Band 
Zweiter Band: Sicilien.
Seite
395-396
JPEG-Download
 

3U5

10. Girgenti

Bei dessen Einbiegung zieht 1. eine tief-gerinnte Strasse der Niederung zu, die Stelledes antiken Thors naeli Gela passircnd undunten in die Nähe des Junotempels rückend,der jedoch hier nur mühsam von der Süd-ostecke erklettert werden kann.

Jener Bogen der Landstrasse fälltwieder in die südliche Richtung. VonVilla Genuardi an in 17 Min. erreichtman S« Nicola (S. 399), eine norman-nische Kirche (neun Pinien erheben sichvor deren Kloster). Zur Kirche führt r.ein Seitenweg neben einer (sehr primi-tiven) Osterie vorbei. — Der rechtenLängswand der Kirche entlang und hinterderselben 1. durch ein Gitter, kommt manin einen Garten, an dessen Hinterseite 1.ein antikes Sacellum steht, das Orato-rium des Phalaris (S. 399) genannt.Nördl. hinter der Kirche führt ein Thorin den anstossenden Giardino Panitteri;hier ist vorn 1. an der Mauer ein schönerRest eines * antiken Rundbaues mit korin-thischem Gesims. — Von S. Nicolä, dergrossen Landstrasse südwärts weiter ent-lang, kommt man nach 10 Min. zur erstenSeitenstrasse 1., die zur modernen VillaAurea (mit Spitzbogenfenster*, der Villen-name auf dem Portal von unten schonsichtbar) in 2 Min. hinanführt. R. vondieser Villa erreicht man in 2 Min. den■*Heraklestempel (S. 400), dessen ko-lossale Trümmerhaufen die Höhe be-decken, welche von der antiken Südum-mauerung der Stadt begrenzt wird undgegen die Strasse hin steil abgeschrofftist. — Zur Villa Aurea zurück, dann aufdem Höhenrücken auf fahrbarem Wegostwärts weiter, erreicht man von derVilla Aurea in 4 Min. den sogen. **Coil-cordiatempel (S. 402), einen der best-erhaltenen dorischen Tempel aus deredelsten Bauperiode Griechenlands. Demfahrbaren Weg auf dem Höhenrückenostwärts weiter folgend, gelangt man in12 Min. zum sogen. **JunO-Lacinia-tempel (S. 405), einem dorischen Baumit noch 16 aufrechten Säulen und an-sehnlichen Gebälkresten aus der edelstengriechischen Kunstepoche, mit Pracht-blick von der Ostecke des Hügelrandesauf die Höhen ringsum und in das tief-liegende Thal bis zum Meer,

(Wegweiser). 396

Der Tempel liegt südl. gegenüber derVilla Carlo Vella, deren Siulausgang nurein paar Schritte vom Tempel absteht;Passgänger, welche von Villa Gcimardi di-rekt zum Junotempel zu gehen wünschen,haben daher den Durchgang durch diese1. von jenem Strassenbogen gelegene Villanachzusuchen.

Vom Junotempel kehre man zumFahrweg des Hochritckens zurück (nunder 1. mit der Strasse parallelen nahenantiken Stadtmauer mit den Gräberni-schen die Aufmerksamkeit zuwendend)bis zur Villa Aurea und von dieser nieder-wärts zur Landstrasse hinab ; dieser 2 Min.siidwestwärts folgend, kommt man beimersten Seitenweg r. in wenigen Schrittenzu den Trümmern des aus dem 5. Jalirli.v. Chr. stammenden **ZeusteiIipels(S. 410) hinan, in dessen Mitte am Bodennoch ein riesiger Telamon wie aus zu-sammengewürfelten Fclsblöeken liegt. —An der linken Langseite des Tempels führtein halb mit Gras bewachsener Fuss-weg in 2 Min. nordostwärts zum sogen.

*Dioskurenteiupel (S. 412), dessen

vier dorische Säulen mit Gebälk in derNeuzeit wieder aufgerichtet wurden. Ander Südostecke, wo der Hügel gegen dasMeer abfällt, liegen Reste eines unbe-nannten antiken Baues. Geht man einigeSchritte nordostwärts (der gegenüberlie-genden Stadt Girgenti parallel) durch dieWiese zum Höhenrand hin, so sieht manin eine (vegetativ überreiche)von festungs-artigen Felswänden begrenzte Schluchthinab. Hier dehnte sich einst die be-rühmte Piscina, der Fischteich (S. 413),aus. Die Oeffnungen in den Felswänden,sind dieUeberreste der Kanäle des Phäax,Kloaken (S. 413). Jenseit der Mitte dergegenüberliegenden Felswand sieht man(hart an der Eisenbahn) zwei Säulen,welche dem sogen. Yulkantempel (S.414) angehören. — Kehrt man vom I.)ios-kurentempel zum Zeustempel zurückund von diesem zur Landstrasse, so führtdiese r. nach wenigen Schritten zu einemDurchschnitt zwischen (1. oben) demHera-klestempel und (r. oben) dem Häuschenmit den Antichitä di Sicilia. Dieser Ein-schnitt, den die Landstrasse hier durch-zieht, ist die Stelle der Porta aurca(S. 414), des antiken Hafenthors. — Jen-