Band 
Zweiter Band: Sicilien.
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301-302
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4. Trapani (S. Lorenzo).

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Kriegs führte ITamilkar, der Heerführer derKarthager, nachdem er das alte Eryx vonGrund aus zerstört hatte, dessen Einwohnernach dieser benachbarten Landzunge (260v. Ohr.), wo er eine neue Seefestnag grün-dete, welche mit dem nicht weit entferntenEilybäum gewissermassen ein Ganzes bildeteund später ihre Widerstandsfähigkeit in lan-gen heftigen Kämpfen glänzend bewährte.Für Karthago blieb Drepana einer der wich-tigsten Standorte der Schilfe. — Als 240v.Chr. der römische Konsul Claudius Pülchermit einem konsularischen Heer und 10,000Kuderknechten zur Verstärkung der ge-schwächten Flotte nach Sicilien geschicktwurde und nun die karthagische Flotte uu! erAdherbai in Drepana, welche die Ursacheder Notli des römischen Bclagcrunghcerswar, angreifen sollte, segelte er in allerStille vonLilybäimi ab, um die karthagischeFlotte im Hafen von Drepana zu überfallen.Adherbai war unvorbereitet, aber im Augen-blick war seine Flotte schlagfertig, und wäh-rend die Römer langsam an der einen Seitein den Hafen hineinsegeiten, verliess erdenselben auf der andern und gewann diehohe See (Polyb. I, 50). Claudius, wahr-nehmend, dass die Feinde sich zum Seekampfanschickten, und dass von seinen eigenenSchiffen ein Theil schon im Hafen, ein an-derer gerade in der Mündung sei, währendein dritter der Einfahrt sich nähere, gabden Befehl zur Umkehr, Tim seinerseitsnicht im Hafen eingeschlossen zu wer-den. Aber bei der Umkehr stiessen dieSchiffe aufeinander, zerbrachen einanderbeim Zusammenstoss die Kuder und befandensich in greulicher Unordnung. Diesen Augen-blick benutzte Adherbai zum Angriff, unddie Römer sahen sich in die nachtlieiligeLage versetzt, nahe am Land zu kämpfen.Den Karthagern kam ihre Ueberlegenheitim Schnellsegeln und ihre Aufstellung vonder Seeseite zu gut; bald schifften sie umdie Vordringenden herum, bald liefen sie,wenn dieselben sich drehten und durch dieSchwere der Schiffe sich hemmten, gegenihre Seiten an, setzten diese Angriffe un-unterbrochen fort und versenkten viele Fahr-zeuge. Da nun der römische Konsul sali,wie ein Theil der Schiffe auf die Untiefengerieth, ein anderer auf das Land geworfenward, wandte er sieh zur Flucht; mit ihmentkamen nur 50 Schiffe aus einer Flottevon 210; SW wurden sammt der Bemannunggefangen, die anderen gingen unter oderstrandeten; 20,000 Mann, der Kern des rö-mischen Heers, gerietheu in Gefangenschaft,8000 fanden ihren Tod. Es war die ersteentschiedene grosse Niederlage der Römerzur See im Panischen Krieg. — Der KonsulLutatius Oatulus, der 242 v. Ohr. den Ha-fen .von Drepana besetzte und einige An-griffe von der Land- und Seeseite auf dieStadt machte, rächte Rom 241 bei den Aega-dischen Inseln, und Karthago verpflichtetesich, Sicilien zu räumen.

ln römischer Zeit war die Stadt ziem-lich blühend durch Schiffahrt und Handel.

(Virgil, Aen. III, 707, lässt Aeneas nach dem»freudenleeren Gestade Drepanums« fahren,liier verliert er den Vater Anchises; nuntreibt ihn der Sturm zur phünikischen Köni-gin Dido nach Afrika; dann fährt er wiedernach Drepanum zurück [V, 24] zum Akestes,um den Todestag seines Vaters durch festlicheSpiele aller Art zu begehen. Am Fuss dosMonte S. Giuliano erkennt man noch nahean der Küste einen natürlichen Cirkus undeine Arena für Leicheuspiele; 40 Min. vomUfer steht die niedrige Klippe Asinello, dieStätte der Anfpffanzung des Eichen/,weigsfür die Wettfahrten.) Auch im Mittelalterwar Trapani eine blühende Stadt. —Karl Y.erhob sie zu einem befestigten Waffenplatzgegen die Piraten; der Hafen wurde jedoch1542 durch Erdbeben sehr geschädigt.

Die schönen Künste hatten besondersim 17. und IS. Jalirh. manchen tüchtigenVertreter in Trapani; Vilo Carrera (geb. 1555gest. 1631 in Palermo) soll Lehrer Novelli’sgewesen sein; er malte mit venotianiscliemKolorit; Giacomo Loverde (blühte Mitte dos17. Jalirh.) war Schüler Novelli’s. AndreaCarreca (gest. 1077) studirte in Rom uutorvan Dyck und ist der tüchtigste KünstlerTrapani’s. Auch Domenico la Briina (1000bis 17GB;, Giuseppe la Francesca (1070—1740),Giuseppe Felice (1001—1704), Onofrio Lipari(Landschaftsmaler), Giuseppe Errante (1700bis 1821) zälileu zu den besseren MalernSicillens. ln der Bildhauerei zeichneten sichals Bronzekünstler Annibale Sc.ndaniyUo (ge-boren Mitte des 10. Jalirh., gestorben inLondon), im 17. Jalirh. Giuseppe und Cri-s oforo Milanti und die Holzschnitzer Pietro,Giuseppe und Andrea Orlan'o sowie ihr Schü-ler Mario Ciotta aus. In Arbeiten in Elfen-bein und Alabaster brachte es Andrea Tipazu grosser Vollkommenheit; der berühmtesteKünstler in Pietra dura und Kameen warMichele Lanlicina, un.l grossen Namen er-hielten auch die Arbeiten in orientalischemAchat seines Schülers Pietro Gordian. Frei-lich sind die besten Werke der Mehrzahldieser Künstler in Palermo und anderswo.

Die Kathedrale S. LoreilZO ist eineweiträumige schöne Kirche der Spiit-renaissauce, mit reicher Stuckbeklei-dung, von 1801; 4. Capp. r.: van Dyck }Der Gekreuzigte mit Maria und Johannes,1623, von meisterlicher Behandlung, aberkühler Karbe (übermalt). Am folgendenAltar des SS. Sacramento: Marmorstatuedes teilten Christus, von Gincomo Tarte-<ßia von Trapani, 165 >, ein Barockkunst-stück in verschiedenfarbigem Marmor.Die Chorstühle mit trefflichen Schnitze-reien in Nussbaumholz, mit Goldverzie-rung. 2. Capp. 1. Carreca, 8. Georg.

Es folgen weiter: S, Anna, mit einemS. Antonio von Andrea Carreca. — S. Prall*cesc«, bemerkenswert!! durch die Einfach-