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(!. Von Palermo nach Castelvetrano und Selimmt.
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leben zu einem harmonischen Ganzen her*auszubilden, kam auch hier zur Verwirk-lichung.« ( Benndorf.)
Im politischen Leben brachte es Seli-nunt zu keiner hohem geschichtlichen Selb*stündigkeit, denn als entlegenster Postender Griechen und nahegerückt dem kartha-gischen Gebiet, zeigte es sich seiner Missionnicht gewachsen. In dem princ.ipielleu Kul-turkampf, den die sicilisclien Griechen ge-gen die Karthager führten, gleichzeitig mitdemselben Kampf des Mutterlands gegenl’ersien, trat Selimmt anfänglich sogar aufdie Seite Karthago’s, wohl aus Neid gegenSyrakus, mul weil dessen Herrscher Gelondie Mutterstadt Selinunts, Megara Ilyblaia,zerstört hatte. Der glänzende Sieg Gclonsbei Ilimera stiess freilich diese Politik wie-der um, und 4(17 v- (Ihr. schloss sich Seli-nunt treu an die neue Grossmacht Sieilien«,das mächtige Syrakus, an. Aber die steteFeindschaft mit dem NaeliLiargebiet deselymäisehcn Egesta, zumeist über den Be-sitz der reichen Westobene, verwickelteSelimmt in gefährliche Kämpfe. 434 v. Chr.wurde ein heftiger Krieg über das Land amFluss Mazzara geführt, in welchem aufbeiden Seiten viele umkamen (Diod. XI, 8(>);die Eifersucht, dm* Städte hörte aber damitnicht auf. 41b (Olymp, hl, 1) brachen neueStreitigkeiten aus, über Rechtsverletzungenin Ileirathssachen und das Uferland amGrenzfluss, dessen sich die Selinuntier auchjenseit des Flusses bemächtigt hatten. Inder Schlacht (Diod. XU, 82) siegten die Se-linuntier. Die Fgestäer, zu schwach, alleindem Feind widerstehen zu können, bewar-ben sich um ein Bündnis mit den Akragan-tinern und den Syrakusanern. Da dieserVersuch misslang, so schickten sie Gesandtenach Karthago und baten um Hülfe. Alsauch diese Stadt nicht dazu geneigt war,suchten sie Schutz bei Athen. Sie tratenhier mit den Leoutiueru, den Stammver-wandten der Athener, zusammen auf. DieAnklage wurde (Tlmkyd. VI, ß) vornehm-lich auf die Syrakusaner liinüborgeleitet:»Wenn die Syrakusaner ungestraft die Leon-tiner vernichten und sofort auch deren. Ver-bündete zu Grunde richten, und so die Gc-sammtmaeht über Sieilien an sich rcissenwürden, so sei zu befürchten, sie möchteneinmal als Dorier und als Pflanzvolk demdorischen Peloponnosien als ihrem Muttoi*-staat mit grosser Kriegsmacht zu Hülfekommen und die Macht der Athener zer-stören helfen«. — Die Athener Hessen sichüberreden, und ihre unglückliche Expedi-tion war ausdrücklich auch gegen die Seli-nuntier gerichtet. Nach der Vernichtungdes athenischen Heers am Assinaros tratEgesta das streitige Gebiet den Selinunticrnfreiwillig ab. Aber (Diod. XIII, 4d) diesefuhren fort, noch viel von dem angrenzen-den Land wegzunebmen. Da schickten diebedrängten Egestäer Gesandte nach Karthagound baten um Hülfe. Bei den Karthagern,die einerseits wünschten, eine so gut ge-legene Stadt an sich zu ziehen , anderseits
aber die Syrakusaner fürchteten, weil dieseerst neuliehst die Athener besiegt, gewannzuletzt die Kriegspartei die Oberhand, anderen Spitze der eine der Könige, llannibal,aus dem mächtigen Haus Magons, stand, demnun die Leitung des Kriegszngs übertragenwurde, eine 1 Expedition von den schwerstenFolgen, denn sie leitete eine Aera von Krie-gen ein, die Sieilien unglücklich machtenund zuletzt Karthago selbst den Untergangbereiteten.
llannibal fuhr im Frühjahr 409 v. Chr.(Diodor XIII, 04) mit einer Transportflottevon 1500 Sogein, begleitet von (>0 Kriegs-schiffen, nach Sieilien (nach Eplioros betrugdie Armee 200,000 Mann zu Fuss und 4000Reiter, nach Timaios etwas mehr als 100,000),und landete am Vorgebirge Lilybaion (Mar-sala). Selinuntiselie Reiter, welche diegrosse Flotte heransegeln sahen, gabenschnell ihren Mitbürgern Nachrieht, unddiese schickten sogleich Boten nach Syra-kus und baten um Hülfe. Aber llannibalzog die Schiffe in der Bucht von Motyc aufsTrockene und wollte damit den Syrakusa-nern zu verstellen geben, er sei nicht ge-kommen, der Seestadt zu nahe zu treten.Nachdem er die sicilisclien Bundesgenossenan sieh gezogen, rückte er sogleich gegenSelinus vor, nahm Mazzara, die selinunti-sche Grenzfestung, und schlug vor Selinusein Lager auf, richtete das Sturmzeug ge-gen die Mauern und betrieb die Angriffemit allem Eifer. Er liess sechs Thürmevon ausserordentlicher Höhe errichten undebensoviel eisenbeselilagene Sturmböckegegen die Mauern stossen. Seine zahlreichenBogenschützen und Schleudern* vertriebendie Vertheidiger von den Mauerzinnen. DieSelinuntier verzweifelten nicht gänzlich ander Rettung, sondern wehrten mit gesamm-ter Macht die Feinde von den Mauern ab,in der Hoffnung, dass bald die Syrakusa-ner zu Hülfe kommen würden. Die Jün-geren standen alle unter den Waffen undim Gefecht, die Aelteren sorgten für die In-standhaltung der Waffen, die Weiber undKinder trugen den Vertheidigern die Nah-rungsmittel und die Geschosse zu. llannibaltrieb zur Eile, versprach den Truppen dieStadt zur Plünderung zu überlassen, liess ge-gen die Mauern die Widder stossen und die ta-pfersten seiner Leute abwechselnd anriieken.Während die Trompeten das Zeichen zumAngriff gaben, erhob wie auf einen Winkdas ganze Heer der Karthager den Schlacht-ruf. Die Selinuntier hatten während derlangeu Friedenszeiten nicht die geringsteSorge auf die Mauern verwendet. Der Angriffrichtete sich besonders gegen den nördlichenTheil der Stadt, die nur alte», schwache, nieausgebesserte Mauern hatte, welche jetztfast spurlos verschwunden sind; die Thürmeder Karthager standen im Thal. Als dieerste Mauer fiel, drangen die kampanisclienMiettruppen sogleich in die Stadt, aber im-mer zahlreichere Scharen eilten zur Ab-wehr herbei und die Eindringlinge wurdenmit bedeutendem Verlust zurückgedrängt.