Band 
Zweiter Band: Sicilien.
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227-228
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2. Palermo (Museo Nazionale: Erster Stock).

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den Saum des Schleiers hielt«, gemildertwird. — Das Obergewand, ein langer, auchden Kopf bedeckender Mantel, der an beidenSeiten in den schönsten Linien und »pracht-voll ruhiger Entfaltung« niederfällt, erhöhtdas Imposante der Erscheinung. — Die Me-tope befand sich r. über dem mittelstenSäulenzwischenraum des Vortempels undwies somit in dieser Centralstellung auf dieBedeutung des Tempels.

3. ** Aktaion, von Artemis mit demIlirschfell Überwürfen, kämpft gegen diegetäuschten Hunde. — Von höchstemKunstwerth.

Nach der altern Mythe (Pausan. IX, 2, 3)warf Artemis, tun die Vermählung mit Se-mele zu verhindern, eine Hirschhaut überihn, und trotz gewaltigster Verteidigung zer-fleischten ihn die getäuschten Hunde. Wü-thend kämpft hier AMaion mit dem Schwert;er ist in den herrlichsten Jünglingsformendargestellt und nur mit Sandalen bekleidet;das Haar umschlingt kranzartig sein Haupt,der sehr realistisch behandelte Kopf desHirschfells mit langem Geweih ragt überseine Schulter hervor; sein Kopf ist ge-beugt und sein Blick, die Göttin nicht be-merkend, nach unten gerichtet. Artemis stehtihm in sehr ruhiger Haltung 1. gegenüber,in langem, bis zu den Füssen niederfallendemObergewand, das einen Ueberschlag bis zuden Hüften herab bildet. Hinter ihrer Schul-ter sieht ein Köcher vor; sie trägt eine runde,eng anliegende Mütze mit aufgebogenerKrampe nach Art der Jäger. Sie blickt mit vor-gestreckten Händen (wohl hetzend) auf diedrei Hunde, die wüthend den dem VerderbenGeweihten angreifen, der eine aufbellend,der zweite ihn von der Seite packend undder dritte hoch an ihm emporspringend undvon der Faust des Angefallenen gewürgt.

4. * Athene im Kampf mit dem Gi-ranten Enhelados.

An Athene fehlt das Gesicht, ein Theilder Haare, der Helm, dieAegis, beide Un-terarme; am Giganten beide Unterarme,die vorstehenden Theilc des Gesichts, Bartsund Helms; die Füsse der Athene sind ausMarmor; einige Zehen sind erneuert und amGiganten die vorderen Thoile der Füsse ausGips ergänzt. Athene hält den Giganten mitder Linken am Nacken fest und sticht denZurückgeschmetterten und Zusammensinken-den mit der Lanze in der erhobenen Hechtennieder. Ihr Chiton ist grösstentheils durchein prächtiges Obergewand verdeckt, das inbreiten Falten niederfliesst und auf Brustund Rücken überschlagen ist; »die Sahlkan-ten des Gewandes sind wie an den attischenWerken des 5. und 4. Jalirli. krausenartig«gefältelt. Der Gigant tragt einen hohenVisirhelm, Beinschienen und eine Chlamys;der Bart floss weit auf die Brust hinab.

An der rechten Längswand zwischendem 3. und 4. Fenster steht noch eine

schlecht konservirte verwitterte Metopemit zwei Figuren (Serradifalco vermnthetApollon und Daphne, deren Mythe aberder alten Zeit fremd ist).

Auf den Metopensaal folgt dem 4.Fenster gegenüber der Eingang zum

Zimmer der architektonischenFragmente; zumeist von griechischenBauten Siciliens. An der Eingangswand:

Corniehe von Selinunt, mit Graffiti derreinsten griechischen Kunstblüte; frühermit Farben. — An der Ausgangswand inden zwei Glasschränken: Terracotta-bruclistiicke mit Reliefs oder Malereien.Mit Blei bekleidete Eisen zur Anheftungder Metopcn. — An der rechten Wand:eia Fragment vom Aquädukt Cornclio zuTermini. — Es folgt von zwei Sphinxeneingeleitet das

Etruskische Museum; erst inder Aufstellung begriffen.

Im I. Zimmer: Archaische Reliefs aufweichem Stein. L. freistehend auf Posta-ment: sitzende Statue der Proserpma, nochmit Farbspuren. — Im II. Zimmer: Reliefsin Alabaster. —Vor der Mitte der Rückwand:Relief mit gemalten Inschriften. — Vor derrechten Wand: Kampf der Griechen mit denAmazonen.

B. Erster Stock.

Die Treppe hinan im I. Hof, ausdem linken Korridor. Oben linlcs unddurch einen Vorraum (mit mittelalter-lichen Renaissancerahmen und Reliefs)in die

Gallerie des Mittelalters (Gal-leria del medio evo), in provisorischerAnordnung (1876) :

Oben, ringsherum unter der Corniehe:Gipsabguss der grossen arabischen Inschriftoben an der Cuba (S. 252); von dieser In-schrift sind einige Originalsteine, die her-unterrielen, und einige von den hourbonischenTruppen 1840 herabgeschmetterte, im erstenIlof unten (S. 216). Diese Inschrift bezeugt,dass die Cuba erst unter den Normannen er-baut wurde (nicht, wie gewöhnlich ange-nommen wird, unter den Saracenen). DieInschrift lautet: Im Namen des gnädigen,barmherzigen Gottes; gib Achtung, stehestill und bewundere! Du siehst hier herr-liche Räume, von dem trefflichsten allerKönige der Erde, Wilhelm II., errichtet; esgibt keine Burg, die seiner würdig wäre,und seine Säle genügen etc.; später folgtdas Datum 1180, und der Wunsch, Gott,