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Zweiter Band: Sicilien.
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2. Palermo (Palazzo Reale).

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kriegen beschädigt, so dass schon Martiniund Alfonso von. Aragonien zu ihrer Woh-nung den Steri (jetzt Tribunale) wählten.Dann verfiel die Umfassungsmauer, undendlich liess der Vicekönig de Vega 1553die Torre rossa nicderreissen. Zuletzt be-nahm der Vicekönig Macqueda im Jahr 1600dem Mitteltheil jede Spur der alten Archi-tektur , liess die gegenwärtige Fa^.ade mitFenstern und Baikonen errichten und denHof mit den drei um alle vier Seiten laufen-den Loggien übereinander. Die Torre Urecaverschwand unter den Neubauten, und nurTorre Pisana (Santa Ninfa) blieb stehen. Siczeigt nach aussen grosse Spitzbogenpanelein drei Geschossen und hat innen noch einenalten, mit Mosaik geschmückten Saal.

fl Der Eingang in das Schloss ist 1.bei der äussersten Thur. Sogleich dieerste Treppe 1. hinan, dann r. dem erstenKorridor entlang, kommt man im rech-ten Korridor zum schönsten Monu-ment der ersten Normannenzeit in Pa-lermo, zur ** Cappella Palatina(Morgens früh für jedermann frei geöff-net; später dem Diener 1 /2 —1 Er.). Vordem Eingang zur Kapelle nimmt eineVorhalle die ganze rechte Seite desrechten Korridors ein.

Sie ist das Einzige, was von dem dieKapelle ursprünglich auf drei Seiten um-ziehenden Porticus übrig blieb. Ihre Spitz-bögen ruhen auf sieben Säulen orientalischenGranits von ungleichem Durchmesser, mitattischen Basen und korinthisirenden Kapi-talen. Die Wand ist mit Marmor inkrustirt,und den obern Tlieil liess Ferdinand derKatholische 15U6 durch Giovanni Sancliezmit Mosaiken bekleiden, die 1800 von Cardinierneuert wurden (Geschichten Ferdinandsund Rogers, ohne künstlerische Bedeutung).

Jj. sieht man an der Wand eine be-rühmte Inschrift in drei Sprachen, von1142.

Dreisprachige Inschriften und Diplomewaren in der Normannenzeit überhauptüblich. Sie bezieht sich auf ein damals ver-fertigtes kunstvolles Uhrwerk. Die lateinischelautet: »Dieses Uhrwerk liess der i-Ierr undkönigliche Gebieter Roger 1142 im 13. Jahrseiner glücklichen Herrschaft errichten«. —'Die griechische ist nicht so knapp und stolz,sondern schmeichlerisch und feinsinnig an-spiolcnd: »O neues Schauspiel! der starkeHerr und König Roger, von Gott mit demScepter belelnu, bezwingt den Strom desWeltganges und verbreitet die dem Irrthumnicht unterworfene Kunde der Stunden derZelt«. — Die arabische drückt die frommeErgebenheit und Demuth aus: »Die könig-liche, hochverehrte, erhabene Majestät Ro-gers, deren Tage Gott verlängere, begünstigeund glücklich erhalte, hat die Verfertigung

dieses Wttndcrwcrks anbefohlen, um die Stun-den zu bestimmen in der behüteten Haupt-stadt Siciliens, im Jahr 536«. — So wurdejedem der drei Stämme nach seiner Eigen-tliianlichkeit sich auszusprechen gestattet.

Aus der Vorhalle tritt man durch dieThür 1. in einen bedeckten Gang, an des-sen rechter Wand der Nebeneingang zurWestthür ist, die noch ihre alten ftronze-jliUjel hat; aufrechte Akanthusblätterum-ralimen die Flügel, in den Feldern sindfünf LowenkÖpfe, und säumende Platt-bänder umziehen dieselben. —Der Ilaupt-eitigang in die Kapelle ist aber an derSüdseite.

DieKapcll e, klein(30m.lang, 12 m.breit), aber von bezaubernder poetischerPracht, ein »höchstes Kleinod der früh-mittelalterlichen Kunst«, glänzt im reich-sten Schmuck der Goldmosaik, die allearchitektonischen Glieder bedeckt. Dasdämmernde Licht, die Farbenpracht undder Goldscliimmer, die originelle Vereini-gung der verschiedensten baulichen For-men in diesem kleinen Raum zu einerreizenden Einheit, ergreifen den Eintre-tenden in wahrhaft magischer Weise.Sie ist das vollendetste Beispiel der nor-mannischen Auffassung des religiösenBaues und zeigt zugleich aufs deutlichste,was dieselbe der arabischen verdankt.Die Gliederung ist eine sehr einfache undder architektonische Aufwand ein ge-ringer. Die drei Schiffe werden durch an-tike Säulen (von ägyptischem Granit, Ci-pollino und weissem Marmor) mit antiki-sirenden Kapitalen getrennt; die Säulensind in weiten Abständen durch je fünf,in ihren Schenkeln senkrecht sehr ver-längerte Spitzbögen (wie sie die Araberliebten) verbunden. Ueber der Vierungerhebt sich auf vier weiten Spitzbögen,die durch gekuppelte Säulen gestütztsind, die byzantinisch konstruirte (15,6m.hohe) Kuppel mit acht kleinen Fenstern.Der Raum unter der Kuppel und diemittlere Apsis erlichen sich um fünf Stu-fen und sind durch mosaicirte Marmor-schranken vom Schiff getrennt. Das Lang-haus ist durch ein seltsames (hei denArabern beliebtes) hölzernes Stalaktiten-gewölbc (flach) geschlossen, und diesetropfsteinartige Decke, mit deren Hänge-