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10. tiivgcnti (Geselllulitliches).
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dien im Umkreis; man leitete Fliis.se undQuellgewässer hinein und legte eine Fiscli-ziiehterei an. Eine Menge Schwäne undGeflügel machtet! den Anblick sehr erfreu-lich«. Bald übertraf Akragas an Wohlfahrtund Luxus alle griechischen Städte und waran Macht nächst Syrakus die bedeutendste.
Die Nachkommen des Theron glichendem grossen Vorbild nicht. Nach dem Falldes Tkrasydaios stand ein Kath von 1000der Stadt vor, aus den Vermöglichsten zu-sammengesetzt, je auf drei Jahre. Die Wie-derherstellung der Tyrannei vereitelte Km-IH'.doldes, ein Feind der Einzelherrsehaft;zwei vornehme Versohworne wurden hin-gerichtet und jeder Bürger für wahlfähigerklärt. Empedokles selbst schlug die ihmangebotene Königswürde aus; obgleich ausvornehmem Geschlecht, war er stets für dasVolk besorgt und wirkte überaus wöhlthätigmit seinem grossen Vermögen (z. B. fürdie Ausstattung ärmerer Bürgertöchter); erwar Staatsmann und Arzt. Mit einem Pur-purgewand angethan, Binden im wallendenHaar, Kränze Apollons in der lland, aufehernen klingenden Sohlen wandelnd, durch-flog er die Städte Sieiliens. Er galt alsWindbesrliwörer und Herr der Elementeund ward in schwierigen Fällen der öffent-lichen Gesundheitspflege zu Kath gezogen(z. B. bei der Entsumpfung Selinunts, dasihm dann göttliche Ehre erwies). NachAristoteles starb er 424 v. Clir. im 60. Jahr.Die Sage liess ihn am »Thurm des Empe-dokles« auf dem Aetna naturhistorischeStudien treiben, und seine Feinde behaup-teten, er habe, um unsichtbar zu verschwin-den und als Gott verehrt zu werden, sichin den Aetna gestürzt. Er selbst sagt:
»Euch wandl’ ich, ein seliger Gott auf derErde,
Nicht mehr sterblich, von allen geehrt, dennalso geziemt’s sich ;
Kings mit heiligen Binden umkränzt undgrünenden Zweigen,
Zieh’ ich nun also einher durch die Scharreiehblüheudor Städte,
Werd’ ich von Männern verehrt und vonWeibern. Tausende strömenHinter mir her, zu erfragen die Wege desHeils und der Kettung,
Einige wollen Orakel von mir, die andernbegehren
Wirksam heilende Mittel zu hören für allerleiKrankheit«.
Wahrend der athenischen Expedition,als alle dorischen Städte Syrakus unter-stützten, blieb das unkriegerisch gewordeneAkragas in Neutralität unthätig. Syrakusdagegen, als im Jalir 406 v. C'lir. die Kar-Ihaijn- mit grosser Macht erschienen, botsogleich kriegerische Hülfe. Diodor (XIII,Hl ff‘.) hat eine das alte Akragas sehr charak-teristisch bezeichnende Beschreibung dieserfür das Schicksal der Stadt höchst bedeu-tenden Zeit gegeben. Zu jener Zeit, sagter, herrschte in Akragas der grösste Wohl-stand ; es gab daselbst sehr grosse und schöne
Weingärten, und der grösste Tlieil des Lan-des war mit Oelbäumen bepflanzt; denreichlichen Ertrag verkauften sie nach Kar-thago, indem sie die Schätze Libyens (z. B.Gold und Elfenbein) dagegen eintauschtenund sich damit ausserordentlich bereicher-ten, wie besonders die heiligen Gebäude undvor allen der Zeus-Tempel darlegen, dannder kostbare Fischteich für die öffentlichenGastmahle, die tlieuren Grabnioimmento,selbst für Kennpfordo und Lieblingsvögel.Den Sieger im Wettrennen zu Olympia,Exaenetus, geleitete man zu Wagen in dieStadt mit einem Festzug, in welchem sichunter anderen 300 Zweigespanne mit weissenPferden befanden, alle aus Akragas selbst.Schon von Jugend auf trugen die Akragan-tiner äusserst feine Kleider und goldenenSchmuck, bedienten sich sogar goldener undsilberner Striegeln und Oelgefässe in denGymnasien. Die reichen Leute luden dieFremden zuvorkommend zur Herberge beisich ein, und Empedokles sang: »Siehe fürGast’ ein heiliger Port und fern ist Falsch-heit!« Als einmal 500 Heiter aus Gela heistürmischer Witterung ankamen, nahm sieder reiche Gellia s alle auf und holte sogleichfür alle aus seinem Vorratli Ober- und Unter-kleider herbei; in seinem Keller befanden sichnach der Eroberung der Stadt noch 300 Fässer,aus dem lebendigen Fels gehauen, jedes 100Amphoren (3040 Liter) haltend; über derEi’de stand ein Behälter in schönem Stuck,der 1000 Amphoren fasste, und aus diesemfloss der Wein in die Fässer. Antisthenesbewirtete bei der Hochzeit seiner Tochteralle Bürger auf der Gasse vor ihren Häu-sern, und im Gefolge der Braut waren mehrals 800 Wägen; auch veranstaltete er an denAltären in allen Tempeln und in den Strassender ganzen Stadt eine grosse Illumination,für deren plötzlichen Anfang das Zeichenauf der Akropolis gegeben wurde. Ja, selbstmitten in der Belagerung durch die Kartha-ger musste der Befehl ergehen, dass die aufden Wachtposten Uebornachtendcn niehtmehr mituehmen dürften als ein Unterbett,eine Decke, ein Schaffell und zwei Kopf-kissen. Wenn so viel zum härtesten Lagergehörte, wie weichlich muss sonst ihre Le-bensart gewesen sein!
Die Volkszahl der praclitliebenden Stadtwar eine sehr bedeutende, ln der Streckevom Thal dolle (Japoline bis zum Südrandhatte sich allmählich eine Bevölkerung von20,000 Bürgern angesammclt, d. li. von 90,00t»bis 100,000 Freien, die mit den daselbst an-gesiedelten Fremden, Niedergelassenen undKaufleuten eine Zahl von 200,0o0 Menschenausmachten. Da die Zahl der Sklaven einesehr beträchtliche war, Akragas ausgedehnteGebiete hatte und nach dem Sieg bei Hi-mera manche sich bis an 500 Kriegsgefan-gene zu Sklaven nahmen (Diodor XI, 25),ancli die grossen Bauunternehmimgen einesehr grosse Zahl beanspruchten, so ist wohldie (augefochtene) Zahl von 800,000 (Dioge-nes Lacrtius VIII, 63) Bewohnern keineübertriebene. Das weite Plateau bot Kaum