5. S. Pantaleone - Mazzara.
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Katapultmasoliinen grossen Schrecken. DieKarthager sahen sich genüthigt, nach Afrikazurückzusegeln, da die ganze doppelt sogrosse Flotte des Dionys frei geworden.Dionvs liess die hölzernen Bclagerungs-tlnirme und Mauerbrecher auf dem Dammimmer weiter vorschieben ; aus den verschie-denen Stockwerken der Thürme wurdenWurfgeschosse auf die Vertheidiger der Stadt-mauern geschleudert und Fallbrücken vonden Thürmen auf die Mauern geworfen; alsMauerbrecher dienten lange, eisenbeschla-gene Balken, die' unter Schutzdach inSchwebe hingen und gegen die Mauer ge-schwungen wurden. Die Artillerie versahendie Katapulte und Balliste, eine Art rie-siger hölzerner Annbrüsto, welche schwereWurfgeschosse, Kugeln oder Steine abschleu-derten. Vergeblich verthcidigten sich dieBewohner von Motye mit dem grössten Muth,erhoben Gerüste, warfen Fackeln und bren-nenden Worch mit Pech auf das Sturmzeugder Feinde, kämpften, als schon ein Tlieilder Mauer daniicderlag, mit Lüwenmuth,verbarrikadirten die Gassen , bedienten sichder Häuser als Mauern, wurden von denEltern und Frauen zum Todesmuth ange-trieben. Nach mehreren Sturmtagen liessDionys die besten Truppen an den halb-zerstörten Häusern Leitern anlegen, hinan-klettern und feste Position innerhalb derStadt einnehmen; die Hauptmacht rücktenach; überall wiithete der Mord, selbstgegen Kinder, Weiber und Greise. Nurdie in die Tempel Geflohenen wurden ver-schont und als Sklaven verkauft. — Motyekam zwar das Jahr darauf wieder in dieGewalt der Karthager, wurde aber nichtwieder aufgebaut und statt seiner das be-nachbarte Litybaion (s. oben) gegründet.
Gegenwärtig ist von den Resten desalten Motye noch der alte Molo erhalten,welcher als meist unterseeische Land -brücke noch jetzt den Maulthierkarrenals Strasse dienend, die Insel mit demFestland verbindet; dann di o, Fundamenteder Festungsmauern rings um die Insel,denn sie bildete einen einzigen befestig-ten Ort; auf der Nordostseite erkenntman noch einzelne Thürme. — Im N. istdas Landthor gegen den Molo hin noch guterhalten: zwei mächtige viereckige, aussehr langen, ziemlich niederen Quaderngefügte Thorgebäude, das eine. 10,50 m.in der Front, 9,70 m. in der Tiefe, dasandere 9,70 m. Front. Zwischen diesemThor und dem Anfang des Hamms siehtman am Wasser ein Stück künstlichenFnssbodens. Auch das llafenthor im S.ist noch erkennbar, das starke Kckbastionder Süd westseite schloss sich andeuWest-fUigel des Thors an. In der SüdwesteckeUnter-Italien. 11.
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der Stadt liegen schöne stuhkirtc Qua-dern, wohl von einem Heiligthum. Ander östlichen Küste ist ein aus Quadernerbauter Wasserbehälter für das vom öst-lichen IlÖlienzug der Rcgalia in Atjuä-duktröhren hergelcitetc Wasser vorhan-den. Im Innern der Stadt gegen N. zu siehtman noch eine stukkirte Cisterne mit■weitem Rauch und engem Hals. DieGVa-herstätte lag auf dem Festland gegen N.;noch jetzt werden hier bildlose tliönerneVasen aufbewahrt; man fand daselbstviele steinerne Sarkophage in der Erde.— In der Vorhalle des Municipio zu Mar-sala ist ein grosses Relief n\\& Motye, zweiLöwinnen, welche einen Stier niederwer-fen, aufbewahrt.
Von Marsala nach Mazzara.
18 Kil. Post in 2 3 /4 St.
Zuerst zwischen mauernbegrenztenWeinbergen und Olivengründen. Ueberden Fiume di Marsala (Äkithios, Ptolem.III, 4, 5), der mit sehr kurzem Verlaufdurch eine schöne, mit Bäumen bepflanzteGegend fliesst. Dann durch offene Heidemit Zwergpalmen, Tamariske, Rosma-rin u. a.; niedere Sandhügel verdeckendas Meer.
(49 Kil.) Mazzara (^Albergo diSelinunto; Locanda Garibaldi; Albergound * Trattoria Centrale [beim alten Ka-stell]). (Vortreffliche Orangen!) Die Stadt(mit 42,155 Einw.) präsentirt sich vonweitem mit ihren hohen Mauern, Thiir-raen und Kirchen stattlicher als im In-nern ; die Strassen sind schmal und wink-lig, doch die Häuser meist reinlich undeinen gewissen Wohlstand bezeugend. Esist Bischofsitz und hat einigen Handel.Der Hafen dient jedoch nur für kleinereSchiffe. Die Mauern, welche 11 m. hochim Viereck die Stadt in 2 Kil. Umfangumziehen, sind mit viereckigen Thürmenin Zwischenräumen von 25 m. verstärktund tlicilweise noch von saraceniseherund normannischer Konstruktion.
Mazzara war das Emporiun der Helinnn-tier, ihre Grenzfestung gegen die Phönikorund Karthager. An der Mündung des FlussesMazzara (des antiken Mazaras) sieht, manjetzt noch die Fundamente der alten ge-mauerten Einfassung des Hafens, und nochzeigen alte Grotten, Treppen u. a., wie
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