Gottes), Henoch (der Aufgefah-rene), Noah (Retter aus der Siindfiut),Opfer Abrahams (vorbildliches Opfer)u. a. Ueberall sind erklärende Inschrif-ten (im Chor griechische, in den Schiffenlateinische) angebracht. In der Haupt-apsis: die kolossale Hälbfigur Christi,griechisch segnend, unten die Jungfrau,der Täufer, Jakobus, Maria Magdalena,Petrus. In der nördlichen Apsis kolossaleHalbfigur des Paulus, darunter S. Anna,Maria, Philippus, Sebastian. In dersüdlichen Apsis die kolossale Halbfigurdes S. Andreas (an der Stelle eines Pe-trusbildes), darunter Joseph mit demChristuskind, Barnabas, Stephan.

] Der Stil der Mosaiken ist ein schoni von den byzantinischen Traditionen sichI tlieilweisc emaneipirender; Perspektive und| Chiaroscuro fehlen noch und die Zeichnung; ist oft unbeholfen; aber die Motive sind meist! sprechend, Gewandung und Gestalten c)n-, fach und würdig. Eine grosse Zahl ist er-neuert oder restaurirt. Am vorzüglichstensind die Begebenheiten des Petrus und Paulus(an den Seitenschiffen), die Heiligen- undProphetenfiguren (am Seitenschiff r. und ober-halb der Bögen des Langhauses) unddieEu-gel (in der Kuppel), der Einzug in Jerusalemund die Flucht nach Aegypten (an der r.Querwand des Chors). Eine lange Kunst-Übung musste solchen naturalistischen Dax*-stellungen vorangehen.

R. an den erhöhten Chor «ich an-schliessend stützt sich ein Ambon (Kan-zel) von weissein Marmor mit Mosaikenauf zwei Pfeiler und vier Säulen mit ver-goldeten Kapitalen. Vor der ersten Kan-zelsäule r. erhebt sich der * Osterleuchter,von weissein Marmor, auch ein Werk des12. Jalirli.

Er ist 5 m. hoch, ruht auf viereckigerLöwenbasis und ist mit köstlichen, der leichttragenden Funktion des Leuchters ent-sprechenden Gestalten und Blattwerk ge-schmückt; unten Jäger, Löwen, Hunde,Weinlaub mit Vögeln, vier grosso Adler; esfolgen vier Engel, der thronende Christuseinen Bischof segnend, ein Engel führt eineSeele zum Erlöser. Dann vier Raubvögel,mit ihren Schnäbeln Vögel fassend, welcheursprünglich die Schale stützten, dann dieschön gezeichneten vier Figuren, welche dieSchale mit gehobenem Arni halten; sie sindein Zusatz des 15. Jahrh.

Am Westende des Mittelschiffs, demSanctuarium zugewandt, erhebt sich derprächtige, mosaicirte, weissmarmorneKönigsthron. — Auch die Weihbeclcen sindmusivisch ausgelegt und ruhen auf Por-phyrschäften mit Löwenbasen. Vier In-schriften, an der Nordseite eine von 1130,über der Westthür des nördlichen Seiten-schiffs eine von 1340, an der Wand des-selben von 1462, im südlichen Seiten-schiff von 1463 bezeugen stetige Restau-rationen der Kirche.

Westl. neben der Kapelle ist die Sa-kristei; in der Vorsakristei: 1. Belief derTaufe Ferdinands II. Bourbon , geb. 1800; —r. Verlobung der Prinzessin Maria Cristina(Tochter Ferdinands I.) mit Carlo Feliee contedi Genova, 1807; und Verlobung ihrer »Schwe-ster Amalia mit Louis Philippe von Frank-reich, 1807. — In der Sakristei die Bildnisseder »Ciantri« (Kantoren).

Jenseit der Sakristei: das Archiv, mitzahlreichen griechischen, arabischen und