(i. Selimmt (Tempel T>).
350
341)
dritten und fünften Säule b,;H>5 m. von ein-ander abstehen. Die Anten stehen sieh alsofast um 1 m. naher als die Säulen. DieSäulen des l’ronaos entsprechen der Axeder dritten Säule der Langseiten. Der untere ;Durchmesser jener (1,:J24 m.) ist aber um 'Ü,<j 18 m. kleiner als der Durchmesser deräusseren Säulen. Die beiden Säulen desl’ronaos verbindet eine niedrige (wohl spä-ter eingebaute) Mauer- — R. vom Eingang 1in die 2. Abtli. der Cella (den Tlicsauros,Schatzraum) befand sich eine cigenthüm-liclic "Wendeltreppe. Zum Boden des The-sauros, jetzt 0,451 m. über dem Boden desPronaos, stieg man über drei Stufen hinan,die breiter als die Thüröffnung sind; auchvom Advton, dem dritten Raum (für die Statuedes Gottes), fiihrteu drei Stufen hinauf. —Von den Säulenfragmenten, ist so viel er-sichtlich , dass die Kapitale sehr hoch wa-ren, der Hals gleich von unten an ausbiegt,wodurch die drei Ringe liinaufgeriickt er-scheinen; der Ecliinus, der sich unter denRingen fortsetzt und mit dem kannelirtenHals verscheidet, bildet eine steile, fein ge-rundete Linie, die oben hinter der Abaeus-kante zurücktritt. Der ziemlich ausladendeAbaous ist oben abgeschrägt. Die Detail- .bildung zeigt überall grosse Feinheit; die'Säulen hatten 20 Kanneliiren. Das Mate- irial ist der Muschelkalk von Campobello, |von dem man die Stücke mit dem dichte-sten Korn und den wenigsten Muschelnauswählte.
Siidwestl. vom Tempel sieht man einenII -’aehtthurm, der einst einer Militärbe-satzung' zum Signalisireu der afrikani-schen Seeräuber diente. (Jetzt wolmt liier,wenn er Seliuimt besucht, Cav.Cavallari.)Der Tlmrm ruht auf antiken Fundamen-ten ; einige liiittcn in seiner Nähe sindzumeist aus antiken Bausteinen errichtet.
20 m.nordöstl. vom Tempel A liegt dasTeillpelclien B « eher eine Kapelle(Aedicula) als ein Tempel; es hatte kei-nen Säulenumgang, und die Breite derCella beträgt nur 0,681 m. auf 3,600 m.Länge. Vorhanden sind noch die Funda-mente, drei Lagen der rechten Seitcn-wand, zwei Lagen der linken und fiinfLa-gen des grössten Theils der Rückwand.Von der Vorderseite ist nichts mehr ge-hlieben. Die Ecken der Cella warenaussen mit Pilastern geschmückt, vondenen imNW. nur der Grundplan erkenn-bar ist, während am Südwestendc das Ka-pital eines Pilasters mit dem Gebälk undeinem Theil des Giebels erhalten blieb.Auch sind kannelirte Säulenreste und do-rische Kapitälstüekc vorhanden. — Das
Tempelehen wurde durch den Sturz desTempels C zerstört; llittorf, der dieSchnecken eines ionischen Kapitals liierauffand, erklärte die Kapelle für das ersteMonument wirklich griechischen Ur-sprungs, an welchem ionische Säulen mitdorischen Triglyphen darüber Vorkom-men; nach seiner Rekonstruktion hattedas Tempelchen vor der Cella einen Pro-stylos mit vier ionischen Säulen und dar-über ein dorisches Gebälk.
Die Säulen hatten 20 Kanneliiren undwaren mit Stuck bekleidet. Mehrere nochvorhandene Gebälkstücke deuten darauf,dass in der Hauptfront sieben Triglyphenwaren, ein Beleg für die Vierzahl der Säu-len. Aus der Lage der hinteren Anton undder Stufen sowie aus der Proportion derTriglyphen lässt sich der sichere Schlussziehen, dass die Langseite zehn Triglyphenund neun Metopen hatte. Die Kleinheitdes Tempelcliens macht cs wahrscheinlich,
Tempel B
dass derselbe einem vergötterten Menschengeweiht war. Trotz der cigenthimiliclienMischung ionischer Kapitale mit dorischemGebälk, die sonst eine weit spätere Zeit be-zeichnet, hält llittorf den Bau für einedem berühmten Philosophen und Arzt ICm-l>edokles geweihte Kapelle, da die Seli-nunter ihm einen Tempel für die Befreiungvon der Malaria weihten, die er durchDrainirung und Zuleitung frischen Wassersin den st’gnirenden Hvpsas beseitigte. --Von höchster Wichtigkeit für die Kunst-geschichte ist dies Tempelchen dadurch ge-worden, dass llittorf an ihm den Stil dergriechischen Tempel bemal ung dar-legte. Innen und aussen zeigt die KapelleSpuren von Stucco, und die Gliederungenwaren alle bemalt, roth , blau oder schwarz,selbst die Blöcke des Säulenunterbauesroth; gemalte Ornamente fanden sich da,wo sie sonst in fast allen anderen Tempelnskulpirt sind; roth war das Band des Kranz-gesimses, der Dielenköpfo und des Arelii-travs, blau die Dielenköpfe, Triglyphenund das Band der Tropfen, schwarz dieKanäle derTriglyphcn, weiss die Tropfen etc.Im Museum zu Palermo (S. 223) sind zahl-reiche (leider theilweise wieder übermalte)Stücke aufbewahrt , auch ist noch ein Lö-wenkopf des Kranzgesimses und das Ge-simsstück mit der Oeffnung für den Löwen-kopf vorhanden. — Masse: Breite des Ba-