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2. Palermo (Umgebung: Botanischer (i arten — Ami).
Agrumen mit künstlichem Wechsel ihrerProdukte begrenzen die Beete, Lorbeer-und Myftenhecken, Oleander und Lauri-slinus hegen sie ein; Anemonen und diereichste Fülle von Zierpflanzen schmückendie Rabatten; Rosen, Bananen, Dattelpal-men, ja, selbst die Papyrusstaude gedeihenunter dem Himmel Palermo’s.
In der Mitte des an jeder Seite 230 m.messenden Vierecks erheben sich vier heitere,in pompejanischer Art bemalte und stukkirtePavillons mit hohen Rundbögen auf Säulenund geschlossenen Wänden mit Bänken; diereizende Architektur entwarf Giuseppe l)a-viiani, die Fresken Giuseppe Meli. Den Hin-tergrund beleben grosse Volieren. — DieFontäne wird von einem kleinen Atlasüberragt, der ein Dodekaeder mit Sonnen-uhr trägt, ein ingeniöses Werk des PriestersJsorenzo Federici. Am Südende der gegendie Marine gewendeten Hauptfront des Gar-tens liegt eine fünfsäulige dorische Hallemit Mannorstatucn, darunter zwei, la Gloriaund l’Abbondanza, von Lorenzo Marabitti,der auch den köstlichen Genius Palermo^ 'im Centrum der Fontäne skulpirte. — AmEnde führen von zwei Seiten Treppen (32Stufen) zu einer ‘Terrasse hinan, die denherrlichsten Blick auf Monte Pellegrino,Hafen, Foro italico und die wundervolleWestbegrenzung der Bucht gewährt. —West-wärts kommt man zu einem von Platanenbeschatteten Weg, in dessen Hintergrunddie Statue des deutschen Kaisers Friedrich II.steht, und von da meerwärts zum Anfang :eines zoologischen Gartens und zu einemmit Cyprcssen geschmückten Ehrenfriedhofmit zwölf Kcnotaphen berühmter Sicilianer.Hier und da trifft man auf Marmorbüsten,so der Musiker Bellini, Rossini, Pacini,Donizetti, der Dichter Ciullo d’Alcamo(12. Jalirli.) und Giovanni Meli, des MalersPietro Novelli; ja, selbst der Philosoph Dio-genes und Archimedes (als Kind!) zierendiese öffentliche Stätte, in welcher an Sonn-und Festtagen alle Klassen hin und herwandeln. — Am Julifest S. llosalia’s und amJuuifest der Konstitution (lo Statuto) ist dieVilla aufs herrlichste durch ein Gasstrahlen-meer beleuchtet. — Im Winter und Frühlingspielt liier an den Feiertagen die Musik.
Westl. neben der Villa Giulia liegtder ^Botanische Gurten (Orto Jiota-nieo, B 7) , von Via Lincoln zugänglich,nur durch ein eisernes Gitter von derVilla geschieden, gegenwärtig vom Pro-fessor Agostino Todaro trefflich geleitet.Am Eingang ein dorischer, tempclartigerBau mit Lesezimmer, Bibliothek, Herba-rium und Direktorwolmung.
Der Garten wurde 1785 angelegt; erzeichnet sich namentlich durch die frei-steliendenexotischen Gewächse aus; Dattel-palmen mit wuchtigen Stämmen, Sagopal-men, Blüten und Früchte gewährend, Zucker-rohr und Bambus, Dracänen, Yucca, Cereis,
Cycas und Musen. Die westliche Anhöhekrönen Nadelholzgewächse. Nur ein ein-ziges Gewächshaus liegt die zarteren Spröss-linge , das Treibhaus die prächtigsten Orchi-deen. Ein grosses Aquarium wird mit Vor-liebe gepflegt. In der kreisförmigen Hallesind Statuen grosser Naturforscher und anden Wänden Sentenzen von Plinius.
2. Der Hafen, die Villa Beimimte, derneue Camposanto, S. 250.
3. Die Cuba, der Giardiiio (l’Accliina-zione, Villa Tasca, S. 252.
4. Der Giardino Inglese, S. 273.^
5. Der Ponte d’Aimnlraglio und S. Gio-vanni de Leprosi, S. 275.
0. S. SpiritO, S. 278.
7. Die *ZiSil (12 Min. vor Portanuova). Jenscit Porta miova (C 2)führt die erste Seitenstrasse r. (OorsoAlberto Amadeo) sogleich 1. in die Viadella Colonna rotta. Dieser folgend biszur (7 Min.) Piazza lugastone, über diesebin und bei dem nächsten Scheideweg linksder Via Zisa entlang (jenscit Nr. G 1.eine prächtige Dattelpalme), am (r.)Asile rurale vorbei durch den Bogen, hatman bei der (r.) Kirche Annunziata plötz-lich einen köstlichen Blick auf das (5 Min.jenscit Piazza Ingastone) ehemalige Lust-schloss der Zisa, neben welchem eine ge-waltige Pinie ihre majestätische Kroneentfaltet. Das Castello della Zisa, einhohes.wiirfelförmiges Schloss in einfachen,schönen Verhältnissen mit einer Reihegewaltiger, in die Aussemvände mit schwa-chem Relief eingetiefter Spitzbögen, istein normannischerUau aus dem 12. Jahrh.(jetzt dem Marchese San Giovanni ge-hörig).
König Wilhelm I. liess das Kastell inkürzester Zeit mit grossen Kosten errichtenund gab ihm den arabischen Namen EV-Aziz(Glorie), der später in Zisa italienisirt wurde-Noch vor der Vollendung des Baues starbWilhelm i. (1106). Auch die Inschriften desKastells, von denen noch Reste an der Cor-niche und im Erdgeschosssaal erhalten sind,wurden arabisch verfasst. (Die Inschrift desBogens gegenüber dem Hauptbogen desVe-: stibüls lautet [im Versmass Wafir]: [1] »Sovielmal Du willst, siehst Du den schönstenBesitz [2] des glänzendsten Reichs der Welt,Meere [3] und sie beherrschendes Gebirg,dessen Gipfel mit Narcissen gefärbt sind[4 und 5], Du siehst den grössten Königdes Jahrhunderts in prächtigem Sitz [6],denn ihm gebührt es in Herrlichkeit undFreude zu leben [7]. Dies ist das irdischeParadies, das sich den Blicken eröffnet;dies ist der Mosta ’izz und dies der PalastAziz«.) —Arabesken, kleine Säulen, Orna-