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Zweiter Band: Sicilien.
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399 10. Girgenti (S. Nicola - Heraklestempel).

(1.) Passeggiata, einer Esplanade mit An-lagen und. Gaslaternen und voller Sichtgegen das 1 St. entfernte Meer hin. Nachwenigen Schritten folgt nach der Ost-windung der Strasse r.das Istituto agrar ioprovincialc in dem aufgehobenen Kapu-zinerkloster. In 20 Min. von Porta Ponteerreicht man niederwärts (r.) die statt-liche Tilla Geimardi (Eigenthum dessicilisclien Schwefelkönigs), welche ziem-lich alleinstehend einen Orientirungs-punkt bildet; sie kennzeichnet sich durchdie grossen Rundfenster in zwei Ge-schossen, den Balkon, die röthliclie Farbedes Mittelbaues mit gelben Flügeln. -Die Strasse beschreibt nun unterhalb derSteinbrüche einen grossen Bogen. (Dieerste Strasse I, fast geradeaus nach 0.ziehend, passirt die Stelle des antikenThors nach Gela, zieht tief durclirissenund durchfurcht jäh ins Thal nieder undkommt unten in die Nähe des [r. oben]Junotempels, der jedoch hier nur müh-sam von der Südostecke erstiegen werdenkann.) Der grosse Bogen der Ilafen-strasse fällt wieder in die südliche Rich-tung und zieht nach (17 Min. von VillaGenuardi) S* Nicoläj dessen maleri-scher Anblick durch neun köstliche Pinieneingeleitct wird.

Das verlassene Kloster zeigt an derSchmalwand noch drei Spitzbögen des lü.Jahrli. Zur Kirche geht man r. von derStrasse an einer (höchst primitiven, schmutzi-gen) Osterie vorbei; die Parade hat nochihr altes normannisches Portal mit fünfRundbögen auf dreibänderigen Kapitalen;unter dem Sims drei kleine Marmorwappen,1. zwei Heilige, Mitte zwei betende Hände,r. S. Georg; die Holzthür mit aufs Eck ge-stellten Vierecken, der Chor nochtheilwei.semit der ursprünglichen Dekoration.

Der rechten Längswand der Kircheentlang und hinter derselben 1. durch einGitter (der Aufsehliesserin 25 C.), kommtinan in einen Garten; an seiner Rückseite1. liegt das sogen.

Oratorium des Phalaris, ein oblongerrömischer Bau, dessen Pilaster attische Basenund dorische Kapitale zieren; in normanni-scher Zeit zur Kapelle umgewandelt.

Es misst <> m. im Geviert und hat vornund hinten ein Spitzbogonthor erhalten;autlk sind die vorragenden Pfeiler an denEcken, der Architrav und ein Stück Ge-bälk mit den Tropfen; der Bau rullt aufziemlich hoher Basis und hatte einst einen

viersäulige Porticus mit Freitreppe vor sich.(Ii. volle Aussicht auf die moderne Stadt,1. auf das Meer.)

NÖrdl. hinter der Kirche S. Nicolaführt ein Thor in den anstossenden Giar-dino Panitteri (dom Thoröffner 25 C.);hier ist vorn 1. an der Begrenzungsmauerein schöner Rest eines * antiken Rund-baues mit gut erhaltenem korinthischenGesims. — Von S. Nicola der grossenLandstrasse südwärts weiter entlang,kommt man nach 10 Min. zur erstenSeitenstrassei., die zur modernen VillaAurea in 2 Min. hinaufführt (das Kasinohat Spitzbogenfenster, und der Name derVilla über dem Portal ist schon vonunten sichtbar). — R. von dieser Villa er-reicht man in 2 Min. den

*Heraklesteillpel (tempio di Kr-eole), dessen kolossale Trümmerhaufendie Höhe bedecken, welche von der an-tiken Südmauer der Stadt begrenzt wirdund hier steil abgeschrofft ist. ln der wilddurcheinander geworfenen Masse erblicktman prachtvolle Kapitale, Gesimsstüekeund riesige kannelirte Säulenglieder,welche darlegen, dass dieser zweitgrössteTempel in Akragas, der in den Dimen-sionen. mit dem Parthenon wetteiferteund diesem in Plan und Anlage gleich,zu den bedeutendsten Werken der erstengriechischen Blütezeit gehört. Es warder schönste Tempel von Akragas. 38kannelirte Säulen umzogen ihn im Recht-eck, 15 an jeder Längsseite, sechs vornund rückwärts (PeHpteros hexastylos)-beide Schmalseiten wurden durch einenPorticus eingeleitet. Der Tempel war be-malt (schöne polychrome Fragmente siehtman im Museum von Palermo, S. 228).

Der Tempel erhob sich arif vier Stufen;den Eingang bildete eine achtstufige Frei-treppe; der Fussboden des Peristyls (nochtheihveise erkennbar) bestand aus 8 F. imGeviert messenden Fliesen. — Die Säulenwaren kannelirt, hatten etwas mehr alsD/'a Durchmesser Höhe und verjüngten sichnach oben um etwas mehr als l U', dieSchäfte bestanden aus vier Trommeln, welcheum Pfropfen von Blei oder Holz , für welchenoch viereckige Löcher vorhanden sind,herumgedreht und eingeschraubt waren;noch kann man theilweise an kleinenStümpfen die ursprüngliche Aufstellung ver-folgen, so auf der Südseite (von O. an ge-zählt) Säule 2, 3, 7, 9, 12, 13; auf der West-