Band 
Zweiter Band: Sicilien.
Seite
351-352
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0. Von Palermo uadi Selinmit, (Tempel C).

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saments 5 m., Länge 8,54 m. Breite derOella ohne Mauer 3,08 m. Basament derTreppe vor dem Tempelclien: Breite 4,00 m.,Länge 2,77 m.

Einige Schritte nordwärts folgen dieTrümmer von

Tempel der älteste Tempel vonSelinus, wahrscheinlich ein Ileiligthumdes Apollon (Paian) aus der Gründungs-zeit (ü28 v. Chr.) der Stadt. Er zeichnetsich durch Eigentümlichkeiten aus,welche noch ein merkwürdiges Schwan-ken in der Anwendung der altern undneuern Bauweise zeigen und darlegen,dass er »vor der Hegeluny des dori-schen Kanons « errichtet wurde. Er istder grösste Tempel des Ostlmgcls. SeinEinsturz erfolgte in der Richtung von S.nach N. Die Säulen des Pcristyls des

Tempel C

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Nordflügels liegen alle in regelmässigerOrdnung neben einander, aber mit aus-einander gefallenen Trommeln; die Blöckedes Gebälks liegen an ihrer Stelle unter-halb derselben. Die Säulen des Siid-fliigels sind in derselben Richtung nachinnen gefallen und zermalmten die Cella,mit deren Ruinen sie nun eine malerischverworrene Masse bilden. Einige nachaussen geschleuderte Gesimsblöcke andieser Seite zerschlugen das TempelclienB, andere flogen über dasselbe hinausnach S. Vorhanden sind noch 19 Säulen,9 von der rechten Langseite (vorn undhinten), 5 von der linken (hinten), 3von der Rückseite, 2 von der Zwischen-halle (r.); vom Tempelhaus die unterenLagen der Mauern heim Eingang desPronaos, von der rechten Seitenwand derCella und der Querwand des Schatzraumsuud fast die ganze Rückwand desAdyton;die Sockel auf den drei Seiten, die (sehr

abgenutzten) Stufen vor der Ostfront, dieStufen zum Pronaos, zum Schatzraum undzum Adyton. — Das Gebälk hat man nochbeinahe ganz zusammengefunden; dieRekonstruktion ist daher sicher. Der Tem-pel war ein Peripteros hexastylos, mitvollständigem Säulenumgang von 4(i Säu-len, an den Schmalseiten je ö, an denLangseiten je 17 (die Ecksäulen mitge-rechnet), ein an den dorischen Tempelnsolchen Umfangs sonst unbekanntes Ver-hältnis (bei den attischen Monumentendes dorischen Stils pflegt die Anzahl derSäulen jeder Langseite die Summe derSäulenzahl der Schmalseiten nur um einezu übersteigen).

Der Unterbau hat auf drei S,eiten dreigrosse Sockelstufen, an der Frontseite abereine Freitreppe von neun von oben nachunten an Höhe abnehmenden »Stufen (unten0,189 m., die zwei folgenden je zwei 0,227,0,244, 0,247, 0,298 m.) in Berücksichtigung dermenschlichen Augenhöhe; die entsprechen-den Sockelstufen haben die doppelte Höbe.Die Freitreppe nimmt die ganze Breite derFa^.ade ein. Die Stylobatbreite (24,02 m.)verhält sich zur Stylobatlänge (03,86 m.)wie 1:2,65«; der Tempel ist also ausser-ordentlich lang, fast dreimal länger alsbreit. — Eigenthümlieli ist auch die grosseLänge und das Ende der Cella, deren Breite(8,93 m.) zur Länge (30,91 m.) sich verhältwie 1 : 4,46. — Der Tempel war Prostylos,d. h. er hatte an der Hauptfront (an derOstseite) eine doppelte Vorhalle, durchvinr ZwischensUulen gebildet, welche von der3. Säule der Langseite horizontal die vor-dere Säulenreihe wiederholten. Die vor-dere und die dahinter liegende Vorhallehaben beide eine Tiefe von zwei Säulen-weiten, bilden also zwei gleiche Bäume;die Länge der Cella wurde dadurch be-trächtlich vermindert. Das übrige Pteroma(Halle zwischen Cella und Aussensäulon)war 22/3 Säulendurehmesser tief, also im-merhin sehr breit. — Das Tempel haushat vorn am Eingang noch keine Anten(viereckige Wandpfeiler mit zwei Säulendazwischen), sondern ist vorn durch quereMauern und eine Thür abgeschlossen; hin-ten ist es durch eine Rückwand völlig vonder Halle abgetrennt. Es zerfällt in dreiThcile: das dem Licht geöffnete Vovgemacli(Pronaos), quadratisch mit weiter Thür ge-gen die Vorhalle und gegen das Innere,zwei Stufen (von 0,29 s m.) über die Halle er-höht; den mittlern Sehatzraum (Thesauros),der die grösste Ausdehnung hat und zu demvier Stufen (von 0,226, 0,219 m.) führten;die Kammer für die Kultusstatue und denAltar (Adyton), von geringstem Umfang,um 0,223 in. erhöht, so dass die Statue be-herrschend und schützend vorragte, undobwohl in bedeutender Tiefe hinter der