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5. Von Trapani midi Marsala, Mazzara und Castelvetrano.
und »Lombardo« in Beschlag. Garibaldibivouakirtc vor der Stadt und marsohirte amandern Tag nach Calatafimi, wo er daserste siegreiche Gefecht lieferte (vgl. S. 283).
Im S. der Stadt, ausserhalb Porta Maz-zara, sind grosse (aber nicht tiefe) Stein*brüche (s. unten), mit alten heidnischenund christlichen Gräbern; eine alte Kircheist hier mit ihrem untern Theil in den Felseneingehauen (der obere Theil ist inodernisirt).
MARS AI iA
uubaeum
Marsala (Lilybaion — Xotye).
Einige Kilometer nordwärts ist dieganze Gegend eine Reihe von Weinpflan-zungen und Gemüsegärten. Von besonderemInteresse sind die Weinetablissements, diewie kleine Kastelle vor den Thoren derStadt meerwärts liegen; es sind weitläufige,von Schornsteinen überragte Gebäulichkei-ten (gegen Abgabe der Visitenkarte zugäng-lich), mit viereckigen Umfriedungen, anden Ecken mit Thürmen; jedes eine kleineStadt, in welcher alle Arbeiten für dieWeinbereitung ausgeführt werden. Die be-deutendsten Etablissements sind die vonWoodhouse Sohn (Engländer), Florio (Paler- I
mitaner), Ingham (Engländer). WoodhouseVater kam 1802 mit einer kleinen LadungStockfische nach Marsala, begann mit demErlös derselben einen Weinhandel undwui’do Millionär. Er kaufte die Traubennoch unreif am Stock und liess den Weinin seinen ungeheuren Kellern 10 Jahre altwerden; um ihn haltbar und zu langenSeereisen geeignet zu machen, setzte erdemselben Branntwein zu und erhielt eindem Madeira ähnliches Getränk (»Marsala«;.Woodhouse beschäftigte bei 400 Personen,auch Blinde, Lahme, Krüppel, liess aufseine Kosten einen Molo bauen, die Strassender Stadt pflastern und errichtete ein Hospi-tal für Arbeitsunfähige; er lebte unverhei-rathet und war sehr gastfrei, aber Nachtszog er sich mit seinem vertrauten Bedientenin sein wohlverwahrtes, südl. von der Stadtgelegenes Wohnhaus zurück, das er mitWohnungen für die Arbeiter, Werkstätten,Magazinen, Kellern und Ställen grossartigumgeben hatte. Er starb 1826. (Schon zehnJahre später war die Weinausfuhr Siciliensum 10 Mill. Franken gestiegen.)
Nordwestl. vor dem Trapanithor, zwi-schen Stadt und Meer, liegt das KirchleinS. Giovanni mit einem berühmten unter-irdischen Brunnen, dessen Quelle schonim Alterthum (Diodor XIII, 54) den NamenLilybaion hatte. Wer von diesem Wassertrank, erhielt die Kraft der Weissagung;daher wurde die cumäische Sibylle hierherverpflanzt, welche hier weissagte und be-graben ward (Brunnen der Sibylle); nochjetzt nennt sich nach ihr der Thurm Sibi-liana südl. von Marsala. Die christlicheZeit wandelte die Quelle in einen Täufer-brunnen um. Vom Boden der Kirche führenzwei eingehauene Eingänge aufStufen hinab,wo sich der viereckige Brunnen in derMitte eines kleinen kuppelbedeckten Rund-raums mit Luftschacht befindet; der Fitss-boden ist mosaicirt, die Decke stukkirt,die Wände freskirt; r. ist eine auch mitLuftschacht versehene Nische mit dem Altardes Täufers, 1. eine Rundnische, mit Ara-besken , Fischen u. a. bemalt. Der Eindruckder aus dem Felsen gehauenen Räume istganz der Art, dass das - Wasser noch jetztden heiligen Namen bewahrt hat.
Das antike Lilybacum, d.li. die Libyengegenüberliegende Stadt, wurde von denKarthagern 306 v. Chr. gegründet, als einJahr nach der Eroberung und ZerstörungMotye’s durch Dionys der karthagische Feld-herr Himilkon diese Stadt zurückeroberthatte. Motye wurde nicht wieder aufge-baut, und als Ersatz eine neue Stadt, wojetzt Marsala steht, angelegt, welche so-gleich dieselbe hohe Bedeutung als stärkstepanische Seefestung für die Karthager erhieltund mit Drepana zusammen eine vortreff-liche militärische Operationsbasis bildete,wo die karthagischen Flotten sich sammel-ten. Natur und Kunst erhoben sie zu eineruneinnehmbaren Festung. Als Pyrrhos durchganz Sicilien siegreich gezogen, war Kar-thago schon bereit, auf die ganze Insel zu