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10. Girgenti (Zeustempel).
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Tropfen; es war 1, 11 Palmi hoch, der Gie-bel 8, 6 P. Die Cella ist in Antis an beidenEnden. — Im JFVonaos sind die Rümpfe derSäulen und Thoile der Anten erhalten. DerDurchmesser der Pronaossäule beträgt 4,
7 P.; der Zwischenraum zwischen Säuleund Ante 1,64 m., zwischen den zwei Säulen1,82 m.; zwischen Säulen und Anten sindzwei kleine Stufen, einst auch Gitter (dennnoch sieht man die Angellöclior); die Längedes Pronaos 18, 11, 6P.; die Breite (ohne dieWände) 29, 3; die Dicke der Wände und An-ten 3, ii, 6; die Länge des Opisthodom 18, 9 P;Breite und Masse der Säulen und Anten wieim Pronaos; Gesammtlänge des Tempels 158,10, 3, Gesammtbreite 75, 8 P. — Die Cellawändesind in massivem Mauerwerk errichtet wor-den, die nördliche Mauer ist nach innen ge-stürzt, die südlichein das Peristyl; es stehennoch drei bis vier Lagen der Cella. Jenseitdes Eingangs bemerkt man an den Seiten desPortals die Reste der viereckigen Trep 2 ->on-gebäude. Ein Stück des Postaments für die(iblterstaiue, mit vier Stufen, steht noch imNaos mitten unter den eingestürzten Blassen.Im Peristyl sind noch die grossen vier-eckigen Pliosen theilweise erhalten, miteiner Abzugsrinne.
Das Alter des Tempels bezeugen dieGedrücktheit desEcliinus, das Ueberwiegen !des Frieses über den Architrav, die Einfach- jheit der Verzierung, die Reinheit des Stils, :die Sorgfalt der Aufführung. (Der Aufgang !im O. gehört einer spätem Epoche an.) —Der Name des.Tempels ist unrichtig, denndie Tradition, dass diesen Tempel das Bildder Helena von Zcuxis geschmückt habe,dass er nach den fünf schönsten Jungfrauengemalt, beruht auf einer Verwechselung mitKroton, wo er für den Tempel der HereLaeinia bestimmt war (Plinius 35, 9), ver-glichen mit Cicero, de inv. Rhet. 2,1.—Holmvermuthet, der Tempel sei dem Poseidon ge-weiht gewesen, da die Schiffahrt die Quelledes Glücks der Stadt war und fast alle Bliin-zon von Akragas die Embleme des Poseidonzeigen (Seekrebs mit Aal, Delphin. Seeun-geheuer, «Seepferde, Thunfische, Blusehein,Meerzwiebeln, Purpurselinecken, Tritonen).
Dem Tempel gegenüber sieht mannoch zwei Terrassen mit Spuren vonRitzen vor dem Porticux, zur Schau derProcessionen. Unter der Nordwesteckedes Tempels liegt ein kegelförmigerBrunnen in den Felsen eingehaucn; unterdemselben einige Gräber.
Der Tempel liegt südl. gegenüber derVilla Carlo Vella, deren südlicher Garten-ausgang nur ein paar Schritte vom Tempelentfernt ist. Fussgänger, welche von
Villa Genuardi direkt zum Junotempel zugehen wünschen, haben daher den Durch-gang durch diese 1. von jenem Strassen-bogen gelegene Villa nachzusuchen.
gehend, wende man seine Aufmerksam-keit der 1. parallel laufenden antikenStadtmauer und den Gräbernischen zu.Die Stadtmauern sind hier aus dem na-türlichen Felsen gehauen, welcher gegendas Thal hinab einen hohen Wall bildet,und die Innenseite der Mauer ist durch-weg für Begräbnisnischen benutzt.
Akragas lieferte auch den Bluseen diedurch Zahl, Bedeutung und Schönheit her-vorragendsten Fasen-Sammlungen Siciliens,Vasen altern Stils in schwarzen Figuren(besonders Lokythoi) und grössere mit man-nigfachen Darstellungen alten Stils , selbstmit der grössten Sauberkeit und Feinheitder attischen Zeichnung, weit häufiger rotheFiguren im ernsten bis zum zierlichen Stil,häufig mit Inschriften.
Zur Villa Aurea zurückgekehrt, geheinan hier r. niederwärts zur Landstrassehinab. Folgt man dieser 2 Min. südwärts,so kommt man beim ersten Seitenweg r.in wenigen Schritten zu den (versteckten)Trümmern des
*Zeustempels hinan (Tempio diGiovc), eines griechischen Kolossaltem-pels in dorischem Stil, der schon im' Alterthum exakt beschrieben wurde,jetzt ein gewaltiger Trümmerhaufen mit: Blöcken der Halbsäulen, Kapitälcn, Tri-i glyplien, ungeheuren Kannclüren; in derMitte am Boden ein aus den ^Riesen-blocken wieder zusammengesetzter Tc-lamon (männliche Gestalt, als Gesinis-| stützer). DerTempel hatte 14 kannclirtc| ITalbsäulen an jeder Langseite, die Eck-säulen einbegriffen, und sieben Halb-1 säulen an jeder Front in den kolossalstenVerhältnissen; es fehlte der gewöhnlichefreie Säulemungang, denn die Aussen-säulen sind halb von einer Mauer um-schlossen. Der Tempel war also pseudo-periptcral. Die Säulen wurden mit denWänden aus demselben Mauerwerk er-richtet. Der Raum über der Cella standwohl offen, war hypäthral. Der Sockelan den Säulen, der Mangel der Thür, dieSiebenzahl der Säulen, die Pseudoperi-pteralform, die seltsame Form der Cella,das Ornament der Telamonen, lauterDinge, welche sonst in der griechischenBaukunst nicht Vorkommen, machen die-
Vom Heretempel, dem Weg des Hoch-randes entlang, wieder westwärts zurück-
sen Riesenbau, der zwischen 480 — 400v. Chr. errichtet wurde, zu einem Räthsel