Band 
Zweiter Band: Sicilien.
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7. Sciacca — Caltsibcllota.

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Oestl. von Sciacca, am Fuss des MonteS. (’aloircro, liegen im Thal ilio heissen(Quellen von Sciacca, vier Quollen von ver-schiedener Beschaffenheit, schwefelhaltigeund salzhaltige, nahe neben einander, auchin der Temperatur verschieden, die hoisseste4-450 o.; sie entspringen am untern Kamieiner steilen Kalkwand. Alle vier dienenzu Bädern, die im Sommer stark besuchtwerden. Nur zwei Quellen werden getrun-ken. Das Badehaus hat besondere Abthei-lungon für Männer, Frauen und Thiere. —Die Schwefelquelle, mit Eisen und Kochsalz,ist sehr geschätzt für Hautkrankheiten,Rheumatismen und Paralysen; die Acquasanta ist stark abführend, enthält schwefel-saures Natron und Kochsalz; die dritte (eineSchwefelquelle) wird als Augenheilquollebenutzt; die vierte, ostwärts liegende, istlau, salinisch und besonders gegen (Ge-schwüre in Anwendung. — Der felsenartigeNiederschlag von Travertin, den das Wasserbei seinem Abfluss in das Moor binterlässt,dient zu Bauzwecken. — Noch sieht manBruchstücke der antiken Badegebäude undKanäle.

Auf dem (Gipfel des Borgs, zu dossenBesteigung (31)0 m.) man D /2 St. bedarf(Esel 3 Fr.), liegen unter dem SüdrandDampfbad er, le Stufe di S. Calogero, woaus zahlreichen Klüften des Berginneniluds.se Wasserdämpfc hervorbrechon, die zuSchwitzbädern benutzt werden (im Junistark besucht). In einer der äusseren Höh-len sind schon in sehr alter Zeit Sitze ausdem Felsen gehauon; die dort in den Steingegrabenen Buchstaben (HoilungsangabenV)sind nicht mehr lesbar; sehr wahrschein-lich sind diese Inschriften phonikiseke unddie Einrichtung der Bäder, die man demkretischen Flüchtling Dädalos zuschrieb,aus phönikisoher Zeit. Dio Dampfwärmesteigt auf 40°. ■— Auf der Spitze des Bergs,mit prächtiger Aussicht auf den fruchtbarenGrund um Sciacca, den isolirteu Berg Eunad'oro im NO., die Küste von Capo Granitolabis jonseit (Girgenti, im fernen W. auf dieInsel Pantellaria (8. 310), stellt eine demS. Calogero geweihte Eremitage, der von S.Petrus beauftragt, die Dämonen aus denHöhlen des Bergs zu treiben, die lieissenWässer für die Kranken dionstbur machte,wie er dies auch in ganz Sicilien, wo es heisseQuellen gibt, bewerkstelligte. Zur Hälftedes Wegs kommt man an eine natürlicheHöhle mit der modernen Inschrift Crotta diDiana, mit bemerkenswerthem Echo. Der jName Cranius, den der Berg in der ersten |Chvistonzeit führte, stammt wohl von Kronios. j

Yo 11 Sciacca nacli Girgenti führt jder Weg wieder zum Meer hinab an den ■steinigen Strand (beschwerlich zum Rei- jteil), stellenweise am Abhang oberhalb |des Meers, 4 St. stets ohne bestimmte!Bahn über Kiesel, Dünensand, Flüsse,!Moorgrund, Heiden, Kornfelder, Weide- |

plätze, aber nur höchst selten an Woh-nungen vorbei. Hin und wieder belebendie rÖthlichen Kinder mit ihren riesigenHörnern die einförmige Gegend. Nacli10 Kil. über den Fluss Caltabellota (dieantike Alba),

lieber dessen rechtem Ufer, 3 St. vomWeg nordöstl. landeinwärts, liegt «las Städt-chen ('altahellota (6560 Einw.) sehr pittoreskmn ein altes Kastell auf steilem Felsen.Der jetzige Name stammt von dem sarace-nischen Kal 1 atal Bellut, Kastell der »Kork-eichen«, welche noch jetzt die Umgegendzieren. Die Hauptkirchc, der Assunta ge-weiht, in der Nähe des Baronial kastei 1s,stammt aus altnormaunisolier Zeit. DerKastellberg, der dio Stadt überragt, undeine prachtvolle Aussicht gewährt, ist 040 m.hoch; der Gebirgscliarakter der ganzen Ge-gend umher, wo eine äusserst pittoreske}Reibe von schroffen Felszinken im Halb-kreis das nach S. sich eröffnende Hochlandumsehliesst, machte diesen Thoi] Siciliensin den Sklavenaufständen am Endo des 2.Jahrh. v. Cbr. zu einem llauptselianplatzdes Kampfes. Auf dem nur 2 Kil. entfern-ten, siidösFJ. 720 m. sich erbebenden Berg-vorsprung (ebenfalls mit hendichor Aus-sicht) steht neben dom Ort S. sinnet dioKapelle S. Maria <1 Monte Vcrgine. Hierlag wahrscheinlich die antike, von den .Skla-ven als Burg benutzte Bergstadt Triokäla,die nach Piodor (XXXYI, 7) ihren Namendem dreifachen Vorzug: der festen Lage, desguten reichlichen Wassers und des frucht-baren, an Weinstöcken reichen Gebiets ver-dankt. I>a die feste 'Lage nicht zutrifft, soverlegt Schubring die Stadt auf den Kastell-berg, wohin sie die empörten »Sklaven andie Stelle des damals schon lange zerstörtenKamikos verlegt hätten. Doch führte diejetzt nicht mehr vorhandene, von dem (Gra-fen Roger nach einem »Sieg über die Sara-eeuen erbaute Kirche S. Giorgio den Bei-namen von Triokliln. Noch jetzt geniesstdiese Gegend nicht den besten Ruf. DerBoden ringsumher ist (liier sein 1 fruchtbar,die getrockneten Feigen von hier berühmt,ebenso der Käse von den prächtigen Weiden.

Jonseit des Flusses Caltabellota reitetman 2 St. der Küste entlang - durch Stein-schutt und von weissen Lehmbänken be-gleitet; 1. (1 »St.) liegt Ribera, das seinenspanischen Namen 1633 durch die Toch-ter des Herzogs von Aleala erhielt. —Feber den Fluss Malcasoli (den antikenKamikos).

Wahrscheinlich lag an dessen linkemUfer, wo an dem Ort la Calata eine schwerzugängliche Festung von gewaltigem Umfangsich erhebt, das alte sikanische Kamikos,dem dann die Ruinen auf dem Berg Plata-nella angehören. (Scliubriug hält "den Ka-stellberg , wegen der Engo des Aufgangs