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‘5 2 .'5 5. Von Trapaui nach Marsala, Mazzara uml Casfcelvctrano.
zweekgemäss der über den Felsboden strö-mende Fluss benutzt wurde. Die Fluss-mündung ist breit und ziemlich tief undhat über l U 8t. weit »Seewasser. Schon 409v. (Jhr. wurde das Kastell auf dem Zug ;llannibals gegen Selinunt zerstört. — Die ;Araber landeten (827) 2 St. von Mazzara beiFunta di Granitola (Ras el Belat). Sie zu-erst erhoben den Ort zu einer mit Mauernumfriedeten Stadt von Bedeutung und mach-ten ihn zur Hauptstadt einer der drei grossenDistrikte »Siciliens.
Das Kastell an der SiUlwestecke derStadtmauer errichtete der normannischeGraf Roger 1072 und bewohnte es nachseiner Eroberung Siciliens, als sein ältererBruder, Guiscarä', Palermo nahm und fürsicli behielt. An der Piazza liegen der eben-falls von Graf Roger erbaute Dom, dannder bischöfliche Palast , das geistliche Se-minar, das Gemeindehaus und ein Brun-nen von 1629 mit der Statue desS. Yito,des »Schutzheiligen Mazzara’s, mit einemHund (patronirt) zu Füssen. Der Dom \hat nichts vom Bau Rogers bewahrt. |
Er wurde 1694 völlig erneut, der Glocken- |tliurm ist von 1658; am Westportal ist eine :Reiterstatue Graf Rogers, an der Eingangs-wand sind zwei antike Sarkophage einge- jlassen ('Eberjagd, Raub der Proserpina, beideaus der Verfallzeit der antiken Kunst), beimUmbau eines Nebengebäudes aufgefunden; !am Hauptaltar: Verklärung Christi (in ,Lebensgrösse), wahrscheinlich von Gagini jskulpirfc; in der Sakristei ebenfalls einge-mauerte Sarkophage: ein schöner römischer ■(Amazonenschlacht) und ein normannischer, ,bischöflicher von 1180.
In den übrigen Kirchen Werke vonsicilischen Künstlern des 17. Jalirli. (amPortal von S. Egidio acht Reliefs, Geschichte ,des Heiligen). In S. Vito, nahe beim Ka-stell, fiiesst eine warme Eisen- und Stahl-quelle, gegen Hautkrankheiten von Ruf.—lm erzbischöflichen Palast und bei Conte Bimjiozwei schöne, über 1 m. hohe orientalischeTerracottavasen , emaillirt wie Majolika, mitHenkeln und zulaufend wie die antikenAmphoren; auf dem Körper in grossen ku- ,tischen Buchstaben die Inschrift: Lillalii-1-molk; um den Hals der Burgio-Vase wieder-holt die zwei Worte: »Glück und Gedeihen« ,(wie oft in den muselmanischen Ornament-inschriften).
Die Umgebung von Mazzara ist hübsch;es erhebt sich im 0. des Flusses Mazzarain reizender Lage am Meeresgestade, seinHafen schaut gegen die Ruinen von Kar-thago; Abends ist die Marina sehr besucht. ;
Zuweilen erblickt man hier bei ruhigem :Wetter als Vorboten eines Sturms die sogen. :M a r o b i a (Mare ubbriaco, betrunkenesMeer); ‘der Himmel ist düster, die Atmosphäre still,plötzlich steigt das Wasser zwei Fuss hochüber sein Niveau und sinkt ebenso schnell :
wieder; die Bewegung wiederholt sich raschzum Entsetzen der Fische und dauert tya bis1 »St. »Sie scheint durch gleichzeitiges Wehenvon Westwind gegen die Nordküste und Süd-westwiud im Kanal von Malta zu entstehen,indem sich beide Winde zwischen Trapaniund Capo San Marco begegnen.
Der Wein von Mazzara ist fast ebensogut wie der von Marsala; die Reben werdenliier, wie überall, wo in Italien guter Weingezogen wird, ganz niedrig gehalten undgeben daher der Gegend nicht das male-rische Ansehen wie um Neapel. Eineneigenthtimlichen Reiz bieten aber die umdie vereinzelten Häuser stehenden sehr schö-nen hohen Dattelpalmen.
Von Mazzara nach Castelvetrano.
18 Kil. Post in 2 3 /4 St.
Zuerst durch offene steinige Gegend,überwachsen mit Zwergpalmen, Myrtenund wilden Oliven; hier und da Wein-pflanzungen; alles ziemlich einförmig.Nach 3 Kil. über den Fluss Arena (denantiken llalihyas ), der südl. von Calata-ffrni entspringt und liier zwischen Felsen-bäuken fiiesst; südwärts dclmt »sich daslange sandige Vorgebirge Punta di Gra-nitola aus (wo 827 die Araber landeten;s. oben). Dann durch besser bewaldete,reichere Landschaft nach
(61 Kil.) Campobello, ein Städtchenmit 5575 Eimv., das seinen Namen derhübschen Lage in der fruchtbaren Um-gebung verdankt.
8 Kil. südwärts von hier (r. an dem Wein-baus [Baglio] von Ingham und Florio vor-bei und westl. durch die nackte Ebene) lie-gen die berühmten *Cave di Ciuiipobello(auch Rocca di Cusa genannt, bei den Ara-bern Ramucara), Steinbrüche, aus deneudie Selinuntier das Material zu ihren Tem-peln nahmen. Man erkennt noch den Ab-bruch der Arbeit vor 2800 Jahren und sichtsehr deutlich die Stellen, wo die Säulen-cylinder aus dem Felsen ausgeschnitten sind;fünf sitzen noch fest, ohne abgelöst zu sein,sie haben 8 m. Durchmesser und ca- 2Va m.Höhe; einer ist ringsum durch einen 4 cm.breiten Einschnitt vom Felsen gelöst, stehtaber unten noch auf. An anderen Ortenist das Werk vollendet und die Säulentrom-mcl leer. Eine Menge solcher Trommelnliegen zum Transport fertig in der Tiefeder Schlucht der Steinbrüche; einige siehtman schon eine Strecke weiter auf der »Strassevon Mazzara nach Selinus fortgeschafft. Dieletzte Arbeit geschah hier für den Tempel desApollon, welcher bei der Zerstörung Seli-nunts durch die Karthager (409 v. Chr.) nochunvollendet war. Welche Riesenarbeit, solchegigantische Blöcke von ungeheurem Gewicht