Band 
Zweiter Band: Sicilien.
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231-232
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2. Palermo (Musoo Kazionale: Erster Stock).

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Bis 1848 waren zwei antike Widder imPal. Reale zu Palermo; einer derselbenwurde in der Revolution zerstört und zuKanohenguss verwandelt. Ueber die Her-kunft derselben ist historisch nur begründet,dass sie zum Schmuck der Festung dienten,welche von Gcorgios Maniakes zur Vcrthei-digung des Hafeneingangs von Syrakuserrichtet wurde, im 11. Jahi’h. Von da wur-den sie 1448 von Giov. Ventimiglia, Mar-chese von Geraci, weggenommen, der sieals Belohnung für die Unterdrückung einesAufstandes in Syrakus erhalten hatte. Siekamen sx>äter auf sein Grab in Castelbuonound, als die Güter seines Neffen vom Staateingezogen worden, in das königliche Be-sitztlium. »In diesem Bronzewerk ist, wiein allen ausgezeichneten Werken der grie-chischen Kunst, die naturalistische Wirk-lichkeit mit einer gewissen Idealität ver-bunden, durch welche selbst ein Thiertypuszu einer edlen Stilentfaltung sich erhebt;daher wurde auch dieser Bock der enthu-siastischen Bewunderung werth geachtet«(Salinas).

An der rechten Wand: ** Heraklesdrückt den ereilten Hirsch nieder • aus-gezeichnete antike Bronzegruppe, 1805in Pompeji ausgegraben (Bd. I, S. 458).

Die wuchtige Kraft des Herakles, mitwelcher der jugendliche, schlanke und inprächtigster Entfaltung der Körperformengebildete Held den zu Boden geworfenenHirsch niederdrückt und am Ende des Ge-weihs packt, ist liier aufs geistreichste undschönste mit dem Ausdruck und den Linienverbunden, welche die Schnelligkeit derThat erheischte. — Es ist fast zu bedauern,dass eine so vorzügliche Komposition alsZierde des Bassins eines Ilofbrunuens ihrerinuern Selbständigkeit entfremdet - wurde;noch bat der Hirsch die Metallröhre im Maul,durch welche der Wasserstrahl in die Mar-mormuschel des Tmpluviums niederfloss. —Die Augen des Herakles und des Hirschessowie die Lippen des Heros sind von ver-schiedenem Metall.

Gegen die Fensterwaml, auf einemantiken pompejanisehen Tisch: Bronze-vasen. — An den pompejaiiLsch bemaltenWanden: Utensilien von Bronze. Auf dervierten Konsole r.: * ßronzehelm mit os-kiseher Inschrift.

Nun zurück durch den Korridor mitden griechischen. Vasen und am Ender. zum

W e s t k o r r i d o r, wo provisorischdie Casuccini-Sammlung griechischer unditalischer Vasen aufgestellt ist. Allestammen aus Chinsi.

R. in der Mitte, unter einem Glaswürfel:*Nr. 1068 (ganz schwarz) die Tödtung der

Medusa; höchst eigenthiimlichc Vase mitFiguren von orientalischem Charakter. —-Runde Terracotta- Urnen mit gemalten In-schriften. — Es folgt r. ein kleiner Glas-schrank (Nr. 54) mit etruskischen Vasen von.schwarzem Thon (di bucchero) mit ltelief-streifeu. Schrank Nr. 57: Nachahmungengriechischer Vasen und (Nr. 1622) Krater miteinem in mehreren Farben gemalten Vierge-spann. Schrank Nr. 59: Archaische Vasenmit Thieren. Vasen des schönen griechi-schen Stils mit schwarzen Figuren aufrotliem Grund und rothen Figuren aufschwarzem Grund. Im zweituntersten Ge-stell 1.: Nr. 1503. Der Kentaur Chiron erhältden Besuch von Thetis und Peleus; mit In-schriften. — Nr. 1506. Urtheil des Paris.

Am Ende dieses Korridors 1.: *alteKapelle mit geistlichen Gewändern ausdem Kloster Santa Cita, reich in Goldund Silber gestickt und in mehrfarbigerSeide, mit Figuren, Früchten und Orna-ten. In einem Schild in der Mitte desKragens steht der Karne des Meisters,Fra Giaeinto Donato, Dominikaner vonAscoli, 1074.

Vor dieser Kapelle, an der linken Wand,sind die Bildnisse der um das Museum ver-dienten Männer und einiger berühmtenKünstler (Nr. 341. Giacomo Serpotta, der treff-liche Stuckmodellator; 359. Fra (4iacomoAmato, der Erbauer von 8. Giuseppe, S. Sal-vatore u. a.; 472. Ignazio Murabitti, der Bild-hauer. — In diesem Korridor ist in der Mitteder rechten Wand der Eingang zur Direktion.

Der Westkorridor mündet in denK o r d k o r r i d o r, mit Terrakotten,Glasarbeiten ? Bronzen u. a.

R.: Schrank 60 und folgende. In Schrank64: Statuetten mit Spuren von Farben undVergoldungen, aus einem Grab der Nekro-polis von Solunt. — Schrank 66: Terrakottenmit griechischen, phönikischcn und lateini-schen Inschriften. Amphorenhenkel mit demNamen des Fabrikanten oder init dem desMonats und des gleichzeitigen Magistrats.Schrank 67: weisse und bunte Gläser, grossen-theils in Solunt gefunden. — Schrank 6b:Knochcngeräthe; Nr. 241. *Gastfrcundschafts-Tcssera aus Lilybaeum; Vorderseite: zweiverschlungene Hände; Rückseite: griechischeInschrift, welche berichtet, dass HimilkoHannibal Ohioros, Sohn Himilkos, mit Lyson,Solin des Diognetes, und seinen NachkommenGastfreundschaft geschlossen. — Cerealien,Früchte, Stücke Tuch und verkohlte Stoffeaus Pompeji. — Schrank 69: Kleine Bronzen.

— Schrank 74: Waffen und Wurfgeschosse(bleierne, mit griechischen Inschriften). —Schrank 79—82: Etruskische Bronzen. 79:Spiegel; Nr. 1537: Apollo und Latona nebstanderen Figuren, mit etruskischen Namen.

— Schrank 83: Waffen aus der Steinzeitund prähistorische Vasen, aus der Grotte