Band 
Zweiter Band: Sicilien.
Seite
357-358
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7. Von Seliinint über Seinern midi Girgenti.

3 ft 7

der selinuntiselien Tempel, von 3 J /4 Durch-messer, und die weiteste Säulenxtellnng, in-dem die Zwisehensäulenräume fast 1 Va un-tere Durchmesser betragen. Die weitenHallen, von leichtem Zugang und überallmit (Schutz gegen Sonne und liegen, deu-ten auf den Gebrauch derselben als öffent-lichen Versammlungsort. — Die Cella warsehr lang gestreckt und eng; ihre Breite(8,27 in.) verhält sich zur Idinge (37,04 m.)wie 1 : •1,5 ö. — Das vordere l’teroma ist ohneZvvischensiiulenstellung; zwei Stufen (0,:S2(>,m.) führten zum Pronaos (Vorgemachder Cella). Dieser hat, wie alle älteren Tem-pel, keine Anten, ist aber von eigenthüm-licher Bildung; er wird nach 0. durch vierSäulen vorn begrenzt, deren nördlichsteund südlichste auf ihrer westlichen Seiteglatt abgeschnitten sind, so dass sie anstattder 10 Kaunolüron der anderen l’rouaos-Säu-len mir 13 zeigen und mit den vorlaufen-den Mauern der Cella in direkter Verbindungstehen. Das an die Ecksäulen stossendeStück der Mauer ist auf das sorgfältigstein die abgeschuittene Fläche üingefugt.(»Wahrscheinlich war es ein früher vorAnwendung der Anten unternommener un-vollkommener Versuch, dem Pronaos durcheinen gesäulten Abschluss reicheres luchtzuzuführen.« Benndorf.) Die Ecksäulen amPronaos sprangen ,T /io ihres Durchmessersvor. — Der Pronaos ist vom Schatzraum(Themnros) durch eine sehr grosse Mauervon 1,47") m. Dicke geschieden; es stehenvon dieser Mauer noch die vier ersten La-gen der linken Hälfte; eine Stufe von0,244 m. führte zum Schatzraum, fünf Stu-fen zum Gotteshaus ( Adytou), das ausser-

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gewöhnlich tief war und an drei Seiteneine niedrige Bank zur Aufstellung vom ge-weihten Gegenständen hatte. — Zur Zeitder Einrichtung dieses Tempels hatten dieKegeln der dorischen Ordnung noch keineabgeschlossenen Normen. — Die Säulen,von geringerem Durchmesser als bei Tempel0, verjüngten sich noch stärker ( 3 /s), siehaben am Säulenmngang 20 Kanneltiron,am Pronaos nur 16. Das Kapital ist nie-drig und sehr weit ausladend, d. h. der Echi-nus bildet eine ausserst kühne und fliossendcAussenlinie, ist voll und rund, aber sehrflach, er geht bis zur abgelotheten Seiten-fläche des schmalen und langen Abacus.Das Gebälk war sehr schwer, die Formenderber als bei den Mutulen, dieselbe Eigen-thiimlichkeit wie bei Tempel C; die 'Tropfendes Architravs sind kleiner als die desKranzgesimses. — Zufolge jener Inschrift(S. 354), welche Tempel C dem Apollon zu-weist, wäre dieser Tempel der Athene ge-

weiht.

Masse in Metern:

Fnterer Durchmesser der Säulen . . 1,0(59

Oberer - - - . . 1,149

Höhe der Säulen.7,;U2

Breite der mittleren Zwischcnsäulen-

räume.2,su7

Breite der Zwischensäulenräume r.

und 1. davon .... 2,710

Zwisehensäulenräume an

den Ecken.2,070

Höhe des Gebälks.4,992

- Architravs.l,vsi

- Frieses .1,4»s

der Cornielie.3,0-29

- fünf .Stufen zusammen . . 1,371

7. Von Castelvetrano (Selinunt) über Sciacca nach Girgenti.

Keine Fall r strass e! Zu Maulthierlegt man die 21sfcündig« Strecke (ca. lüöIvil). in 2 Tagen' zurück , am 1. Tag bis(0 St.) Sciacca, am 2. Tag nach (12 St.)Molo di Girgenti. Der Maulthierritt vonSciacca muss deshalb sehr früh uugetretenwerden. Die Preise für ein Maulthier sindca. 10 Fr. pro Tagreiso (Rückkehr oinbe-d tingen) und für den Treiber ca. 5 Fr.

Von Sciacca kann auch das von Palermokommende Dampfboot der Sociotä Floriobenutzt werden, das wöchentlich lmal(gegenwärtig Sonntags Morgens) in Sciaccaanlaugt und nach Molo di Girgenti fährt. —Oder bei günstigem Wind eine Barke (derenman zuweilen auch riiekkehrende zu gerin-gem Preis findet; 2 Ruderer für eine Tages-anstrengung ca. 8 Fr.).

Distanzen: Von Castelvetrano nach (21/2St.) Ileliei i2y2lv.il.; (0y 2 St.) Sciacca 4f> Ivil.;(61/2 St.) Montallegro 77 J /2 Kil.; (2 J /2 St.)Siculiana 00 Kil.; (3 St.) Molo di Girgenti105 Kil. Von hier Eisenbahn (10 Kil.) oderWagen (6 Kil.) nach Girgenti.

Von Castelcetrano (’S. 327) ostwärtsdurch Strecken mit Olivenhainen mulöde (»egenden mit Fächerpalmen undMastix zum Fluss (I 2 V 2 Kil.) iicliei (llyp-sas, auf einigen Münzen als ein Jünglingdargestellt, der auf dem Altar des Aesku-lap opfert), einer der wenigen beständigenFlüsse (Sieiliens, zwischen hohen (Sand-bänken fliessend und mit Ulmen, Weiden,Tamarisken umgürtet, an seinem Endereich an Aalen und Barben. — Mit Fähreüber den Fluss, dann durch Korkeichen-waldurigen und über sandige Strecken amMeeresstrand bis gegen (22 Kil.) Jl.Tau-friei (9542 Kinw.) hin, das zur Linkenin der Mitte einer offenen baumlosen Korn-gegend eine lange nackte Höhe krönt. —Abermals durch flachwellige Gegenden